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Es gibt noch Liebe in der Welt

Wie wunderbar diese letzte Woche im September doch war. Unzählige Liebesbekundungen bevölkerten das Netz, keine sogenannte „Legende“ versäumte es, von der BBC, ITV, BTSport oder Sky interviewt zu werden und seinen Senf dazuzugeben und all der Hass und all die Beschimpfungen, die sonst in Wengers Richtung gehen, verstummten, wenigstens für die paar Tage vor dem 1. Oktober.

Für die Fans meiner Generation muss Wenger eine zentrale Bedeutung einnehmen, denn schließlich haben wir keinen Anderen gekannt. Als ich geboren wurde hat der Franzose bereits das Double gewonnen und den englischen Medien gezeigt, dass ausländische Manager durchaus das Zeug dazu haben, in der Premier League zu trainieren. Er war gerade dabei, den Fußball auf der Insel maßgeblich zu verändern, indem er den sogenannten „Schlaf“ und ein altes chinesisches Wundergericht namens „Nudeln“ nach Nord-London brachte. Wenger stöberte Talente wie Patrick Vieira, Nicolas Anelka, Thierry Henry oder auch Kolo Touré auf und half Spielern wie Emmanuel Petit oder Ray Parlour ihr Potenzial zu erreichen, die zwar vor der Zusammenarbeit mit Wenger schon durchaus gute Leistungen gezeigt hatten, aber nicht die Höhen erreichten, die sie unter Wenger erreichen sollten. Als ich dann eingeschult wurde, hatte Wenger bereits das erreicht, was von der gesamten englischen Öffentlichkeit für „unmöglich“ erklärt worden war: Eine gesamte Saison ungeschlagen zu bleiben. Die gesamte Mannschaft kann heute nur als legendär bezeichnet werden und wahrscheinlich wird diese Leistung nie wiederholt werden. In den darauffolgenden Jahren schaffte Wenger es, trotz Stadionbaus und finanziellen Einschränkungen, immer und immer wieder in die Top 4 zu kommen und so die Grundlage für den Erfolg zu legen, der mit dem FA-Cup Sieg 2014 begann und hoffentlich in naher Zukunft mit Liga-Titeln und vielleicht sogar europäischen Pokalen fortgesetzt wird. Dieses FA-Cup Finale war das Highlight meiner, vergleichsweise kurzen, Karriere als Arsenal-Fan und Aaron Ramsey wird allein für dieses Tor und den folgenden Moment des puren Glücks in Arséne Wengers Gesicht immer einen Platz in meiner Favourite Arsenal XI haben.

Ich kannte zu keinem Zeitpunkt einen anderen Arsenal-Manager als Arséne Wenger. Dieser Mann ist für meine besten Erinnerungen an die Kanoniere verantwortlich, aber auch für die, die ich am liebsten vergessen würde. Ich habe von ihm gelernt, ich habe ihn geliebt, ich wollte ihn manchmal einfach nur anbrüllen, vor allem aber hoffe ich, dass er das Karriereende hat, das er sich wünscht. Denn Arséne Wenger liebt Arsenal und er weiß ganz genau, was dieser Club den Fans bedeutet. Er ist einer der intelligentesten Manager der Welt und wenn eines seiner Teams erstmal losgelegt hat, ist es sehr schwer zu stoppen. Also lasst uns hoffen, dass wir dieses Jahr von der üblichen Verletzungskrise verschont bleiben und diese ölschlürfenden Superverdiener aus Manchester ordentlich unter Druck setzen können. Wenn wir immer so spielen wie im September wird das kein Problem

 

Wenn Theo will, dann kann er auch

Theo Walcott. Das ewige Talent. Der Mann, der im Alleingang drei Verteidiger abfertigen kann und dann in der nächsten Minute zwei Meter vor dem Tor die Nerven verliert und den Ball direkt in die Arme des Torhüter passt. Der, der letztes Jahr zuerst zentral im Sieg gegen Manchester United ist und sich dann den Rest des Jahres scheinbar vor Bällen in seine Richtung fürchtet. Der nie daran denkt, nach hinten mitzuarbeiten. Dieser Theo Walcott hat sich jetzt, entgegen seiner jahrelangen Rufe, dafür entschieden, dass er doch viel lieber auf der rechten Seite spielt. Was haben wir gelacht, als er das verkündet hat. Aber es sieht so aus, als hätte er sich hingesetzt und sich Gedanken gemacht. Arséne Wenger hat wohl ein ausgedehntes Gespräch mit ihm geführt, Walcott selbst sagt, dass ihm das enorm weitergeholfen hat, wobei Wenger dazu sagt, dass es „zu 95% Theos Verdienst ist“. Spätestens mit der Verpflichtung von Lucas Perez muss er gemerkt haben, dass ein Platz in der Mannschaft keineswegs sicher ist. Jetzt beackert er die Flanke ständig, gewinnt hinten den Ball, rennt nach vorne, übernimmt die Stürmer-Position, wenn Alexis tiefer kommt, wechselt mit Iwobi die Flanken, verteidigt, wenn Bellerin ein bisschen zu weit vorne ist, rennt, rennt und rennt. Dazu macht er noch Tore, spielt Flanken, kombiniert mit Özil und Alexis. Ein Tor gegen Hull und Chelsea, sogar zwei gegen Basel und alle davon wunderbar gearbeitet, entweder von ihm selbst oder vom Team. Die Barcelona-Spieler haben vor einem Spiel vor ein paar Jahren gesagt, dass sie am meisten Angst vor Theo Walcott haben. Und wenn man sich anguckt, mit welcher Geschwindigkeit er auf gegnerische Verteidigungen zurennt und diese in Panik versetzt, dann versteht man auch, warum. Sollte er diese Form über die Saison halten und sich nicht verletzen, dann kann man endlich sagen, dass er kein Talent mehr ist, sondern ein zentraler Bestandteil unseres Kaders.

 

Eingewöhnungszeit? Nicht für Shkodran!

Zwar war der ganze September von den Ergebnissen her sehr ansehnlich, aber die Art, wie wir diese Ergebnisse errangen, hätte unterschiedlicher nicht sein können. Am Anfang standen die Spiele gegen Southampton und PSG. In beiden hätten wir genau so gut verlieren können, defensiv hatten wir einige Probleme und hätten die jeweiligen Stürmer, Long und Cavani, nicht einen rabenschwarzen Tag erwischt, wäre das Ergebnis ein ganz anderes gewesen. So allerdings haben wir gegen einen Gegner gewonnen, der uns sonst gerne Punkte abnimmt und Unentschieden auswärts gegen den anderen Gruppenfavoriten gespielt. Was will man mehr? Die Spiele gegen Hull und Nottingham Forest könnten dann als die Übergangsphase betrachtet werden: Spiele gegen schlechtere Gegner und das einzige Gegentor hier war ein Elfmeter. Und dann Chelsea, später Basel, deren Stürmer unsere Innenverteidigung komplett aus dem Spiel nahm und Diego Costa wunderbar unglücklich machte. Und das ganze obwohl Koscielny und unser Neuzugang keine Vorbereitung hatten und sofort ins kalte Wasser geschmissen wurden. In den ersten Spielen hat Koscielny noch den Großteil der Arbeit gemacht, später aber wurde dann auch Mustafi immer wichtiger. Seine Aggression und Laufbereitschaft ist beeindruckend und wenn man vergleicht, wie schrecklich Cahill und David Luiz aussahen, ist es beeindruckend, wie sehr die Beiden sich vertrauen. Da Mertesacker ins ausklingende Fußballalter kommt, Gabriel immer noch ein wenig unbearbeitet scheint und Holding zwar gut aussah, aber immer noch sehr jung ist, könnte Kostafi Mertescielny als Innenverteidigungs-Dreamteam ablösen. Aber auch hier sollten wir nichts überstürzen und erstmal gucken, wie sich die Saison entwickelt.

 

Arséne knows

Vielleicht wurde an dieser Stelle vor einem Monat ein bisschen Kritik geübt an der Idee, Alexis im Sturmzentrum auflaufen zu lassen. Und vielleicht ging es dabei auch um die fehlende Konstanz dieser Konstellation. Aber was in der zweiten Hälfte dieses Monats da teilweise abging, war beeindruckend. Unser Angriff aus Özil, Walcott, Iwobi und Alexis hat so viel rotiert und Positionen getauscht, dass einem beim Zugucken schwindlig wurde. Alexis nimmt den Ball an der Mittellinie. Walcott, grade aufgestanden von einer Grätsche an der Außenlinie, sprintet nach vorn, fordert den Ball. Iwobi ärgert einen gegnerischen Außenverteidiger, indem er sich einfach nicht daran hält, wo ein Flügelspieler zu sein hat. Özil schlendert derweil in bester Özil-Manier dahin, wo er zu sein hat. Das Ergebnis? Ein wunderschöner Angriff, vielleicht mit einem Tor gekrönt. Diese vier Spieler passen wunderbar zusammen und wenn Alexis nicht im Strafraum ist, dann ist es ein Anderer. Am besten zu sehen war das beim zweiten Tor gegen Chelsea, als Iwobi mit ein paar schnellen Pässen mit Özil Luiz und Cahill verwirrt (wobei Alexis so weit zurückgefallen ist, dass sie sowieso nicht wissen, wen sie jetzt decken sollen), dann nach rechts geht, Bellerin in die riesige Lücke zwischen Links- und Innenverteidiger schickt und der dann eine wunderbare Flanke direkt auf Theo Walcott schlägt, der diese natürlich prompt verwandelt. Hier wurde deutlich, dass in dieser Aufstellung so viele Spieler so viele Aufgaben übernehmen, dass selbst ein normalerweise gut strukturiertes Team eines italienischen Trainers komplett auseinander genommen wird. Und in diesem System ist Özil nicht derjenige, der die gesamte Arbeit machen muss, wie es teilweise letztes Jahr der Fall war. Die anderen Drei und dazu noch Cazorla und Xhaka weiter hinten sind genau so kreativ wie er. Eine enorme Entlastung und so auch schwieriger zu verteidigen, wenn nicht nur ein Spieler zugestellt werden muss, sondern gleich vier, fünf oder sogar sechs. Und wer hat trotz aller Kritik an Alexis ganz vorne festgehalten? Genau, Arséne Wenger. Vielleicht hat er ja doch ’nen Plan.

 

Ooooh Santi Cazorla

Ab dem Moment, in dem sich Santi Cazorla verletzt hat, ging die letzte Saison bergab. Ramsey und Flamini mussten miteinander zurechtkommen und Mesut wurde frustrierter und frustrierter, weil kein Ball zu ihm durchkam. Eine Zeit lang konnte er das durch hohe Laufbereitschaft kompensieren, aber irgendwann hat es gar nicht mehr funktioniert. Und jetzt, wo Santi wieder auf dem Platz steht, läuft’s. Seine Verlässlichkeit im Zentrum ist so wichtig für das Funktionieren dieses Teams, man sieh sich nur mal seine Passquoten an: 92% gegen Southampton, 90% gegen PSG, 92% gegen Hull, 88% gegen Chelsea und 90% gegen Basel. Was dieser Mann da in der Mitte leistet ist erstaunlich. Er schafft es immer wieder auch unter widrigsten Umständen Özil oder Alexis zu finden, und wenn wir unter Druck sind ist er immer bereit mit den Innenverteidigern ein bisschen Kurzpässe zu üben. Aber er verteilt nicht nur den Ball nach links, rechts und hinten. In dieser fantastischen Passquote mit inbegriffen sind insgesamt 11 Key Passes, außerdem zahlreiche Pässe kurz vor dem gegnerischen Strafraum. Langsam fängt er sogar wieder an, Tore zu schießen, wenn auch bisher nur Elfmeter. Zusammen mit Coquelin hat er eine funktionierende Beziehung gebildet, weil er dann nicht die schmutzige Arbeit übernehmen muss, was seiner Kreativität zuträglich ist. Wenn Xhaka und Santi zusammenspielen muss der kleine Spanier zwar mehr defensiv arbeiten, aber mit Xhakas Fähigkeit, haargenaue Pässe über das halbe Spielfeld zu spielen und Cazorlas Präzision im Zentrum sind Teams gezwungen, unser gesamtes Mittelfeld zu decken. Dadurch sind sie entweder zu weit vorne und lassen Platz für unsere schnellen Außenspieler oder sie bunkern sich ein, was auch nur bedingt funktioniert, wenn Alexis mal wieder in die Trickkiste greift. Aber einfach nur auf Özil zu achten, wie es in der zweiten Hälfte der letzten Saison oft passierte, ist jetzt nicht mehr möglich, weil sowohl Cazorla als auch Xhaka in der Lage sind, unsere Angreifer ins Spiel zu bringen und mit Bällen zu beliefern. Und selbst wenn Santi sich verletzen sollte, was hoffentlich nicht passieren wird, haben wir Elneny, der momentan nur auf der Bank sitzt, denn der Ägypter hat ebenfalls eine fantastische Passgenauigkeit, wobei er nicht ganz das Auge des Spaniers hat. Dafür sind wir mit ihm defensiv stabiler, weil er eine wesentlich beeindruckendere Figur hat als Santi. Sollte es also Probleme im Mittelfeld geben sind wir gut bestückt. Und Aaron Ramsey hab ich da noch gar nicht erwähnt.

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Du willst einen neuen Vertrag? Sag einfach, dass Arsenal an dir interessiert ist
„Trainer? Arsenal ist interessiert. Sie bieten 30 Millionen.“
„Okay, fairer Preis.“
„Wie bitte? Nein! Arsenal ist interessiert. Arsenal.“
„Ah – Wir sagen deinem Agenten Bescheid.“
So ungefähr dürfte es bei Griezmann, Vardy, Icardi und Mahrez ausgesehen haben. Wenn wir nicht leider schon im Mittelfeld und im Tor gut bestückt wären, wären sicherlich auch Transfers von Kasper Schmeichel und Danny Drinkwater in den Medien kolportiert worden. Das Problem ist, dass Fans auf so etwas sofort anspringen. Selbst wenn irgendein Provinzagent in der Daily Mail die Story setzt, dass sein durchschnittlicher Stürmer/Verteidiger unbedingt zu Arsenal will, wird das für bare Münze genommen. Daraus entstehen dann Geschichten wie, dass Icardis Agent und Freundin in London ist, um einen Vertrag auszuhandeln oder dass Wenger bei Leicesters Testspiel ist, um persönlich mit Mahrez zu reden. Das ganze geht natürlich auch andersherum, wenn Zeitungen berichten, dass Guardiola Walcott und Oxlade-Chamberlain verpflichten will, da er ein großer Fan von ihnen ist. Oxlade-Chamberlain dürfte sich langsam Sorgen um seinen Vertrag machen, der in zwei Jahren ausläuft und Walcott… Nun ja, er hatte nicht die beste Saison, die man sich vorstellen kann. Da ist dann auch klar von welcher Seite diese Gerüchte kommen und es ist nicht die, die Außenverteidiger als Mittelfeldspieler spielen lässt.
Ohne Verteidiger kassiert man viele Tore
Per Mertesacker wird am Ende dieser Saison 32, Laurent Koscielny 31 sein. Verteidiger spielen zwar teilweise noch bis in ihre späten Dreißiger auf Top-Niveau, aber früher oder später musste der Club sich Gedanken machen. Es wird also am Anfang des Sommers eine Liste mit jungen Verteidigern gegeben haben, die dem Manager vorlag. Der hat sich dann dafür entschieden, Boltons Spieler des Jahres zu kaufen, den 20-jährigen Rob Holding. Dass der Engländer im ersten Team keine große Rolle spielen würde, war zu dem Zeitpunkt unumstritten. Dann verletzte sich Per Mertesacker und erste Rufe nach einem erfahrenen Innenverteidiger wurden laut, schließlich würde auch Koscielny mindestens für das erste Saisonspiel nicht zur Verfügung stehen. Als sich dann auch noch Gabriel nach dem 3-2 Sieg über Guardiolas City eine Knöchelverletzung zuzog und es nur noch eine Woche bis zum Spiel gegen Liverpool war, hatten wir ein massives Problem: Koscielny noch im Aufbautraining nach Europameisterschaft und Urlaub, Merte verletzt, Gabriel verletzt und die einzigen fitten Innenverteidiger Calum Chambers (21) und Rob Holding (20), die zwar schon zusammen das U21-Turnier in Toulon gewonnen hatten, aber gegen den Kloppschen doch wahrscheinlich überfordert sein würden. Also Liste raus! Irgendeinen guten Mittzwanziger raussuchen, verpflichten, Spielen lassen! Eine Woche Zeit, um sich mit dem verkaufenden Club zu einigen, dem Spieler einen Vertrag vorzulegen, den Papierkram fertig zu machen und ihn ins Team einzugliedern –  das ist dann doch ein bisschen knapp bemessen. Und letztendlich kam auch keiner. Holding und Chambers sollten gegen Liverpool von Elneny und Coquelin, auf der #6 oder #8 oder wie auch immer, beschützt werden. Das lief auch ganz gut, bis Liverpool sich in den ersten 15 Minuten der zweiten Hälfte dann angefangen hat anzustrengen. Dann sind sie nach Belieben über die Flügel (weder Nacho noch Hector sind da mitgekommen), haben sich ein bisschen den Ball zugespielt und standen vor Cechs Tor. Da konnten die beiden wenig machen, auch wenn sich keiner von ihnen mit Ruhm bekleckert hat. Chambers hat dann noch das 3:4 gemacht, aber anstatt dann nochmal richtig anzugreifen, haben wir uns zurückgelehnt und entspannt. Wenger hat die beiden dann in der Pressekonferenz gelobt, aber es war doch klar, dass das so gegen Vardy und Mahrez noch einmal ins Auge gehen könnte. Da bis dahin immer noch keiner verpflichtet wurde, stand Koscielny in der Startelf, der dann auch glatt und sauber alles abwehrte, was Leicester so versuchte.
Zum Glück hat sich herausgestellt, dass Holding und Koscielny zusammen gut funktionieren. Und nochmal wird so eine Situation wohl nicht auftreten, jetzt hat Arsenal ja den Weltmeister Shkodran Mustafi verpflichtet. Aber dass es uns gegen Liverpool Punkte gekostet hat, ist offensichtlich. Wenn man drei Tore schießt, sollte man das Spiel auch gewinnen oder allerwenigstens mit einem Punkt rausgehen. Das Unangenehme ist halt, dass es so vermeidbar war. Hätte der Club nach Mertes Verletzung sofort oder wenigstens innerhalb von 3 Wochen reagiert, wäre das alles kein Problem gewesen. So aber gehen wir mit mehr Rückstand auf die Spitze in die Länderspielpause als nötig
Wenn’s klickt, dann klickt’s
Gegen den Meister auswärts unentschieden zu spielen ist nichts, wofür man sich schämen müsste. Es war nicht besonders schön anzusehen, was sich unser aus Theo, Ox, Santi und Alexis bestehender Angriff da zusammenspielte, aber letztendlich spielten wir hier auch gegen eine eingespielte Viererkette, die ihrem Team in der zweiten Hälfte den Titel gewonnen hat. Das Problem an dieser Konstellation ist, dass Alexis zu tief kommt, um den Ball zu holen. Wenn er ihn dann hat, bewegt sich keiner in die Mitte und der Ball geht auf den Flügel, aber es ist immer noch keiner im Strafraum. Sobald dann Alexis wieder in der Mitte angekommen ist, wird der Ball reingeflankt und wer jetzt denkt, dass Alexis die beiden Riesen Huth und Morgan in einem Kopfballduell schlägt, darf sich mal einen Zollstock nehmen und nachmessen. Nach dem Spiel war natürlich Krisenstimmung, nur 1 Punkt aus 2 Spielen, etc., letztendlich unbegründet, aber ein bisschen nachvollziehbar.
Dann, eine Woche später, wird Watford demoliert und der einzige Unterschied ist, dass Santi zurück auf der #8 ist und Özil in seinem geliebten Raum zwischen der Abwehr- und Mittelfeldreihe. Was ist passiert? Es wurde mal wieder bewiesen, dass die grundsätzliche Kritik an Wengers 4-2-3-1 oder 4-3-3 sinnlos ist, weil es nicht auf die Formation in der Berichterstattung geht sondern um die Interpretation der einzelnen Rollen. Und hier hat sich einiges getan: Wo Walcott sich gegen Leicester hauptsächlich auf dem Flügel rumgetrieben hat, war er jetzt auch im Strafraum zu finden und wenn Alexis zurückgefallen ist, um sich den Ball zu holen, hat sich Özil entweder am Strafraumrand oder sogar im Strafraum in bester Giroud-Manier angeboten, um Doppelpässe zu spielen. So sind einige wunderschöne Chancen entstanden, die nicht alle verwertet wurden, aber durchweg schön anzusehen waren. Sogar Theo hat sich ordentlich angestrengt und überall mitgewirkt: Ob es nun Angriffe über rechts zusammen mit Bellerin waren oder Zweikämpfe in der eigenen Hälfte.
Was ist jetzt also der Unterschied zu vorher? Es hat funktioniert. Der Plan ist aufgegangen. Das passiert leider nicht oft genug, besonders in der zweiten Hälfte der letzten Saison war es oft eine Plackerei, Arsenal zuzugucken. Aber wenn es funktioniert, dann richtig.
They see me loanin‘, they hatin‘
Wen haben wir also diesen Sommer verpflichtet? Xhaka, um das seit Gilbertos Weggang nicht gefüllte Loch im Mittelfeld zu stopfen. Holding, einer für die Zukunft in der Innenverteidigung, der sich aber bisher sehr, sehr gut angestellt hat. Mustafi, um Koscielny und Mertesacker zu entlasten und vielleicht sogar Gabriel ein wenig zu helfen. Dann Lucas Pérez, der dringend benötigte Stürmer, schnell, zielsicher und laufstark.
Im Tor haben wir Cech und Ospina. Emiliano Martínez sollte dieses Jahr noch keinen von beiden bedrängen können. Die Verteidiger sind Debuchy, Bellerin, Jenkinson, Chambers, Holding, Mertesacker, Gabriel, Koscielny, Mustafi, Gibbs und Monreal. Die Optionen im Mittelfeld sind noch beeindruckender: Ramsey, Xhaka, Elneny, Cazorla, Coquelin, Wilshere und natürlich Özil. Dann der Angriff: Alexis, Giroud, Lucas, The Jeff, Ox, Gnabry, Welbeck, Walcott, Iwobi und Akpom.
Wir alle wissen, dass es jedes Jahr eine Krise gibt, weil irgendwo die Spieler fehlen und dann müssen wir irgendwelche wild zusammengewürfelten Partnerschaften wie Flamini-Ramsey letztes Jahr ertragen. Aber mit diesem Team ist das kein Problem: Wilshere, Ramsey und Cazorla sind verletzt? Kein Problem, Elneny und Xhaka hinter Özil, Coquelin auf der Bank. Walcott und Ox wissen nicht mehr, in welche Richtung sie rennen müssen, um so wenig wie möglich im Weg rumzustehen? Lass einfach Alexis und Lucas auf den Flügeln für Giroud arbeiten, Gnabry kann immer noch in der 70. Minute eingewechselt werden. Koscielny leistet Merte und Gabriel im Lazarett Gesellschaft? Holding und Mustafi halten den Strafraum sauber und dann gibt es auch noch Chambers, falls sich einer von den beiden auch noch verletzt, etwas, das wir als Arsenal-Fans nie ausschließen sollten.
Warum also verleihen wir Wilshere ohne Option, ihn wieder zurückzuholen? Was in der Welt reitet Serge Gnabry, dass er, anstatt irgendwohin ausgeliehen zu werden, unbedingt nach Bremen verkauft werden will (Natürlich hier nichts gegen die Stadt oder den Verein, aber Arsenal und Werder sind inzwischen zwei andere Level)? Calum Chambers auszuleihen ist der einzige halbwegs nachvollziehbare Schritt, da er in seinem Alter und auf seiner Position unbedingt Zeit auf dem Platz braucht, den er, nachdem er auch noch hinter Holding zurückgefallen ist, bei uns nicht bekommen würde. Gedion Zelalem darf nicht der sein, der unseren verzweifelten Versuch trägt, die beiden Manchester-Clubs im Rennen um den Titel auszustechen.
Warum machen wir es uns immer so schwer?
North London Is Red
Ich war noch nicht einmal am Leben, als Tottenham das letzte Mal über Arsenal die Saison beendete. Seit 21 Jahren schafft es dieser Möchtegern-Top-Club nicht, mehr Punkte zu sammeln als wir. Und selbst in der Saison, in der wir seit Januar nicht mehr ordentlich gespielt haben, mit der alljährlichen Verletzungskrise und ohne verlässlichen Torschützen, selbst dann sind sie unfähig, die letzten paar Schritte zu gehen. Ja gut, Mai ist nicht unbedingt Sommer, aber ich werde keine Möglichkeit auslassen, noch einmal daran zu erinnern, wie glorreich dieser Zusammenbruch war: Gegen ein Newcastle, das bereits abgestiegen war, das eigentlich nichts mehr hatte wofür es spielen könnte, das ab der 67. Minute nur noch zu Zehnt auf dem Platz stand und zu diesem Zeitpunkt nur 2-1 vorne lag… Gegen dieses Newcastle brauchten sie nur einen einzigen Punkt und haben letztendlich 1-5 verloren. Und dann guckt man sich an, wie viele FA Cups (12-8) und Meisterschaften (13-2) Arsenal und Tottenham jeweils gewonnen haben und man sieht deutlich, dass Nord London rot war, ist und immer bleiben wird.

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geschrieben von Norman E.


Ja, auch ich gehöre zu der ‚Sportschau-am-Sonntag-berichtet-vom-englischen-Fußball’-Generation. Das war Ende der Achtziger. Zu der Zeit mischte ein Hamburger Traditionsverein mit seinem staubigem Millerntor gerade kräftig die Bundesliga auf. Und ich mischte jedes Wochenende mit – ganz nach dem Motto ‚Support gegen den Abstieg’. Und eine der wahrscheinlich ersten internationalen Fanfreundschaften befand sich in der Entstehung. Nicht zuletzt durch Reiseberichte im Fanzine ‚Millerntor Roar’ entwickelte sich zwischen den Fans des FC St. Pauli und Celtic Glasgow eine innige Verbindung, die bis heute Bestand hat. Die Faszination eines grünweißen stimmgewaltigen Supports durfte ich später während der UEFA-Cup Spiele in Köln und Dortmund erleben und sie packte auch mich. Allerdings hing ich ja bereits 1989 sonntags gegen 18.00 Uhr vor der holzumkleideten Flimmerkiste, um das Herzschlagfinale in der Football League zu verfolgen– ‚It’s up for grabs now!’ und die Analysen von Tony Woodcock brachten ein Flair der scheinbar unerreichbaren englischen Atmosphäre in unser Wohnzimmer.

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Im Jahre 1993 am 17. Mai war es dann soweit. Ich ging zu einem Heimspiel der Gunners. Und es sollte nicht der einzige 17. Mai bleiben, den ich mit Arsenal verbrachte.

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Meine Freundin und ich begaben uns also im Mai ’93 zu einem 6tägigen Aufenthalt nach London, fußballtechnisch nur ausgerüstet mit unseren Totenkopfpullis. Als wir unser B&B  betraten, lief auf Kleinbildschirm  am Empfang gerade das FA-Cup Finale zwischen Arsenal und Sheffield Wednesday, bzw. dessen erster Teil. Da das Spiel nach Verlängerung mit einem sehr zähen 1-1 zu Ende ging, sollte es 5 Tage später zum Replay kommen. Wir hatten englischen Fußball eigentlich eher nicht in unsere Sightseeing-Pläne aufgenommen. Zumal die Saison ja schon vorbei war. ‚Aber wieso eigentlich nicht Wembley?’, dachten wir uns spontan. Woher aber Tickets bekommen? Der Tipp, dass man bei den Zeitungs- und Souvenirhändlern immer fündig würde, entpuppte sich als Mythos. Und das Angebot des Zeitungshändlers direkt am Big Ben, Tickets für einen 3stelligen Betrag besorgen zu können, lehnten wir dankend ab. Also fuhren wir unter der Woche lieber in Richtung Highbury um dort unser Glück zu versuchen. Bereits auf dem Weg zum Stadion überholten uns einige Autos mit Arsenal-Fans und am Stadion schockte uns eine unfassbar lange Schlange vor den Tickercountern. Die traditionelle Warteschlange vor der Tube in der 85. Minute eines Heimspiels war nichts dagegen. Wir sahen unsere Chancen auf dem Nullpunkt und gingen wir erst einmal zum Stöbern in den Arsenal-Shop am Clock End. Dort erfuhren wir, dass es noch Left Over-Tickets für das Replay am kommenden Morgen ab 9.30 Uhr geben würde. Wenn wir so um 6.00 Uhr da wären, hätten wir gute Chancen. Ja, sicher…na gut, dann war eben ‚früh ins Bett gehen’ angesagt. Aber weshalb waren dann am heutigen Abend in N5 noch so viele Menschen unterwegs?  Die Antwort war so einfach wie auch überraschend. Der frischgebackene und erste Meister der Premier League Manchester United gab sich die Ehre, ein Testimonial gegen Arsenal zu bestreiten, und zwar das ‚David O’Leary Farewell Match’. Der irische National- und Rekordspieler bei Arsenal sollte in seiner letzten Saison für die Gunners mit einem Abschiedsspiel entsprechend gewürdigt werden. Bis heute hält O’Leary mit insgesamt 722 Einsätzen den einsamen Vereinsrekord. Verdient hatte er es sich also. Aber zwei Tage nach dem FA Cup Final Teil 1 und vier Tage vor dem FA Cup Final Teil 2 tatsächlich noch ein Testspiel? Tja, man muss eben Prioritäten setzen.

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Tatsächlich ergatterten wir noch 2 Tickets für 10 anstatt 4 Pfund und das Spiel bot alles, was man sich wünscht: ein ‚leistungsgerechtes’ 4-4, einen beeindruckenden Kader des Champions, viele amüsante wie auch emotionale Momente und nicht zuletzt ein Tor von O’Leary himself. Und trotzdem war im Nachhinein etwas anderes das ganz Besondere bei diesem Stadionbesuch. Ich meine den Moment, als wir das Arsenal Stadium betraten und im Clock End Platz nahmen bzw. einfach stehen blieben. Das Clock End war zu diesem Zeitpunkt nämlich noch eine Stehplatztribüne, die bis an den East und West Stand heranreichte. Die Blöcke waren durch massive Zäune getrennt, über die heute wohl niemand mehr freiwillig  drübersteigen würde. Vom Millerntor kannte ich es nicht anders. Aber hier im Highbury sollte es das letzte Spiel mit Stehplätzen sein. Die North Bank stand kurz vor der Fertigstellung als reine Sitzplatztribüne. Sie war noch von der berüchtigten, viel zu klein geratenen Holzwand verdeckt, auf der die zukünftige Tribüne als Gemälde den Eindruck eines vollen Stadions vermitteln sollte. Dass zunächst fast nur hellhäutige Zuschauer abgebildet waren, hatte bekanntlich für einige Unruhe und Retusche gesorgt. Auch die Werbung für die überteuerten Bonds stieß auf Unmut, der in einem relativ erfolgreichen Widerstand der Fanszene mündete. Die Auswirkungen des Taylor Reports waren deutlich spürbar und das Spiel daher mit 22,117 Zuschauern so gut wie ausverkauft. Verhältnisse wie am Millerntor möchte man meinen. Mitnichten, wenn man bedenkt, wer sich da gerade vor einem auf dem Platz befand, und dass es keinen Zaun zwischen uns und dem Spielfeld gab. Ach ja, ein gewisser Ryan Giggs war auch schon dabei (und hat sich damals schon nicht den Nacken ausrasiert). Als Andenken wurde sich noch schnell das Matchprogramm besorgt. Am Abend vor unserem Rückflug wurde dann noch 119 Minuten gebangt und gezittert, ehe Andy Linighan per Kopf für die Erlösung und den 7. Titel für O’Leary mit Arsenal an dessen letztem Spieltag für die Gunners sorgte. Für eine fußballfrei geplante Woche eine ziemliche Gratwanderung, die mich so schnell nicht losließ.
Die Zuneigung für den Club resultierte u.a. in einigen Berichten in verschiedenen Fanzines und in der Gründung des Fanclubs ‚Sankt Pauli Gunners’, der auf Schalke sogar den 5. Platz bei der Deutschen Fanclubmeisterschaft erreichte. Der Fanclub ermöglichte es uns auch, regelmäßig eine ordentliche Anzahl an Karten aus London zu erhalten. Das Internet bestand damals übrigens aus Anschreiben, Briefmarke und Verrechnungscheck.  Zudem ergab sich bald die Chance, in die sogenannte Ticket Registration Scheme aufgenommen zu werden, dem Vorläufer der heutigen Silver Membership.

Mein erster richtiger Kontakt zu Arsenal Germany entstand übrigens erst beim CL-Spiel im Schneetreiben von München mit einer handfesten Schneeballschlacht im Olympiastadion.  Man kannte sich vorher halt so vom sehen (und dem FCSP).
Und plötzlich war auch der 17. Mai wieder da. Auf den Tag genau 13 Jahre nach meinem ersten Mal flogen wir gemeinsam am 17. Mai 2006 nach Paris und mussten eine bittere Niederlage gegen Barcelona miterleben. Die Ereignisse in den Katakomben des Stade de France nach Abpfiff retteten allerdings den gebrauchten Abend, nicht wahr Mr. Davis?!

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Im vergangenen Jahr, ebenfalls am 17. Mai und dieses mal 21 Jahre nach meinem ersten Spiel, ging es für mich wieder nach London. Zum FA Cup Finale gegen Hull City. Das Ergebnis ist allen gut bekannt, wobei ich dieses mal glücklicherweise nicht bis zur 119 Minute warten musste. Vielmehr waren es 9 ganze Jahre auf den nächsten Titel. Abgerundet wurde das erfolgreiche Wochenende von einer tollen Parade bei grandiosem Wetter. Aber „dieser eine Moment“, den gab es schon während des Spiels gegen Hull in Wembley. In der Halbzeitpause kam ich mit meinen Platznachbarn ins Gespräch. Wir amüsierten uns über die älteren Herrschaften mit Ihrem lang gezogenen ‚Sit dooooown!’ und über die Stewards, die kläglich versuchten, dieser Forderung während eines Pokalfinales nachzukommen. Als ich erwähnte, dass ich aus Hamburg angereist war, riefen meine Platznachbarn gleich mal Ihre Verwandten aus Hamburg Eppendorf an! Und die erste Frage, die vom anderen Ende der Leitung an mich gestellt wurde, war dieses typische „HSV oder St. Pauli?“… Natürlich wollten meine Londoner Nachbarn auch wissen, wie ich denn zu Arsenal gekommen sei. Also erzählte ich die Geschichte vom 17. Mai 1993. Das Pärchen neben mir guckte sich lachend an und antwortete mit einem breiten Grinsen „ Oh, das David O’Leary Farewell Match? Das war auch unser erstes Spiel von Arsenal!“

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Heute vor genau 26 Jahren ist was passiert? Arsenal hat gegen den eigentlich schon feststehenden „Meister“ Liverpool in letzter Sekunde das entscheidende 2:0 erzielt („Thomas – it’s up for grabs now“). Was ein Tag das gewesen sein muss! Hoffentlich machen wir es am Samstag nicht ähnlich spannend aber der Cup hat – wie man weiß – seine eigenen Gesetze. Auf jeden Fall werden wir das mit zwischen 60 und 100 Gooners erleben dürfen.

Hier noch kurz ein paar aktuelle Infos zum Tagesablauf am Samstag:

Für diejenigen, die schon bei der Bootstour dabei sind:

Pre-Treffpunkt
Barley and Malt
Deichstraße 36
ab 11 UHR

Für diejenigen, die direkt zur Bootsfahrt kommen, da sie pünktlich anreisen:

Ablegestation
Pontonanlage im Binnenhafen
An der Straße Hohe Brücke 2
20459 Hamburg
(gegenüber der Einmündung Deichstrasse)

Das Boot legt um 12 Uhr ab. Seid zeitig da!

DIE BOOTSFAHRT IST RESTLOS AUSGEBUCHT! SORRY!

Für diejenigen, die direkt zum Pub wollen:

Paddy’s Bar
Schauenburger Str. 40
20095 Hamburg

(Ab 16 Uhr – bitte frühzeitig erscheinen. Es wird RICHTIG VOLL !!!)

Wir freuen uns riesig auf Euch! COYG!!!

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Der Rekord ist geschafft, das 19te FA Cup Finale steht!

In einem für Arsenal Fans eher anstrengenden Spiel – inklusive extra Nervenkitzel durch Verlängerung -konnte sich Arsenal letztendlich doch durchsetzen. 

In der 39. Minute ging man durch ein Tor von Alexis nach Traumpass von Özil relativ verdient in Führung. Kurz nach der Halbzeit kam Reading durch den viel zu freistehenden McCleary zum Ausgleich.

In der Nachspielzeit gelang dann durch ein weiteres Tor von Alexis und krassem Patzer von Keeper Federici endlich der erlösende Siegtreffer. Der eher harmlose Schuss aus spitzem Winkel von Alexis kullerte dem australischen Keeper durch die Beine. Wie schon beim ersten Treffer kam die Vorarbeit von Özil. Insgesamt hatte Arsenal mehr vom Spiel, 74% Ballbesitz standen am Ende auf dem Papier.

Özil machte trotz sehr harter Gangart von Reading ein super Spiel. Insgesamt machte Arsenal viel zu wenig aus ihren Gelegenheiten, Mertesacker kam ein paar Mal nach Ecken von Özil an den Ball und hätte mehr daraus machen können. Auch Gabriel, der in der zweiten Halbzeit für den angeschlagenen Mertesacker kam, ließ eine Riesenchance durch eine völlig freistehende Kopfballchance liegen. Ramsey vergab zusätzlich eine dicke Doppelchance, bei der er den Nachschuss nur an den Pfosten setzen konnte.

Debuchy gab nach langer Verletzungspause sein Comeback und Geburtstagskind Szczesny machte ein paar gute Saves, sah allerdings beim Gegentor nicht unbedingt gut aus, obwohl der Volley mit Aufsetzer aus kurzer Distanz auch sehr tückisch und abgefälscht war.

Wie auch immer – am Ende steht die 19. Finalteilnahme. Das ist Rekord auf der Insel und die Chance auf den 12. FA Cup Sieg – auch das wäre Rekord – lebt weiterhin.

Im Finale geht’s dann gegen Aston Villa.

Wembley wir kommen!

Finn the Gooner

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Die Woche ist bis dato aus dem Blickwinkel eines Gooners recht langweilig gewesen. In der Champions League haben wir ja leider schon die Segel gestrichen. Somit konzentriert sich unser gesammeltes Interesse auf das Spiel am Samstag, das Halbfinale des FA-Cup im Wembley (LIVE auf Eurosport). Nichtsdestotrotz können wir ja ein wenig abschweifen:

Wer bekommt Kloppo?
Eine Frage, die gestern intensiv in der Whatsapp-Gruppe diskutiert wurde. Noch bevor die PK stattgefunden hatte, ging man von einem „Sabbatical“ aus so dass Jürgen danach Wenger beerben könnte. Wird so nicht kommen, denn Klopp wies die Aussicht einer Ruhepause von sich. Fakten-Edu’s These eines Burnout scheint somit – zumindest erstmal – widerlegt.

Was kommt nun? Während die gesammelte Hipster-BVB-Fanfraktion um Timo-Hilger und Johanna-Miley-Mandy bereits begonnen hatte, Trikots, Fahnen und sonstige Fan-Utensilien fein säuberlich ins ewige Höllenfeuer zu werfen, fiel bei uns ziemlich schnell ein Name: Manchester Citeh. 

Pellegrini’s Zeit dürfte nach der Saison um sein und die Scheichs brauchen demnach einen neuen Trainer. Da Pep erstmal noch in München bleibt und Hoeness tatsächlich nicht mit Wrestling-Musik die PK stürmte um Klopp direkt seinen FCB-Vertrag vorzulegen (©Edu), könnte es Klopp für die Citizens werden. Arsenal fällt wohl erstmal raus, wobei das tatsächlich Sinn machen würde. Außer Kloppo nimmt den Assistenzposten an und lässt sich von Arsene mal zeigen, wie man aus Stars eine Mannschaft formt (sorry, an die BVBler aber das mit der Starintegration hat bei Euch nicht so ganz funktioniert – siehe aktuellen Tabellenplatz und Immobile sowie Mkhitaryan). Man City also – wir bleiben gespannt.

Der FC Bayern hat die beste Innenverteidigung der Welt – ernsthaft
Immer lustig, wenn bei uns gegen Merte gewettert wird und dann muss man sich Dante über 90 Minuten ansehen (inklusive perfekter Danny Rose-Impression). Wenn es bei den Bayern mal nicht läuft, dann halt aber mal so gar nicht. Das Mario Götze bei denen nicht so richtig funktioniert, wurde gestern auch wieder ersichtlich. Wäre der mal in Dortmund geblieben…

Bei all dem sollte die Leistung von Porto nicht geschmälert werden. Die haben den Bauern (sorry, Bayern) das Leben zur Hölle gemacht und mit dem teuflischen Dreieck Quaresma-Brahimi-Martinez ganz schön für Furore gesorgt. Dieser Martinez könnte sich gut bei Arsenal machen. Arsene?

Paris Est Zlatan!
Der durchweg sympathische Schwede musste gestern gegen Barca wegen der völlig unberechtigten roten Karte aus dem Chel$ki-Spiel aussetzen. Leider konnte PSG das kein bisschen kompensieren und so ging man zuhause sang-und-klanglos mit 1:3 gegen die Blaugrana unter (Doppelpack von Suarez inklusive). In der Liga ist Zlatan nach dem „Scheiß Frankreich“-Vorfall für 4 Spiele gesperrt worden, was die Meisterschaftschancen von Paris ebenfalls deutlich schmälert. Egal – dafür hat er einen eigenen Rap-Song:

Das wichtigste zum Schluß – WEMBLEY!
Samstag, 18:20 CET FA-Cup Halbfinale im Wembley: Reading VS The Arsenal.
Unser diesjähriger Glücksbringer Carsten B. ist im Stadion. Das kann nur Gutes bedeuten. Eigentlich gibt es zu dem Spiel noch nicht viel zu sagen. Uns allen wird bewusst sein, dass das ein heisser Kampf wird (siehe Wigan letztes Jahr). Egal, denn „She Wore, She Wore…“

Einwurf: Vielleicht läuft Martin Keown’s Sohn am Samstag für Reading auf. Der hat uns am Montag schon nicht so viel Glück gebracht. Er köpfte das spielentscheidende 1:0.

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Jedes Jahr zwischen Januar und März, wenn es sehr schief läuft auch im April, also immer dann ,wenn Arsenal mal wieder droht den Anschluss an die Top 4 zu verlieren, steigt ein ganz bestimmter Tscheche wie ein Phönix aus der Asche. Für 2-3 Monate wird dann eines der größten Ex-Talente Europas zu Ronaldinho und verzaubert jeden mit No-look-passes, Übersteigern, genialen Pässen und unglaublichen Volleys. Aber wieso hat Tomas Rosicky diese Form noch nie über Monate oder sogar Jahre gehalten?

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Schon mit 8 Jahren ist Rosicky von einem kleinen Klub in Prag zu Sparta Prag gewechselt. Er kam dort schnell ins erste Team und gewann 2 Meisterschaften. Durch sehr gute Leistungen lockte er die größeren erosicky2uropäischen Klubs an und wechselte im Januar 2001 für damals enorme 15 Millionen Euro zum BVB. Er avancierte sofort zum Leistungsträger und gewann die deutsche Meisterschaft und stand im UEFA-Cup Finale auf dem Platz. Da der BVB in finanzielle und sportliche Probleme geriet, mussten die Stars verkauft werden. Trotz Interesse von Chelsea verpflichtete Arsenal Rosicky im Sommer 2006 für 10 Millionen Euro. Dann fing alles an, schief zu gehen. Nach einer durchwachsenen ersten Saison verletzte sich Rosicky und fiel für fast ein Jahr aus, was ihn auch die EM 2008 kostete. Durch seine Verletzung wirkte er auch in der Saison 2009/2010 nicht wirklich mit. Sein Tiefpunkt war die Saison 2012/2013, als Rosicky wettbewerbsübergreifend nur auf 16 Einsätze kam. Seitdem konnte er sich durch die Ankunft von Cazorla und Özil nie wirklich einen Startplatz erspielen, auch wenn er immer wieder mal in die Mannschaft durchbrach. Zu diesen Gelegenheiten spielte der „kleine Mozart“ dann wie befreit und schoss Tore, die noch für Monate auf Twitter und Vine kursieren würden. Er war es, der den Sieg gegen die Spurs im FA Cup sicherte und Arsenal den Weg ins Finale ebnete. Doch mit 34 (er ist, kaum zu glauben, der älteste Spieler des Klubs) ist er nicht mehr so frisch und ausdauernd wie früher, noch dazu ist die Premier League sehr körperbetont und Rosicky ist vieles, aber nicht der große Bruder von Hulk.

Was wäre gewesen, wenn Rosicky nicht so sehr vom Verletzungspech verfolgt worden wäre? Das kann niemand mit Klarheit sagen, aber man kann vergleichen: Theo Walcott ist ein halbes Jahr vor Rosicky zu den Gunners gewechselt und hat von allen Spielern im ersten Team am öftesten gespielt. Walcott ist, wenn fit, einer der besten Rechtsaußen der Liga und in Englands Nationalteam definitiv gesetzt. Beide werden von den Fans geliebt, Rosicky ist mit seiner Liebe zum Rock und seinen regelmäßigen Auftritten in der Arsenal-Band zur Identifikationsfigur geworden. Ohne sein Pech wäre Rosicky vermutlich eine der Legenden des Vereins, aber so wie es jetzt aussieht wird er wohl nur eine Randnote bleiben, wenn auch eine sympathische und ab und zu geniale.

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