Seit dem letzten Bericht hier, wo ich ja die Entwicklung der Mannschaft meinte loben zu müssen, gab es ja schon wieder allerhand Fußball: Montag einen souveränen Pokalsieg unser (verstärkten) Kids in Portsmouth (leider begleitet von der Horrorverletztung von Torreira und, unausweichlich, einem Mike Dean in ´Höchstform´), davor mussten wir aber einen komplett spaßbefreiten Donnerstagabend erleben. Ohne Worte …

Aber, wer hätte das gedacht, behilflich bei der Linderung der Schmerzen war ausgerechnet Troy f+ckin´ Deeney … well done, Watford. Und auch das Elfmeterschiessen in Nordlondon vorgestern war grosses Entertainment. Nice.

Also, nix Invincibles, Liverpool (wobei: gehen die jetzt den anderen Weg? 49 beaten?). Endlich hören die schwachsinningen Vergleiche auf zwischen derem jetzigen Team und unserem damaligen Arsenal-Team. Eine Beleidigung eigentlich für jeden, der damals dabei war: sicher, der Eine oder Andere aus derem Team wäre nicht schlecht für die Ersatzbank (coole Auswechslung: Bergkamp und Henry raus, Mane und Salah rein … kann man mal machen), aber das erste Team bestünde komplett aus unserem ersten Team damals (ja, auch Kolo Toure 2003 over VVD – easily). Und ja, das Team hat damals deutlich zuwenig Titel geholt. Zum Beispiel hat mich das Piräus-Spiel sofort an die Invincibles erinnert:

2004, LeagueCup-Halbfinale: Hinspiel 0-1 verloren. In Wigan (?!). Rückspiel ein zähes Ding, mit Mühe ein 1-0, Verlängerung. Harte Arbeit, aber in der 115. macht Thierry das 2-0. Wilder Jubel allerorten, das Team feiert wie blöd. Ich denk noch so, die anderen brauchen doch nur ein Tor zu machen und dann … genau, und dann kam die 119. Minute – Jason Roberts (warum vergisst man so unwichtige Details eigentlich nie mehr?), 2-1, alles aus. genau wie Donnerstag. Damals hat man noch gedacht, Arsenal dreht ja am ganz großen Rad (statt Quadruple war immer noch das Treble großes Thema), um dann wenig später binnen vier Tagen aus den anderen beiden Pokalwettbewerben zu fliegen – drei Tage später waren wir zu Hause zur Halbzeit 1-2 gegen Liverpool hinten … die Verzweiflung konnte man in Scheiben schneiden … aber TH14 hat das Ding gerettet und wir haben die Saison ungeschlagen über die Bühne gebracht. War damals nur ein kleiner Trost, aber gerade jetzt wieder sieht man, was für eine gigantische Leistung das war. Und natürlich bin ich froh, dabei gewesen zu sein …

Anyway, was geht noch in der Liga? ein Heimspiel gegen West Ham United ist eigentlich wie gemalt für drei Punkte, denn gegen kaum einen anderen Gegner (und Trainer) klappt das besser, als gegen die: 8 der letzten 9 Spiele haben wir gegen die Hammers gewonnen, schiessen dabei gerne 3 Tore oder mehr und David Moyes hat als Trainer noch gar kein Spiel gegen Arsenal gewonnen (0/4/11). Gutes Omen also. Das Hinspiel war ja 60 Minuten ein entsetzlicher Kick, aber der Rest hat Arsenal sein Mojo zurückgebracht und irgendwie die Emery-Ära abgeschüttelt. Seitdem haben die Hammers einen neuen Coach (Moyes) und sind deutlich stabiler und besser geworden, aber wir sollten davon ausgehen, dass das Team ordentlich motiviert sein sollte, Piräus ein wenig vergessen zu lassen. Zur Not macht Eddie eben die Tore – und unsere Millionenstürmer werden ja nicht jede Woche Chancen vergeben, für die sie bei jeder Kneipenmannschaft 748 Lokalrunden ausgeben müssten …

Also, wenn Arsenal die oberen Tabellenränge im Auge behalten will, sind drei Punkte schlicht ein Muß und genauso wird es auch kommen – auch wenn schon wieder Martin Atkinson der Schiri ist (Mike Riley verarscht Arsenal eben mit Wonne ..). 2-1 und gut!

UP THE ARSE!

p.s.: im Mitgliederbereich auf der Website hier findet sich ein Bericht zum kürzlich stattgefunden Supporters Club Forum in London

Beitrag bewerten

So ein Wochenende in London ist doch immer wieder erfrischend – zumal, wenn es so dermaßen windig ist, dass es selbst einen Hamburger überrascht. Okay, windig im Kopf ist es auch dem anderen Hamburger Verein nach seiner überraschenden, aber hochverdienten Derbyniederlage, die es im ´Zeitgeist´ mitzuerleben galt – einem Pub in Lambeth mit deutschen Fußball und ebensolchem Bier (und etwa 80 Fans beider Vereine – Mehrheit klar bei St. Pauli). Das war mittags natürlich ein schöner Start, am Nachmittag gab es dann so richtig bodenständigen englischen Fußball: Leyton Orient gegen Oldham Athletic. Gut 5.000 Zuschauer mit etwa 500 lauten Away Fans. Schöne Old School Stimmung mit ebensolchem Gekicke – ein hart erkämpftes 2-2, jedes Tor erzielt aus etwa 1m Entfernung (´scramble in the box´). Das ganze gespielt auf einem echten Acker. Mal was anderes eben. Orient war der erste Verein in London, den ich je live gesehen habe, deswegen gucke ich da immer wieder mal hin. Immer hatten sie Geldprobleme, den letzten Stadionumbau haben sie z.B. damit finanziert, dass sie in die Ecken Häuser mit Wohnungen gebaut haben – mit Balkonen zum Spielfeld. So stehen da natürlich stets Leute mit Bierchen in der Hand und gucken entspannt zu .. oder grillen im Sommer o.ä. – sieht schon komisch aus. Im Supporters Club hängen noch etliche Bilder an der Wand mit den ´Cup-heroes of 1978´- das war nämlich der größte Vereinserfolg: einmal im FA-Cup Halbfinale. Gespielt haben sie damals – natürlich – gegen Arsenal. Und 0-3 verloren … das Finale hat Arsenal dann gegen Ipswich verloren (0-1).

Am Sonntag dann Supporters Club Meeting in Highbury House (side info: Verhandlungen mit Saka laufen gut, der Junge will auch, der Berater wäre allerdings extrem gierig, was die Sache bislang noch etwas erschwert) und am späten Nachmittag das Spiel gegen Everton. Kaum am Platz, schon steht´s 0-1. Cool aber, wie entspannt Arsenal das wegsteckt und das Spiel übernimmt – mein letztes Livespiel war City und da ging es ja genauso los und du hast sofort an der Körpersprache gesehen, dass es ´game over´ war. Nicht so dieses Mal – faszinierend zu sehen, wie das Team wächst mit Arteta bzw. zu einer Einheit wird. Das hat Hand und Fuß und ist echt ein Quantensprung zu den Emery-Zeiten. Wunderbar. Insgesamt auch ein sehr gutes Spiel und auch Everton war saustark – irgendwie bin ich zufällig dauernd bei Heimspielen gegen die Toffees zugegen und noch nie habe ich die so stark gesehen – mit denen wir zu rechnen sein. Abgesehen davon: da spielte der 10. gegen den 11. und es gab ein echtes Topspiel – das Ding ist eher nicht, dass die PL schwächer geworden ist, sondern dass die Leistungsdichte nittlerweile einfach deutlich höher ist: Leicester, Wolves oder Sheffield spielen einfach gut und stehen zu Recht da oben. Anyway, Arsenal hat gegen Everton ordentlich dagegengehalten, auch als sie platt waren nach 70 Minuten und die anderen wesentlich frischer waren, aber sie haben das Ding dann nach Hause verteidigt mit Glück und Verstand, was logischerweise für Riesenfreude gosorgt hat. Good one.

Wird Piräus jetzt ein Selbstgänger? nicht, wenn man es so angeht – idealerweise rasant angehen, schnell für klare Verhältnisse sorgen und dann ausrollen lassen. Klingt einfach – mal sehen, ob wir das auch so hinkriegen …

 

UP THE ARSE

Beitrag bewerten