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Du willst einen neuen Vertrag? Sag einfach, dass Arsenal an dir interessiert ist
„Trainer? Arsenal ist interessiert. Sie bieten 30 Millionen.“
„Okay, fairer Preis.“
„Wie bitte? Nein! Arsenal ist interessiert. Arsenal.“
„Ah – Wir sagen deinem Agenten Bescheid.“
So ungefähr dürfte es bei Griezmann, Vardy, Icardi und Mahrez ausgesehen haben. Wenn wir nicht leider schon im Mittelfeld und im Tor gut bestückt wären, wären sicherlich auch Transfers von Kasper Schmeichel und Danny Drinkwater in den Medien kolportiert worden. Das Problem ist, dass Fans auf so etwas sofort anspringen. Selbst wenn irgendein Provinzagent in der Daily Mail die Story setzt, dass sein durchschnittlicher Stürmer/Verteidiger unbedingt zu Arsenal will, wird das für bare Münze genommen. Daraus entstehen dann Geschichten wie, dass Icardis Agent und Freundin in London ist, um einen Vertrag auszuhandeln oder dass Wenger bei Leicesters Testspiel ist, um persönlich mit Mahrez zu reden. Das ganze geht natürlich auch andersherum, wenn Zeitungen berichten, dass Guardiola Walcott und Oxlade-Chamberlain verpflichten will, da er ein großer Fan von ihnen ist. Oxlade-Chamberlain dürfte sich langsam Sorgen um seinen Vertrag machen, der in zwei Jahren ausläuft und Walcott… Nun ja, er hatte nicht die beste Saison, die man sich vorstellen kann. Da ist dann auch klar von welcher Seite diese Gerüchte kommen und es ist nicht die, die Außenverteidiger als Mittelfeldspieler spielen lässt.
Ohne Verteidiger kassiert man viele Tore
Per Mertesacker wird am Ende dieser Saison 32, Laurent Koscielny 31 sein. Verteidiger spielen zwar teilweise noch bis in ihre späten Dreißiger auf Top-Niveau, aber früher oder später musste der Club sich Gedanken machen. Es wird also am Anfang des Sommers eine Liste mit jungen Verteidigern gegeben haben, die dem Manager vorlag. Der hat sich dann dafür entschieden, Boltons Spieler des Jahres zu kaufen, den 20-jährigen Rob Holding. Dass der Engländer im ersten Team keine große Rolle spielen würde, war zu dem Zeitpunkt unumstritten. Dann verletzte sich Per Mertesacker und erste Rufe nach einem erfahrenen Innenverteidiger wurden laut, schließlich würde auch Koscielny mindestens für das erste Saisonspiel nicht zur Verfügung stehen. Als sich dann auch noch Gabriel nach dem 3-2 Sieg über Guardiolas City eine Knöchelverletzung zuzog und es nur noch eine Woche bis zum Spiel gegen Liverpool war, hatten wir ein massives Problem: Koscielny noch im Aufbautraining nach Europameisterschaft und Urlaub, Merte verletzt, Gabriel verletzt und die einzigen fitten Innenverteidiger Calum Chambers (21) und Rob Holding (20), die zwar schon zusammen das U21-Turnier in Toulon gewonnen hatten, aber gegen den Kloppschen doch wahrscheinlich überfordert sein würden. Also Liste raus! Irgendeinen guten Mittzwanziger raussuchen, verpflichten, Spielen lassen! Eine Woche Zeit, um sich mit dem verkaufenden Club zu einigen, dem Spieler einen Vertrag vorzulegen, den Papierkram fertig zu machen und ihn ins Team einzugliedern –  das ist dann doch ein bisschen knapp bemessen. Und letztendlich kam auch keiner. Holding und Chambers sollten gegen Liverpool von Elneny und Coquelin, auf der #6 oder #8 oder wie auch immer, beschützt werden. Das lief auch ganz gut, bis Liverpool sich in den ersten 15 Minuten der zweiten Hälfte dann angefangen hat anzustrengen. Dann sind sie nach Belieben über die Flügel (weder Nacho noch Hector sind da mitgekommen), haben sich ein bisschen den Ball zugespielt und standen vor Cechs Tor. Da konnten die beiden wenig machen, auch wenn sich keiner von ihnen mit Ruhm bekleckert hat. Chambers hat dann noch das 3:4 gemacht, aber anstatt dann nochmal richtig anzugreifen, haben wir uns zurückgelehnt und entspannt. Wenger hat die beiden dann in der Pressekonferenz gelobt, aber es war doch klar, dass das so gegen Vardy und Mahrez noch einmal ins Auge gehen könnte. Da bis dahin immer noch keiner verpflichtet wurde, stand Koscielny in der Startelf, der dann auch glatt und sauber alles abwehrte, was Leicester so versuchte.
Zum Glück hat sich herausgestellt, dass Holding und Koscielny zusammen gut funktionieren. Und nochmal wird so eine Situation wohl nicht auftreten, jetzt hat Arsenal ja den Weltmeister Shkodran Mustafi verpflichtet. Aber dass es uns gegen Liverpool Punkte gekostet hat, ist offensichtlich. Wenn man drei Tore schießt, sollte man das Spiel auch gewinnen oder allerwenigstens mit einem Punkt rausgehen. Das Unangenehme ist halt, dass es so vermeidbar war. Hätte der Club nach Mertes Verletzung sofort oder wenigstens innerhalb von 3 Wochen reagiert, wäre das alles kein Problem gewesen. So aber gehen wir mit mehr Rückstand auf die Spitze in die Länderspielpause als nötig
Wenn’s klickt, dann klickt’s
Gegen den Meister auswärts unentschieden zu spielen ist nichts, wofür man sich schämen müsste. Es war nicht besonders schön anzusehen, was sich unser aus Theo, Ox, Santi und Alexis bestehender Angriff da zusammenspielte, aber letztendlich spielten wir hier auch gegen eine eingespielte Viererkette, die ihrem Team in der zweiten Hälfte den Titel gewonnen hat. Das Problem an dieser Konstellation ist, dass Alexis zu tief kommt, um den Ball zu holen. Wenn er ihn dann hat, bewegt sich keiner in die Mitte und der Ball geht auf den Flügel, aber es ist immer noch keiner im Strafraum. Sobald dann Alexis wieder in der Mitte angekommen ist, wird der Ball reingeflankt und wer jetzt denkt, dass Alexis die beiden Riesen Huth und Morgan in einem Kopfballduell schlägt, darf sich mal einen Zollstock nehmen und nachmessen. Nach dem Spiel war natürlich Krisenstimmung, nur 1 Punkt aus 2 Spielen, etc., letztendlich unbegründet, aber ein bisschen nachvollziehbar.
Dann, eine Woche später, wird Watford demoliert und der einzige Unterschied ist, dass Santi zurück auf der #8 ist und Özil in seinem geliebten Raum zwischen der Abwehr- und Mittelfeldreihe. Was ist passiert? Es wurde mal wieder bewiesen, dass die grundsätzliche Kritik an Wengers 4-2-3-1 oder 4-3-3 sinnlos ist, weil es nicht auf die Formation in der Berichterstattung geht sondern um die Interpretation der einzelnen Rollen. Und hier hat sich einiges getan: Wo Walcott sich gegen Leicester hauptsächlich auf dem Flügel rumgetrieben hat, war er jetzt auch im Strafraum zu finden und wenn Alexis zurückgefallen ist, um sich den Ball zu holen, hat sich Özil entweder am Strafraumrand oder sogar im Strafraum in bester Giroud-Manier angeboten, um Doppelpässe zu spielen. So sind einige wunderschöne Chancen entstanden, die nicht alle verwertet wurden, aber durchweg schön anzusehen waren. Sogar Theo hat sich ordentlich angestrengt und überall mitgewirkt: Ob es nun Angriffe über rechts zusammen mit Bellerin waren oder Zweikämpfe in der eigenen Hälfte.
Was ist jetzt also der Unterschied zu vorher? Es hat funktioniert. Der Plan ist aufgegangen. Das passiert leider nicht oft genug, besonders in der zweiten Hälfte der letzten Saison war es oft eine Plackerei, Arsenal zuzugucken. Aber wenn es funktioniert, dann richtig.
They see me loanin‘, they hatin‘
Wen haben wir also diesen Sommer verpflichtet? Xhaka, um das seit Gilbertos Weggang nicht gefüllte Loch im Mittelfeld zu stopfen. Holding, einer für die Zukunft in der Innenverteidigung, der sich aber bisher sehr, sehr gut angestellt hat. Mustafi, um Koscielny und Mertesacker zu entlasten und vielleicht sogar Gabriel ein wenig zu helfen. Dann Lucas Pérez, der dringend benötigte Stürmer, schnell, zielsicher und laufstark.
Im Tor haben wir Cech und Ospina. Emiliano Martínez sollte dieses Jahr noch keinen von beiden bedrängen können. Die Verteidiger sind Debuchy, Bellerin, Jenkinson, Chambers, Holding, Mertesacker, Gabriel, Koscielny, Mustafi, Gibbs und Monreal. Die Optionen im Mittelfeld sind noch beeindruckender: Ramsey, Xhaka, Elneny, Cazorla, Coquelin, Wilshere und natürlich Özil. Dann der Angriff: Alexis, Giroud, Lucas, The Jeff, Ox, Gnabry, Welbeck, Walcott, Iwobi und Akpom.
Wir alle wissen, dass es jedes Jahr eine Krise gibt, weil irgendwo die Spieler fehlen und dann müssen wir irgendwelche wild zusammengewürfelten Partnerschaften wie Flamini-Ramsey letztes Jahr ertragen. Aber mit diesem Team ist das kein Problem: Wilshere, Ramsey und Cazorla sind verletzt? Kein Problem, Elneny und Xhaka hinter Özil, Coquelin auf der Bank. Walcott und Ox wissen nicht mehr, in welche Richtung sie rennen müssen, um so wenig wie möglich im Weg rumzustehen? Lass einfach Alexis und Lucas auf den Flügeln für Giroud arbeiten, Gnabry kann immer noch in der 70. Minute eingewechselt werden. Koscielny leistet Merte und Gabriel im Lazarett Gesellschaft? Holding und Mustafi halten den Strafraum sauber und dann gibt es auch noch Chambers, falls sich einer von den beiden auch noch verletzt, etwas, das wir als Arsenal-Fans nie ausschließen sollten.
Warum also verleihen wir Wilshere ohne Option, ihn wieder zurückzuholen? Was in der Welt reitet Serge Gnabry, dass er, anstatt irgendwohin ausgeliehen zu werden, unbedingt nach Bremen verkauft werden will (Natürlich hier nichts gegen die Stadt oder den Verein, aber Arsenal und Werder sind inzwischen zwei andere Level)? Calum Chambers auszuleihen ist der einzige halbwegs nachvollziehbare Schritt, da er in seinem Alter und auf seiner Position unbedingt Zeit auf dem Platz braucht, den er, nachdem er auch noch hinter Holding zurückgefallen ist, bei uns nicht bekommen würde. Gedion Zelalem darf nicht der sein, der unseren verzweifelten Versuch trägt, die beiden Manchester-Clubs im Rennen um den Titel auszustechen.
Warum machen wir es uns immer so schwer?
North London Is Red
Ich war noch nicht einmal am Leben, als Tottenham das letzte Mal über Arsenal die Saison beendete. Seit 21 Jahren schafft es dieser Möchtegern-Top-Club nicht, mehr Punkte zu sammeln als wir. Und selbst in der Saison, in der wir seit Januar nicht mehr ordentlich gespielt haben, mit der alljährlichen Verletzungskrise und ohne verlässlichen Torschützen, selbst dann sind sie unfähig, die letzten paar Schritte zu gehen. Ja gut, Mai ist nicht unbedingt Sommer, aber ich werde keine Möglichkeit auslassen, noch einmal daran zu erinnern, wie glorreich dieser Zusammenbruch war: Gegen ein Newcastle, das bereits abgestiegen war, das eigentlich nichts mehr hatte wofür es spielen könnte, das ab der 67. Minute nur noch zu Zehnt auf dem Platz stand und zu diesem Zeitpunkt nur 2-1 vorne lag… Gegen dieses Newcastle brauchten sie nur einen einzigen Punkt und haben letztendlich 1-5 verloren. Und dann guckt man sich an, wie viele FA Cups (12-8) und Meisterschaften (13-2) Arsenal und Tottenham jeweils gewonnen haben und man sieht deutlich, dass Nord London rot war, ist und immer bleiben wird.

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Dieser Beitrag wurde vor dem Spiel gegen Soton geschrieben, weshalb man sich nicht vom ersten Absatz verwirren lassen sollte.


Geschrieben von Stefan Holzapfel


19 Spieltage in der EPL liegen hinter uns, 19 weitere noch vor uns. Wir sind Fünfter mit 33 Punkten, punktgleich mit dem Vierten Southampton, dafür schon 13 Punkte hinter der Spitze. Da ist es wieder, das 4.-Platz-Syndrom. Und das, wo man sich vor der Saison so viel vorgenommen hatte. Und nun?

Mich überrascht der Verlauf der bisherigen Saison nicht wirklich. Beginnend mit einer Saisonvorbereitung, die keine war. Einer Reihe von Spielern, die die WM mehr oder weniger in vollen Zügen mitgenommen haben. Dazu eine Reihe von Neuzugängen, die erst spät in das System integriert werden konnten. Und zu guter Letzt natürlich die uns treu bleibende Verletztenmisere.

Die WM sollte nicht als Entschuldigung genommen werden, da sie viele der Top-Klubs gleichermaßen betrifft und auch nicht jeder unserer Spieler bis ans Limit gefordert wurde (so waren weder Mertesacker, Podolski oder Cazorla Stammspieler und auch die Engländer haben sich ja nicht wirklich ein Bein ausgerissen). Trotzdem fehlen die entscheidenden Prozente aus der Vorbereitung, um in letzter Konsequenz Spiele wie gegen die Stokes dieser Welt, die keine/kaum Nationalspieler haben, zu ziehen. So war der Saisonstart mehr als holprig mit der Qual gegen Besiktas, dem Ausscheiden aus dem League Cup gegen Southampton, dem extrem schwachen Auftritt in Dortmund und einer Reihe von Unentschieden (Everton, Leicester, Citeh, Spuds und Hull).

Dabei waren die Leistungen nicht immer schlecht. Aber leider hat man sich zu selten selbst belohnt. Da war der Heim-Auftakt gegen das Top-Team Crystal Palace, das man trotz 76% Ballbesitz erst durch das Tor von Ramsey in letzter Minute bezwang. Dann unter anderem das Heimspiel gegen Manchester United, gegen die wir einfach nicht gewinnen können, egal wie „dünne“ die auch sind. 61% Ballbesitz, 9:2 Torschüsse und trotzdem verliert man 1:2 u.a. durch ein „Traumtor“ von Gibbs, welches uns zusätzlich den Torhüter kostet. Selbst die dreckigen Spiele wie gegen Pool werden in Überzahl in allerletzter Minute, wenn auch verdient, gegen die Wand gesetzt.

Alles in allem: Uns fehlt die Konstanz, sowohl als Team als auch die vieler Spieler (eigentlich alle außer Sanchez). Aber der Dezember lässt auf Besserung hoffen (abgesehen von der Niederlage gegen die Orcs), zumal nach und nach einige wichtige Spieler zurückkehren. Wo wir beim nächsten Punkt wären. Die Verletztenmisere.

Es ist schon immer wieder bewundernswert wie uns das Schicksal regelmäßig in den Allerwertesten tritt. Hier mal eine Aufstellung der gespielten Partien unserer Leistungsträger (von 19 EPL-Partien):

Debuchy (9), Koscielny (10), Gibbs (13+3),  Arteta (6+1), Wilshere (7+1), Ramsey (11+3), Özil (6), Giroud (5+4), Walcott (0+2), Diaby (0) 😉

Wir sind also weit entfernt von einer Stammformation, die mal regelmäßig auf dem Platz steht und gewisse Mechanismen entwickeln kann. Bleibt nur die Hoffnung dass unser neuer Fitnesscoach Shad Forsythe auf Dauer einen positiven Einfluss haben wird. Zum Teil ist das Problem aber auch hausgemacht. Einerseits ist der Kader qualitativ nicht breit genug, um wirklich ernsthaft um den EPL-Titel zu spielen. Monreal, Rosicky, Podolski, Campbell oder Flamini sind solide Spieler und mögen in gewissen Bereichen auch ihre Qualitäten haben, aber sie gewinnen für Arsenal keine Titel. Zum anderen müssen deshalb ständig dieselben Spieler auflaufen, ob der Akku leer ist oder gerade eine Verletzung überwunden wurde. Dies fördert neue Verletzungen. Und da sind wir letztendlich beim Manager.

Kaum einer steht zurzeit dermaßen unter Feuer wie Arsene Wenger, speziell bei den Fans. Und was sich da zum Teil abspielt, finde ich widerlich. Zuerst sollte man einmal überlegen, was dieser Mann in den letzten fast 19 Jahren mit Arsenal erreicht hat. Richtig, dieser Bonus kann nicht ewig gelten und sicherlich hat er in jüngerer Vergangenheit speziell in der Transferpolitik und der taktischen Ausrichtung Fehler begangen. Wenn man Titel gewinnen will, muss jeder Mannschaftsteil ausgeglichen besetzt sein. Dementsprechend hätte er im Sommer noch zwei Innenverteidiger, einen Sechser und einen Stürmer holen müssen. Auch die Umstellung eines Spielers auf eine für ihn nicht ideale Position mag in der Vergangenheit schon funktioniert haben, klappt aber nicht immer (z.B. Özil). Trotz alledem muss man festhalten, dass die Transfers, die er seit 2 Jahren tätigt Hand und Fuß haben. Özil (spielt nur auf der falschen Position), Debuchy (Upgrade für Sagna), Sanchez (eine Urgewalt), Chambers (ein Mega-Talent) und Welbeck (müsste nur noch den „Chancentod“ ablegen) sind durchaus sehr gute Transfers. Aber auch diese garantieren keine Titel, denn die Konkurrenz ist groß. Und an dem Punkt muss man wissen, was man bei und für Arsenal will.

Will man mit den Geldsäcken aus dem Westen Londons und aus Manchester (beide) mithalten und damit seine eigenen Ideale über Bord werfen? Das Financial Fairplay mit Füßen treten (siehe United … achja, die spielen ja nicht europäisch, da ist das ja egal),  und Ablösesummen und Gehälter bezahlen, die gar nicht selbst erwirtschaftet werden können? Oder will man jedes Jahr guten Fußball in der EPL und in der CL spielen und dabei noch ein positives finanzielles Ergebnis ausweisen? Klar wäre ein EPL-Titel oder ein CL-Titel klasse, aber dafür seine Identität verkaufen? Niemals. Dann lieber noch 10 Jahre Vierter und Aus im Achtelfinale der CL.

Und damit sind wir wieder bei den Aussichten für die zweite Saisonhälfte. Und die sind so schlecht nicht. Eine Reihe zurückkehrender Spieler, in der EPL ein Spiel gegen Southampton wo wir uns zumindest erst mal den vierten Platz zurückholen werden, FA-Cup gegen Hull (wissen wir schon wie es geht bzw. nicht geht) und ein CL-Achtelfinale gegen Monaco, welches trotz deren Defensivstärke alle Chancen auf ein Viertelfinale bietet. Und einen Titel gegen die Geldsäcke aus Manchester haben wir ja dieses Jahr auch schon geholt, auch wenn der ja nicht zählt. Warum eigentlich nicht? 😉

In diesem Sinne: Come on Arsenal!!!

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Die International Breaks waren doch relativ erfolgreich für die einberufenen Gunners.

England

Dat Guy Welbz aka Danny Welbeck hat am vergangenen Samstag im EM-Qualifikationsspiel gegen Slowenien einen Doppelpack geschnürt und England damit zu weiteren 3 Punkten in deren Gruppe geholfen. Während beim ersten Tor noch etwas Glück dabei war, kam beim zweiten Tor seine individuelle Klasse vollends zum Vorschein. Nach Hereingabe von Gibbo kombinierten Welbz und Sterling im Strafraum mit einem schönen Doppelpass zum 3:1-Endstand. Jack Wilshere wurde als 6er (!) übrigens zum MOTM gewählt.

Gestern trafen die Three Lions auf Schottland. Das 1:0 war eine reine Arsenal-Produktion. Wilshere erspähte aus ca. 30 Meter im halblinken Feld den in den Strafraum startenden Oxlade-Chamberlain. Der punktgenaue Pass fand schlussendlich dessen Kopf und schraubte das Torkonto von The Ox auf 4 Treffer hinauf. Wilshere wieder mit einer Topleistung im Dress der Engländer.

https://www.youtube.com/watch?v=gKwU92Hr5mg

Am Ende gewann England dieses prestigeprächtige Spiel locker mit 3:1.

Chile

2 Spiele = 2 Tore. Alexis ist momentan von Nichts und Niemandem zu stoppen. Gegen Venezuela eröffnete er den Torreigen mit einem Kopfballtor. Dass unser doch eher kleingewachsener Ausnahmedribbler auch im Luftraum oftmals die Hoheit behält, bewies er am gestrigen Abend erneut. So köpfte er Chile gegen Uruguay zum 1:0, nachdem er Sekunden zuvor nach schöner Brustannahme noch gegen den uruguayischen Torwart das Nachsehen hatte.

https://www.youtube.com/watch?v=RzTXdcJ_0Sk

Großartiges Durchsetzungsvermögen! Chile unterlag allerdings am Ende mit 1:2.

Rest

Andernorts durfte Lukas Podolski gegen die Fussballübermacht aus Gibraltar von Anfang an starten, blieb allerdings bis auf eine Vorlage auf Thomas Müller extrem blass. Ist wohl der fehlenden Match-Sharpness geschuldet, was Löw gestern nochmals im Interview bekräftigte und zeitgleich Podolski indirekt einen Wechsel bzw. ein Gespräch mit AW nahelegte.

Yaya Sanogo kann es definitiv im Dress der französischen Nationalmannschaft. Im U21-Spiel gegen England erzielte er zwei Treffer und half seinem Team zum 3:2-Erfolg. Carl Jenkison kam für England zum Einsatz und spielte ab der 42.Minute.

Verletzt hat sich – unseres Wissens nach – kein Spieler (außer Abou Diaby – FFS!).


 

Vieira VS Keane 

Was für Zeiten das noch waren als sich in der EPL nur zwei Mannschaften um die Krone bekriegten. Noch bevor blutige Öl-Milliarden in gewisse Teams gepumpt wurden, galt die Partie Arsenal VS Man United als Highlight der Saison. Es gab viele Auseinandersetzungen, rote Karten, Wortgefechte im Spielertunnel. Beteiligt waren zumeist ein schlaksiger Franzose und ein robuster Ire (aber auch mal ein Martin Keown und Jolly Jumper-ähnelnder Holländer). Patrick Vieira gegen Roy Keane – besser konnte Fussball zur damaligen Zeit nicht sein. Zum Warmup auf Samstag könnt ihr Euch die Dokumentation zum Thema „Best Of Enemies“ von ITV in voller Länge ansehen.

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„Same old Arsenal“. Du führst auswärts mit 1-0 gegen ein ohnehin schwierig zu spielendes Team. Es sind noch 15 Minuten auf der Uhr. Was machst Du? Versuchst Du a) das 2-0 zu erzielen oder b) das 1-0 zu halten? Im Hinblick auf Dienstag würde jeder klar denkende Fussballschauende zu Variante „b“ neigen. Man zieht die eigenen Spieler im Mittelfeld ein paar Meter zurück, stellt die Löcher zu und lässt dem Gegner vor allem keine Chance zu etwaigen Kontern. Warum auch – man führt ja 1-0 und muss tendenziell keine Offensivaktionen mehr starten. Dein Rightback setzt sich über 90 Minuten konstant auf den Arsch weil sein Gegenspieler ihn ein ums andere Mal nass macht? Gib ihm doch eine Hilfe. Vielleicht wechselst Du ihn auch aus? Wir aber spielen „football the Arsenal-way“:

Man lässt den Rightback (Chambers) auf dem Feld und verzichtet auf Hilfeleistungen seitens seines Vordermannes (Oxlade-Chamberlain). Man hätte auch einfach einen zweiten halbwegs fähigen „Sechser“ (Wilshere) einwechseln können, der sich notfalls auf rechts (oder links) verschieben kann. Oder jemand mit ausreichend Pace (Bellerin), obgleich derjenige noch weniger Erfahrung als der Bodenhocker hat. Pustekuchen. „Wird schon gut gehen“, denkt sich Le Prof.

Das 1-1 ist ein wundervoll getretener Freistoss (bezeichnenderweise von einem ehemaligen Scum-Spieler), zu dessen Ausführung es jedoch niemals kommen darf. Da kreiert Swansea bei einer Führung des AFC eine Kontersituation. Das gesammelte Mittelfeld steht in der Hälfte der Schwäne. Are you shitting me? Gibbs macht dann das einzig Richtige und haut Barrow gut 25 Meter vor dem Tor die Beine weg, da der sonst mit 2 eigenen Spielern vor ihm auf 2 Verteidiger zuläuft.

Dass das Spiel dann komplett kippt, war auch abzusehen. Natürlich kommt die Flanke über die rechte Arsenalseite nachdem Montero zum x-ten Mal an Chambers vorbeiläuft als wäre der ein unerfahrener 19-jähriger gelernter Innenverteidiger, der ganz alleine auf der Seite spielt obgleich er seit Spielbeginn seine Probleme mit Montero hat. Ach, warum denn während dem Spiel das Geschehen analysieren und darauf Einfluss nehmen? Das machen so Leute wie Guardiola oder Moaninho, die noch nie was in ihrem Leben gewonnen haben.

Also, was passiert? Montero überläuft Chambers, Mertesacker zieht sich nach Außen, Monreal muss gegen einen 10cm+ größeren Stürmer zum Kopfball. 2-1 Swansea. Monreal hat bis dato im Übrigen eine super Partie abgeliefert und Bony nicht einen Stich machen lassen. Da gab es seinerseits wenig zu verteidigen.

Es ist erschreckend, mit welcher taktischen Naivität wir in derartigen Situationen agieren. Das kann, darf und sollte NIEMALS passieren.

Bleibt zu sagen: Chapeau an Monk, der das Spiel mit 2 Wechseln (Barrow und Gomis) entscheidet. Wir dürfen uns nun tatsächlich mal auf die International Breaks freuen, da wir diese bitter nötig haben. Danach wartet zum Glück nur United. Wäre auch schlimm, wenn wir direkt gegen ein großes Team antreten müssten.


Wer sich noch tiefgründiger in die Diskussion einbringen möchte, kann gerne im Forum vorbeischauen. Da treten sich AKBs und Wenger Out’s virtuell in die Klöten und diskutieren eine etwaig verfehlte Transferpolitik sowie System- und Taktikfehler. Alles auf einem äußerst hohem Niveau. Dazu muss man sich nur auf der Seite registrieren und schon kann man mittels Tastatur zur imaginären Blutgrätsche ansetzen. Mitgliedschaft wird nicht benötigt. Ihr könnt auch in die Kommentare schreiben oder Facebook-gemäss den Post liken bzw. disliken (die Wunder der Technik). Ansonsten gibt es anhängend die Post-Match-Analyse von Jamie Carragher und Craig Bellamy, die sehr interessant ist.

https://www.youtube.com/watch?v=cKjquE4gypk#t=283

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