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Mesut kann viel mehr

Mesut Özil. Die Vorlagen-Maschine. Der Motor im Offensivspiel des Teams. Der kreative Künstler. Ein Edel-Techniker. Aber auch der, der den Abschluss meidet oder gute Chancen zu schwach abschließt. Das war so ziemlich, was sein Spiel ausgemacht hat. Wunderschöne und vor allem viele Vorlagen, aber auch immer wieder Frustration bei der Torquote. Seine beste Saison war offensichtlich die letzte, als er 20 Tore auflegte. In beiden Saisons davor konnte er insgesamt 23 Vorlagen geben, wobei er in 14/15 auch lange verletzt und grade erst von der Weltmeisterschaft zurückgekehrt war. Tore waren für ihn im rot-weißen Trikot der Gunners bislang eher Mangelware: 8 in 2015/2016, 5 in 2014/2015 und 7 in 2013/2014. Aber diese Saison dreht er auf: In nur 12 Spielen hat er bereits 7 Tore gemacht. Dabei würde man bei einem Spieler seiner Klasse und mit seiner fantastischen Ballkontrolle erwarten, dass er häufiger den Kasten trifft. Aber diese Qualitäten setzte er bisher lieber vor dem Strafraum ein. Durch die Herausbildung von Alexis als Stürmer hat sich jedoch eine Lücke aufgetan. Da der Chilene gerne tief ins Mittelfeld fällt um sich den Ball zu holen, ist Platz für Spieler im Strafraum. Dieses offensichtliche Loch ist für viele Verteidiger, die normalerweise gegen einen zwar nicht statischen, aber doch erkennbaren Stürmer spielen, ziemlich unangenehm. Wenn sie Alexis folgen, bleibt eine offensichtliche Lücke in der Abwehrreihe. Und genau das nutzt Özil aus: Da er nicht ständig um die Verteidiger herumwuselt, erkennen diese nicht sofort, wenn er in gefährliche Positionen vorstößt. Und dann kommt so etwas wie Özils wunderschönes Tor gegen Swansea zustande. Er spielt in den Räumen, die Alexis durch seine bloße Abwesenheit zu gefährlichen Räumen macht. Und wenn er dann vor dem Tor steht, dann ist er jetzt auch endlich, wahrscheinlich durch ein gesteigertes Selbstvertrauen, in der Lage, so abzuschließen, wie es ihm gefällt. Meist kommt dann etwas Wunderschönes dabei heraus.

 

Ignorieren wir doch mal Liverpool

… denn dann sieht die Saison viel schöner aus. Dann sind wir ungeschlagen, sowohl in der Liga, als auch im EFL Cup, als auch in der Champions League. Aber wie knapp es doch manchmal war! Besonders gegen Swansea und Burnley hätte es auch anders laufen können. Gegen Burnley war es dieses merkwürdige vielleicht-Handball-vielleicht-Abseits Tor von Koscielny-oder-Oxlade-Chamberlain, das uns in der Nachspielzeit gerettet hat. Und das Spiel hätten wir auch genau so gut verlieren können, wenn Vokes seine Chancen verwertet hätte. Gegen Swansea haben wir es uns selbst schwer gemacht: Das Schießen der Tore war an sich kein Problem, da Swansea unter dem neuen Trainer in der Verteidigung noch nicht ganz abgestimmt war. Aber was für einen Kram wir uns in der eigenen Hälfte zusammengespielt haben! Xhaka gibt mit tödlicher Präzision kurz vor dem eigenen Strafraum den Ball an Sigurdsson, der, zugegebenermaßen, wunderschön abschließt. Und dann ein Fehler, der sonst bisher gut zusammenarbeitenden Kostafi-Kombination, durch den Bastón ungehindert einschieben konnte. Dankenswerterweise hat Xhaka es dann tatsächlich noch für nötig gehalten, sich für ein eigentlich eher gelbwürdiges Foul vom Platz stellen zu lassen, nur weil er zufällig nicht Tottenhams Trikot trägt, die ja für derartige Vergehen höchstens verwarnt werden. Die verbleibenden 20 Minuten waren dann höchst unangenehm, wie es üblich ist, wenn ein Team sowieso schon nervös ist und dann auch noch ein Spieler Rot sieht. Glücklicherweise haben wir überlebt, auch wenn es leicht hätte schief gehen können. So verbleiben wir mit einer (fast) weißen Weste. Und sind es, laut Klischee, nicht diese knappen, fast unverdienten Siege, die einen zum Meister machen?

 

Immer noch nicht perfekt

In drei der 15 letzten Spiele gingen wir nicht als Sieger vom Platz. Diese Spiele sind allerdings nicht wirklich in ein Muster einzuordnen: Gegen Leicester war 0:0 das einzige gerechte Ergebnis. Keins der Teams sah so aus, als wollte es ein Tor schießen. Gegen PSG waren wir das schlechtere Team und hatten Glück, dass Edinson Cavani wie Edinson Cavani gespielt hat. Und gegen Middlesbrough ist passiert, was schon gegen Southampton, Burnley und Swansea hätte passieren können. Denn in allen diesen Spielen haben wir nicht dem Gegner zahlreiche Chancen präsentiert. Hätten unsere jeweiligen Kontrahenten ein wenig besser abgeschlossen oder diesen einen kleinen Fehler beim Verteidigen nicht gemacht, dann wären diese Spiele genau so wie das Spiel gegen Boro geendet. Und auch da hatten wir Glück, das Spiel nicht zu verlieren, denn Adama Traoré hat uns ziemliche Probleme bereitet, auch wenn er wirklich keinen Plan vom Toreschießen hat. Genau so wie gegen Burnley hatten wir hier ziemliche Probleme, die gut organisierte Abwehrreihe der Aufsteiger zu durchbrechen. Das ist sogar recht einfach zu erklären: Wenn keiner versucht, Alexis ins Mittelfeld zu folgen und mögliche Fehler eines Verteidigers durch zwei tief stehende Mittelfeldspieler ausgeglichen werden, dann funktioniert nichts. Und genau da fehlte halt ein Giroud, der Kopfballduelle gewinnt und durch seine Physis Räume öffnet, anstatt durch seine Bewegung. Was er bringen kann, konnte man gegen Sunderland sehen, als er nach seiner Einwechslung mit seinen ersten zwei Ballberührungen gleich mal zwei Tore gemacht hat.

 

20 bleibt 20

Alex Iwobi war unauffällig. In den Jugendteams hat er zwar gut gespielt, aber kaum gezeigt, dass er das Zeug zum Premier Leauge-Spieler hat. Er wurde immer als harter Arbeiter und entschlossen bezeichnet. Aber niemand hat ihm in einem Team mit Dan Crowley, Gedion Zelalem und Chuba Akpom wirklich den Durchbruch zugetraut. Aber dass Arséne Wenger ihn schätzte, ist allein daran zu sehen, dass er Iwobi schon 2013 in den Kader für ein Capital One Cup-Spiel berief. Und spätestens seit Frühling diesen Jahres ist klar, warum. Der nigerianische Nationalspieler entlastet Özil durch seine Kreativität und seine Beweglichkeit. Iwobis Ballkontrolle ist hervorragend, was unter anderem gegen Swansea zu sehen war, als er sich um vier Spieler herumspielte, wobei seine Flanke dann nicht ganz Alexis erreichte. Und genau da ist auch das Problem: Genau wie Alex Oxlade-Chamberlain muss Iwobi, der bereits als 8-jähriger seinen ersten Vertrag bei Arsenal unterzeichnete, an seinem „finalen Ball“ arbeiten. Während er durch Kurzpässe regelmäßig Innenverteidiger verzweifeln lässt, ist sein Abschluss und auch seine Fähigkeit, Flanken zu schlagen absolut verbesserungswürdig. Dazu kommt, dass er seinen Linksverteidiger sehr oft alleine lässt, worunter auch Nacho „Mr. Consistent“ Monreals Leistungen in letzter Zeit leiden. Aber er ist erst 20 und es ist zu erwarten, dass er, wie momentan, ab und zu eine weniger erfolgreiche Phase durchmacht. Dass er trotzdem wichtig für den Erfolg dieser neuen Offensive ist, hat Tim Stillman wunderschön in seiner Kolumne für arseblog dargestellt. Letztendlich kann keiner von einem 20-Jährigen erwarten, dass er fehlerlos und ohne Formtiefs spielt und wenn er sich so entwickelt wie bisher, sollte einem Stammplatz im Team nichts im Weg stehen.

 

round and round and round it goes, where it stops, nobody knows

Wie haben wir gestöhnt! Letzes Jahr? Nicht genug Qualität im Mittelfeld. Das Jahr davor? Nur drei Innenverteidiger. 2013/2014? Keine ordentlichen Stürmer. Und endlich, endlich, scheint es so, als gäbe es keine klaffenden Löcher in unserem Kader. Torwart? Kein Problem, da haben wir drei gute. Verteidigung? Das wird noch zum Problem, wenn Merte zurückkommt, aber nicht weil wir zu wenige Spieler haben, sondern zu viele. Im Mittelfeld haben wir mehr Optionen als Photoshop. Im Sturm hätten wir rein theoretisch keine Probleme, wenn sich nicht unsere Stürmer abwechselnd verletzen würden, wobei das bisher auch noch keine Punkte gekostet hat. Wir können gegen Reading fast die gesamte Mannschaft austauschen und trotzdem ungefährdet 2:0 gewinnen. Wenn Walcott verletzt ist, kommt Oxlade-Chamberlain und liefert gute Leistungen ab. Wenn Santi Cazorla mit seinem Achilles-Problem von der Tribüne aus zuschauen muss, kontrolliert halt Elneny das Spiel aus dem Mittelfeld. Auf der Linksverteidiger-Position wechseln sich Monreal und Gibbs ab, ohne dass es zu großartigen Ausfällen kommt. Carl Jenkinson versucht, Hector Bellerin den Platz streitig zu machen und rein konzeptionell wäre da auch noch Mathieu Debuchy, der scheint aber schwieriger aufzufinden zu sein als Paul Pogba in Uniteds Mittelfeld. Und selbst im Sturm kann es klappen: Giroud hat gegen Ludogorets gezeigt, dass er durchaus eine potente Option ist und auch Lucas Perez ist eine Alternative zu Alexis. Die Saison ist lang und irgendwann wird uns wahrscheinlich die Verletzungskrise erwischen, wie jedes Jahr. Dann wird es schön sein, sich nicht auf Spieler aus der U21 verlassen zu müssen.

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Es gibt noch Liebe in der Welt

Wie wunderbar diese letzte Woche im September doch war. Unzählige Liebesbekundungen bevölkerten das Netz, keine sogenannte „Legende“ versäumte es, von der BBC, ITV, BTSport oder Sky interviewt zu werden und seinen Senf dazuzugeben und all der Hass und all die Beschimpfungen, die sonst in Wengers Richtung gehen, verstummten, wenigstens für die paar Tage vor dem 1. Oktober.

Für die Fans meiner Generation muss Wenger eine zentrale Bedeutung einnehmen, denn schließlich haben wir keinen Anderen gekannt. Als ich geboren wurde hat der Franzose bereits das Double gewonnen und den englischen Medien gezeigt, dass ausländische Manager durchaus das Zeug dazu haben, in der Premier League zu trainieren. Er war gerade dabei, den Fußball auf der Insel maßgeblich zu verändern, indem er den sogenannten „Schlaf“ und ein altes chinesisches Wundergericht namens „Nudeln“ nach Nord-London brachte. Wenger stöberte Talente wie Patrick Vieira, Nicolas Anelka, Thierry Henry oder auch Kolo Touré auf und half Spielern wie Emmanuel Petit oder Ray Parlour ihr Potenzial zu erreichen, die zwar vor der Zusammenarbeit mit Wenger schon durchaus gute Leistungen gezeigt hatten, aber nicht die Höhen erreichten, die sie unter Wenger erreichen sollten. Als ich dann eingeschult wurde, hatte Wenger bereits das erreicht, was von der gesamten englischen Öffentlichkeit für „unmöglich“ erklärt worden war: Eine gesamte Saison ungeschlagen zu bleiben. Die gesamte Mannschaft kann heute nur als legendär bezeichnet werden und wahrscheinlich wird diese Leistung nie wiederholt werden. In den darauffolgenden Jahren schaffte Wenger es, trotz Stadionbaus und finanziellen Einschränkungen, immer und immer wieder in die Top 4 zu kommen und so die Grundlage für den Erfolg zu legen, der mit dem FA-Cup Sieg 2014 begann und hoffentlich in naher Zukunft mit Liga-Titeln und vielleicht sogar europäischen Pokalen fortgesetzt wird. Dieses FA-Cup Finale war das Highlight meiner, vergleichsweise kurzen, Karriere als Arsenal-Fan und Aaron Ramsey wird allein für dieses Tor und den folgenden Moment des puren Glücks in Arséne Wengers Gesicht immer einen Platz in meiner Favourite Arsenal XI haben.

Ich kannte zu keinem Zeitpunkt einen anderen Arsenal-Manager als Arséne Wenger. Dieser Mann ist für meine besten Erinnerungen an die Kanoniere verantwortlich, aber auch für die, die ich am liebsten vergessen würde. Ich habe von ihm gelernt, ich habe ihn geliebt, ich wollte ihn manchmal einfach nur anbrüllen, vor allem aber hoffe ich, dass er das Karriereende hat, das er sich wünscht. Denn Arséne Wenger liebt Arsenal und er weiß ganz genau, was dieser Club den Fans bedeutet. Er ist einer der intelligentesten Manager der Welt und wenn eines seiner Teams erstmal losgelegt hat, ist es sehr schwer zu stoppen. Also lasst uns hoffen, dass wir dieses Jahr von der üblichen Verletzungskrise verschont bleiben und diese ölschlürfenden Superverdiener aus Manchester ordentlich unter Druck setzen können. Wenn wir immer so spielen wie im September wird das kein Problem

 

Wenn Theo will, dann kann er auch

Theo Walcott. Das ewige Talent. Der Mann, der im Alleingang drei Verteidiger abfertigen kann und dann in der nächsten Minute zwei Meter vor dem Tor die Nerven verliert und den Ball direkt in die Arme des Torhüter passt. Der, der letztes Jahr zuerst zentral im Sieg gegen Manchester United ist und sich dann den Rest des Jahres scheinbar vor Bällen in seine Richtung fürchtet. Der nie daran denkt, nach hinten mitzuarbeiten. Dieser Theo Walcott hat sich jetzt, entgegen seiner jahrelangen Rufe, dafür entschieden, dass er doch viel lieber auf der rechten Seite spielt. Was haben wir gelacht, als er das verkündet hat. Aber es sieht so aus, als hätte er sich hingesetzt und sich Gedanken gemacht. Arséne Wenger hat wohl ein ausgedehntes Gespräch mit ihm geführt, Walcott selbst sagt, dass ihm das enorm weitergeholfen hat, wobei Wenger dazu sagt, dass es „zu 95% Theos Verdienst ist“. Spätestens mit der Verpflichtung von Lucas Perez muss er gemerkt haben, dass ein Platz in der Mannschaft keineswegs sicher ist. Jetzt beackert er die Flanke ständig, gewinnt hinten den Ball, rennt nach vorne, übernimmt die Stürmer-Position, wenn Alexis tiefer kommt, wechselt mit Iwobi die Flanken, verteidigt, wenn Bellerin ein bisschen zu weit vorne ist, rennt, rennt und rennt. Dazu macht er noch Tore, spielt Flanken, kombiniert mit Özil und Alexis. Ein Tor gegen Hull und Chelsea, sogar zwei gegen Basel und alle davon wunderbar gearbeitet, entweder von ihm selbst oder vom Team. Die Barcelona-Spieler haben vor einem Spiel vor ein paar Jahren gesagt, dass sie am meisten Angst vor Theo Walcott haben. Und wenn man sich anguckt, mit welcher Geschwindigkeit er auf gegnerische Verteidigungen zurennt und diese in Panik versetzt, dann versteht man auch, warum. Sollte er diese Form über die Saison halten und sich nicht verletzen, dann kann man endlich sagen, dass er kein Talent mehr ist, sondern ein zentraler Bestandteil unseres Kaders.

 

Eingewöhnungszeit? Nicht für Shkodran!

Zwar war der ganze September von den Ergebnissen her sehr ansehnlich, aber die Art, wie wir diese Ergebnisse errangen, hätte unterschiedlicher nicht sein können. Am Anfang standen die Spiele gegen Southampton und PSG. In beiden hätten wir genau so gut verlieren können, defensiv hatten wir einige Probleme und hätten die jeweiligen Stürmer, Long und Cavani, nicht einen rabenschwarzen Tag erwischt, wäre das Ergebnis ein ganz anderes gewesen. So allerdings haben wir gegen einen Gegner gewonnen, der uns sonst gerne Punkte abnimmt und Unentschieden auswärts gegen den anderen Gruppenfavoriten gespielt. Was will man mehr? Die Spiele gegen Hull und Nottingham Forest könnten dann als die Übergangsphase betrachtet werden: Spiele gegen schlechtere Gegner und das einzige Gegentor hier war ein Elfmeter. Und dann Chelsea, später Basel, deren Stürmer unsere Innenverteidigung komplett aus dem Spiel nahm und Diego Costa wunderbar unglücklich machte. Und das ganze obwohl Koscielny und unser Neuzugang keine Vorbereitung hatten und sofort ins kalte Wasser geschmissen wurden. In den ersten Spielen hat Koscielny noch den Großteil der Arbeit gemacht, später aber wurde dann auch Mustafi immer wichtiger. Seine Aggression und Laufbereitschaft ist beeindruckend und wenn man vergleicht, wie schrecklich Cahill und David Luiz aussahen, ist es beeindruckend, wie sehr die Beiden sich vertrauen. Da Mertesacker ins ausklingende Fußballalter kommt, Gabriel immer noch ein wenig unbearbeitet scheint und Holding zwar gut aussah, aber immer noch sehr jung ist, könnte Kostafi Mertescielny als Innenverteidigungs-Dreamteam ablösen. Aber auch hier sollten wir nichts überstürzen und erstmal gucken, wie sich die Saison entwickelt.

 

Arséne knows

Vielleicht wurde an dieser Stelle vor einem Monat ein bisschen Kritik geübt an der Idee, Alexis im Sturmzentrum auflaufen zu lassen. Und vielleicht ging es dabei auch um die fehlende Konstanz dieser Konstellation. Aber was in der zweiten Hälfte dieses Monats da teilweise abging, war beeindruckend. Unser Angriff aus Özil, Walcott, Iwobi und Alexis hat so viel rotiert und Positionen getauscht, dass einem beim Zugucken schwindlig wurde. Alexis nimmt den Ball an der Mittellinie. Walcott, grade aufgestanden von einer Grätsche an der Außenlinie, sprintet nach vorn, fordert den Ball. Iwobi ärgert einen gegnerischen Außenverteidiger, indem er sich einfach nicht daran hält, wo ein Flügelspieler zu sein hat. Özil schlendert derweil in bester Özil-Manier dahin, wo er zu sein hat. Das Ergebnis? Ein wunderschöner Angriff, vielleicht mit einem Tor gekrönt. Diese vier Spieler passen wunderbar zusammen und wenn Alexis nicht im Strafraum ist, dann ist es ein Anderer. Am besten zu sehen war das beim zweiten Tor gegen Chelsea, als Iwobi mit ein paar schnellen Pässen mit Özil Luiz und Cahill verwirrt (wobei Alexis so weit zurückgefallen ist, dass sie sowieso nicht wissen, wen sie jetzt decken sollen), dann nach rechts geht, Bellerin in die riesige Lücke zwischen Links- und Innenverteidiger schickt und der dann eine wunderbare Flanke direkt auf Theo Walcott schlägt, der diese natürlich prompt verwandelt. Hier wurde deutlich, dass in dieser Aufstellung so viele Spieler so viele Aufgaben übernehmen, dass selbst ein normalerweise gut strukturiertes Team eines italienischen Trainers komplett auseinander genommen wird. Und in diesem System ist Özil nicht derjenige, der die gesamte Arbeit machen muss, wie es teilweise letztes Jahr der Fall war. Die anderen Drei und dazu noch Cazorla und Xhaka weiter hinten sind genau so kreativ wie er. Eine enorme Entlastung und so auch schwieriger zu verteidigen, wenn nicht nur ein Spieler zugestellt werden muss, sondern gleich vier, fünf oder sogar sechs. Und wer hat trotz aller Kritik an Alexis ganz vorne festgehalten? Genau, Arséne Wenger. Vielleicht hat er ja doch ’nen Plan.

 

Ooooh Santi Cazorla

Ab dem Moment, in dem sich Santi Cazorla verletzt hat, ging die letzte Saison bergab. Ramsey und Flamini mussten miteinander zurechtkommen und Mesut wurde frustrierter und frustrierter, weil kein Ball zu ihm durchkam. Eine Zeit lang konnte er das durch hohe Laufbereitschaft kompensieren, aber irgendwann hat es gar nicht mehr funktioniert. Und jetzt, wo Santi wieder auf dem Platz steht, läuft’s. Seine Verlässlichkeit im Zentrum ist so wichtig für das Funktionieren dieses Teams, man sieh sich nur mal seine Passquoten an: 92% gegen Southampton, 90% gegen PSG, 92% gegen Hull, 88% gegen Chelsea und 90% gegen Basel. Was dieser Mann da in der Mitte leistet ist erstaunlich. Er schafft es immer wieder auch unter widrigsten Umständen Özil oder Alexis zu finden, und wenn wir unter Druck sind ist er immer bereit mit den Innenverteidigern ein bisschen Kurzpässe zu üben. Aber er verteilt nicht nur den Ball nach links, rechts und hinten. In dieser fantastischen Passquote mit inbegriffen sind insgesamt 11 Key Passes, außerdem zahlreiche Pässe kurz vor dem gegnerischen Strafraum. Langsam fängt er sogar wieder an, Tore zu schießen, wenn auch bisher nur Elfmeter. Zusammen mit Coquelin hat er eine funktionierende Beziehung gebildet, weil er dann nicht die schmutzige Arbeit übernehmen muss, was seiner Kreativität zuträglich ist. Wenn Xhaka und Santi zusammenspielen muss der kleine Spanier zwar mehr defensiv arbeiten, aber mit Xhakas Fähigkeit, haargenaue Pässe über das halbe Spielfeld zu spielen und Cazorlas Präzision im Zentrum sind Teams gezwungen, unser gesamtes Mittelfeld zu decken. Dadurch sind sie entweder zu weit vorne und lassen Platz für unsere schnellen Außenspieler oder sie bunkern sich ein, was auch nur bedingt funktioniert, wenn Alexis mal wieder in die Trickkiste greift. Aber einfach nur auf Özil zu achten, wie es in der zweiten Hälfte der letzten Saison oft passierte, ist jetzt nicht mehr möglich, weil sowohl Cazorla als auch Xhaka in der Lage sind, unsere Angreifer ins Spiel zu bringen und mit Bällen zu beliefern. Und selbst wenn Santi sich verletzen sollte, was hoffentlich nicht passieren wird, haben wir Elneny, der momentan nur auf der Bank sitzt, denn der Ägypter hat ebenfalls eine fantastische Passgenauigkeit, wobei er nicht ganz das Auge des Spaniers hat. Dafür sind wir mit ihm defensiv stabiler, weil er eine wesentlich beeindruckendere Figur hat als Santi. Sollte es also Probleme im Mittelfeld geben sind wir gut bestückt. Und Aaron Ramsey hab ich da noch gar nicht erwähnt.

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Du willst einen neuen Vertrag? Sag einfach, dass Arsenal an dir interessiert ist
„Trainer? Arsenal ist interessiert. Sie bieten 30 Millionen.“
„Okay, fairer Preis.“
„Wie bitte? Nein! Arsenal ist interessiert. Arsenal.“
„Ah – Wir sagen deinem Agenten Bescheid.“
So ungefähr dürfte es bei Griezmann, Vardy, Icardi und Mahrez ausgesehen haben. Wenn wir nicht leider schon im Mittelfeld und im Tor gut bestückt wären, wären sicherlich auch Transfers von Kasper Schmeichel und Danny Drinkwater in den Medien kolportiert worden. Das Problem ist, dass Fans auf so etwas sofort anspringen. Selbst wenn irgendein Provinzagent in der Daily Mail die Story setzt, dass sein durchschnittlicher Stürmer/Verteidiger unbedingt zu Arsenal will, wird das für bare Münze genommen. Daraus entstehen dann Geschichten wie, dass Icardis Agent und Freundin in London ist, um einen Vertrag auszuhandeln oder dass Wenger bei Leicesters Testspiel ist, um persönlich mit Mahrez zu reden. Das ganze geht natürlich auch andersherum, wenn Zeitungen berichten, dass Guardiola Walcott und Oxlade-Chamberlain verpflichten will, da er ein großer Fan von ihnen ist. Oxlade-Chamberlain dürfte sich langsam Sorgen um seinen Vertrag machen, der in zwei Jahren ausläuft und Walcott… Nun ja, er hatte nicht die beste Saison, die man sich vorstellen kann. Da ist dann auch klar von welcher Seite diese Gerüchte kommen und es ist nicht die, die Außenverteidiger als Mittelfeldspieler spielen lässt.
Ohne Verteidiger kassiert man viele Tore
Per Mertesacker wird am Ende dieser Saison 32, Laurent Koscielny 31 sein. Verteidiger spielen zwar teilweise noch bis in ihre späten Dreißiger auf Top-Niveau, aber früher oder später musste der Club sich Gedanken machen. Es wird also am Anfang des Sommers eine Liste mit jungen Verteidigern gegeben haben, die dem Manager vorlag. Der hat sich dann dafür entschieden, Boltons Spieler des Jahres zu kaufen, den 20-jährigen Rob Holding. Dass der Engländer im ersten Team keine große Rolle spielen würde, war zu dem Zeitpunkt unumstritten. Dann verletzte sich Per Mertesacker und erste Rufe nach einem erfahrenen Innenverteidiger wurden laut, schließlich würde auch Koscielny mindestens für das erste Saisonspiel nicht zur Verfügung stehen. Als sich dann auch noch Gabriel nach dem 3-2 Sieg über Guardiolas City eine Knöchelverletzung zuzog und es nur noch eine Woche bis zum Spiel gegen Liverpool war, hatten wir ein massives Problem: Koscielny noch im Aufbautraining nach Europameisterschaft und Urlaub, Merte verletzt, Gabriel verletzt und die einzigen fitten Innenverteidiger Calum Chambers (21) und Rob Holding (20), die zwar schon zusammen das U21-Turnier in Toulon gewonnen hatten, aber gegen den Kloppschen doch wahrscheinlich überfordert sein würden. Also Liste raus! Irgendeinen guten Mittzwanziger raussuchen, verpflichten, Spielen lassen! Eine Woche Zeit, um sich mit dem verkaufenden Club zu einigen, dem Spieler einen Vertrag vorzulegen, den Papierkram fertig zu machen und ihn ins Team einzugliedern –  das ist dann doch ein bisschen knapp bemessen. Und letztendlich kam auch keiner. Holding und Chambers sollten gegen Liverpool von Elneny und Coquelin, auf der #6 oder #8 oder wie auch immer, beschützt werden. Das lief auch ganz gut, bis Liverpool sich in den ersten 15 Minuten der zweiten Hälfte dann angefangen hat anzustrengen. Dann sind sie nach Belieben über die Flügel (weder Nacho noch Hector sind da mitgekommen), haben sich ein bisschen den Ball zugespielt und standen vor Cechs Tor. Da konnten die beiden wenig machen, auch wenn sich keiner von ihnen mit Ruhm bekleckert hat. Chambers hat dann noch das 3:4 gemacht, aber anstatt dann nochmal richtig anzugreifen, haben wir uns zurückgelehnt und entspannt. Wenger hat die beiden dann in der Pressekonferenz gelobt, aber es war doch klar, dass das so gegen Vardy und Mahrez noch einmal ins Auge gehen könnte. Da bis dahin immer noch keiner verpflichtet wurde, stand Koscielny in der Startelf, der dann auch glatt und sauber alles abwehrte, was Leicester so versuchte.
Zum Glück hat sich herausgestellt, dass Holding und Koscielny zusammen gut funktionieren. Und nochmal wird so eine Situation wohl nicht auftreten, jetzt hat Arsenal ja den Weltmeister Shkodran Mustafi verpflichtet. Aber dass es uns gegen Liverpool Punkte gekostet hat, ist offensichtlich. Wenn man drei Tore schießt, sollte man das Spiel auch gewinnen oder allerwenigstens mit einem Punkt rausgehen. Das Unangenehme ist halt, dass es so vermeidbar war. Hätte der Club nach Mertes Verletzung sofort oder wenigstens innerhalb von 3 Wochen reagiert, wäre das alles kein Problem gewesen. So aber gehen wir mit mehr Rückstand auf die Spitze in die Länderspielpause als nötig
Wenn’s klickt, dann klickt’s
Gegen den Meister auswärts unentschieden zu spielen ist nichts, wofür man sich schämen müsste. Es war nicht besonders schön anzusehen, was sich unser aus Theo, Ox, Santi und Alexis bestehender Angriff da zusammenspielte, aber letztendlich spielten wir hier auch gegen eine eingespielte Viererkette, die ihrem Team in der zweiten Hälfte den Titel gewonnen hat. Das Problem an dieser Konstellation ist, dass Alexis zu tief kommt, um den Ball zu holen. Wenn er ihn dann hat, bewegt sich keiner in die Mitte und der Ball geht auf den Flügel, aber es ist immer noch keiner im Strafraum. Sobald dann Alexis wieder in der Mitte angekommen ist, wird der Ball reingeflankt und wer jetzt denkt, dass Alexis die beiden Riesen Huth und Morgan in einem Kopfballduell schlägt, darf sich mal einen Zollstock nehmen und nachmessen. Nach dem Spiel war natürlich Krisenstimmung, nur 1 Punkt aus 2 Spielen, etc., letztendlich unbegründet, aber ein bisschen nachvollziehbar.
Dann, eine Woche später, wird Watford demoliert und der einzige Unterschied ist, dass Santi zurück auf der #8 ist und Özil in seinem geliebten Raum zwischen der Abwehr- und Mittelfeldreihe. Was ist passiert? Es wurde mal wieder bewiesen, dass die grundsätzliche Kritik an Wengers 4-2-3-1 oder 4-3-3 sinnlos ist, weil es nicht auf die Formation in der Berichterstattung geht sondern um die Interpretation der einzelnen Rollen. Und hier hat sich einiges getan: Wo Walcott sich gegen Leicester hauptsächlich auf dem Flügel rumgetrieben hat, war er jetzt auch im Strafraum zu finden und wenn Alexis zurückgefallen ist, um sich den Ball zu holen, hat sich Özil entweder am Strafraumrand oder sogar im Strafraum in bester Giroud-Manier angeboten, um Doppelpässe zu spielen. So sind einige wunderschöne Chancen entstanden, die nicht alle verwertet wurden, aber durchweg schön anzusehen waren. Sogar Theo hat sich ordentlich angestrengt und überall mitgewirkt: Ob es nun Angriffe über rechts zusammen mit Bellerin waren oder Zweikämpfe in der eigenen Hälfte.
Was ist jetzt also der Unterschied zu vorher? Es hat funktioniert. Der Plan ist aufgegangen. Das passiert leider nicht oft genug, besonders in der zweiten Hälfte der letzten Saison war es oft eine Plackerei, Arsenal zuzugucken. Aber wenn es funktioniert, dann richtig.
They see me loanin‘, they hatin‘
Wen haben wir also diesen Sommer verpflichtet? Xhaka, um das seit Gilbertos Weggang nicht gefüllte Loch im Mittelfeld zu stopfen. Holding, einer für die Zukunft in der Innenverteidigung, der sich aber bisher sehr, sehr gut angestellt hat. Mustafi, um Koscielny und Mertesacker zu entlasten und vielleicht sogar Gabriel ein wenig zu helfen. Dann Lucas Pérez, der dringend benötigte Stürmer, schnell, zielsicher und laufstark.
Im Tor haben wir Cech und Ospina. Emiliano Martínez sollte dieses Jahr noch keinen von beiden bedrängen können. Die Verteidiger sind Debuchy, Bellerin, Jenkinson, Chambers, Holding, Mertesacker, Gabriel, Koscielny, Mustafi, Gibbs und Monreal. Die Optionen im Mittelfeld sind noch beeindruckender: Ramsey, Xhaka, Elneny, Cazorla, Coquelin, Wilshere und natürlich Özil. Dann der Angriff: Alexis, Giroud, Lucas, The Jeff, Ox, Gnabry, Welbeck, Walcott, Iwobi und Akpom.
Wir alle wissen, dass es jedes Jahr eine Krise gibt, weil irgendwo die Spieler fehlen und dann müssen wir irgendwelche wild zusammengewürfelten Partnerschaften wie Flamini-Ramsey letztes Jahr ertragen. Aber mit diesem Team ist das kein Problem: Wilshere, Ramsey und Cazorla sind verletzt? Kein Problem, Elneny und Xhaka hinter Özil, Coquelin auf der Bank. Walcott und Ox wissen nicht mehr, in welche Richtung sie rennen müssen, um so wenig wie möglich im Weg rumzustehen? Lass einfach Alexis und Lucas auf den Flügeln für Giroud arbeiten, Gnabry kann immer noch in der 70. Minute eingewechselt werden. Koscielny leistet Merte und Gabriel im Lazarett Gesellschaft? Holding und Mustafi halten den Strafraum sauber und dann gibt es auch noch Chambers, falls sich einer von den beiden auch noch verletzt, etwas, das wir als Arsenal-Fans nie ausschließen sollten.
Warum also verleihen wir Wilshere ohne Option, ihn wieder zurückzuholen? Was in der Welt reitet Serge Gnabry, dass er, anstatt irgendwohin ausgeliehen zu werden, unbedingt nach Bremen verkauft werden will (Natürlich hier nichts gegen die Stadt oder den Verein, aber Arsenal und Werder sind inzwischen zwei andere Level)? Calum Chambers auszuleihen ist der einzige halbwegs nachvollziehbare Schritt, da er in seinem Alter und auf seiner Position unbedingt Zeit auf dem Platz braucht, den er, nachdem er auch noch hinter Holding zurückgefallen ist, bei uns nicht bekommen würde. Gedion Zelalem darf nicht der sein, der unseren verzweifelten Versuch trägt, die beiden Manchester-Clubs im Rennen um den Titel auszustechen.
Warum machen wir es uns immer so schwer?
North London Is Red
Ich war noch nicht einmal am Leben, als Tottenham das letzte Mal über Arsenal die Saison beendete. Seit 21 Jahren schafft es dieser Möchtegern-Top-Club nicht, mehr Punkte zu sammeln als wir. Und selbst in der Saison, in der wir seit Januar nicht mehr ordentlich gespielt haben, mit der alljährlichen Verletzungskrise und ohne verlässlichen Torschützen, selbst dann sind sie unfähig, die letzten paar Schritte zu gehen. Ja gut, Mai ist nicht unbedingt Sommer, aber ich werde keine Möglichkeit auslassen, noch einmal daran zu erinnern, wie glorreich dieser Zusammenbruch war: Gegen ein Newcastle, das bereits abgestiegen war, das eigentlich nichts mehr hatte wofür es spielen könnte, das ab der 67. Minute nur noch zu Zehnt auf dem Platz stand und zu diesem Zeitpunkt nur 2-1 vorne lag… Gegen dieses Newcastle brauchten sie nur einen einzigen Punkt und haben letztendlich 1-5 verloren. Und dann guckt man sich an, wie viele FA Cups (12-8) und Meisterschaften (13-2) Arsenal und Tottenham jeweils gewonnen haben und man sieht deutlich, dass Nord London rot war, ist und immer bleiben wird.

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Danny Welbeck ist Dat Guy

Es ist der 26. April 2015 und nachdem er bereits mehrmals kurzzeitig mit dem selben Knieproblem ausgefallen ist, ist dies das letzte Spiel für Danny Welbeck im Jahr 2015. Er hatte in der vergangenen Saison einige gute Spiele abgeliefert, war aber doch eher durchschnittlich und nicht der “Weltklasse”-Stürmer, nach dem viele Fans im Sommer verlangt hatten.

Und dann, nach 10 Monaten – am 14. Februar 2016 – kam er zurück. Er wird in der 82. Minute eingewechselt und sieht frisch aus, mehr aber auch nicht. Und dann kickt Wasilewski Monreal in der letzten Minute der Nachspielzeit um und es gibt noch einen letzten Freistoß. Mesut Özil, der nach einem kleinen Formtief immer noch auf 16 Vorlagen festsitzt, steht über dem Ball. Er hebt ihn in den Strafraum, in dem es vor Köpfen nur so wimmelt. Und dann springt Danny Welbeck und sein Kopf gibt dem Ball den sanftesten der Stupser, leitet ihn in Kasper Schmeichel’s Tor und das Emirates Stadium explodiert.

Na gut, das macht ihn jetzt noch nicht zu Dat Guy. Auch wenn er jetzt bereits zwei absolut erinnerungswürdige Momente im Trikot des Arsenal FC kreiert hat, gibt es noch einige Schwächen in seinem Spiel, die in seinem Alter auch nicht mehr gänzlich verschwinden werden. Doch was ihn herausstechen lässt sind seine anscheinend ständig gute Laune und sein enormer Willen, immer sein Bestes für das Team zu geben. Und das ist etwas, das nicht jeder Spieler in rot-weiß von sich behaupten kann.

And it’s Arsenal, Arsenal FC, we’re definitely only the 2nd greatest team the world has ever seen

Ja, wir haben uns für 71 Minuten sehr gut geschlagen und hätten sogar in Führung gehen können, aber letztendlich ist es eben genau das, was das beste Team der Welt vom *HUST* zweitbesten *HUST* Team der Welt unterscheidet: Chancen nutzen.

Dabei hatte alles so gut angefangen. Bis zur 40. Minute haben wir kaum Chancen zugelassen, aber selbst welche erschaffen. Dabei war besonders Oxlade-Chamberlain’s Leistung auffällig, da er offensiv wenigstens eine Chance unbedingt hätte machen müssen, aber zusammen mit Bellerin Neymar fast komplett aus dem Spiel genommen hat. Das änderte sich, nachdem er nach einem (selbstverschuldeten) Zusammenprall mit Mascherano für Theo Walcott vom Feld musste und dieser sich zwar daran versuchte, defensiv auszuhelfen, aber das Konzept nicht so richtig gefasst bekam.

Das Tor kam dann nach einem verunglückten Pass, der Mertesacker in einer ungünstigen Lage stranden ließ, aus der er auch nicht herauskam und wenn Messi und Neymar auf zwei unserer Verteidiger zu rennen, ist nicht mit Gnade zu rechnen.

Danach ging bei uns nichts mehr und Barca hat sich zurückgelehnt und gewartet, dass wir noch einen Fehler machen. Was dann natürlich auch passierte, als Per einen Ball nachlässig klärte, Messi den Ball abfing und Flamini ihn in gewohnter Manier von den Beinen holte – halt nur im Strafraum.

Das Rückspiel ist jetzt eigentlich Formsache, aber 30 German Gooners im Camp Nou sind eine Variable, die Barcelona sicher nicht auf dem Schirm hat…

Wir haben ein großes Motivationsproblem

Wie erklärt sich ein lustloses 0-0 gegen Hull nach einem großartig erkämpften 2-1 Sieg gegen den Tabellenführer? Wie erklärt sich ein absolut verdientes 2-3 gegen die Quasi-U21 des Teams, das zu Hause weniger Tore geschossen hat als irgendein Team der Top 4-Ligen Englands?

Ganz einfach: Im Team gibt es, glaube ich, eine ungesunde Einstellung, dass man gut genug sei um die meisten Teams in der Liga (oder im Pokal) mit 75% Energie zu besiegen. Und das funktioniert nun mal nicht, nicht in der Premier League. Dabei ist das Team mit 100% durchaus in der Lage, jedes Team im Land zu schlagen. Arsenal hat diese Saison noch kein Spiel gegen die Top 4 verloren und von 4 Spielen 3 gewonnen.

Etwas Ähnliches lässt sich bei den Teams in der unteren Tabellenhälfte feststellen: Von den Tabellenplätzen 12-20 hat nur West Brom Arsenal besiegt. Das Problem sind die Teams im oberen Mittelfeld. Arsenal hat von den 12 Spielen gegen Manchester United, West Ham, Southampton, Stoke, Liverpool, Watford und Chelsea nur 3 gewonnen.

Abgesehen von den Spielen gegen Chelsea scheint es so, als würden sich unsere Spieler denken, sie würden das schon schaffen. Genau diese Einstellung rächt sich dann natürlich in der Tabelle, in der wir in dieser merkwürdigen Saison von der Qualität der Spieler her eigentlich mit dem Titel davonrennen sollten.

Wenn der einzige natürliche Stürmer außer Form ist, ist das schlecht

Seit 9 Spielen hat Olivier Giroud nun nicht mehr getroffen und seit dem sind die Tore im Team allgemein sehr rar geworden. Özil hat im ganzen Februar nur zwei Vorlagen gegeben (jeweils ein Freistoß für Danny Welbeck) und das ist keine Überraschung, wenn man bedenkt, dass unsere beste Kombination der Saison bisher Özil → Giroud war. Doch im Gegensatz zu Theo Walcott, der gerne mal, wenn er nicht in Form ist, aus Matches abtaucht, ist Giroud selbst wenn er keine Tore schießt auf dem Feld präsent. Er gewinnt Kopfbälle, hält Spieler von sich und ist aktiv am Spielaufbau beteiligt. Das war besonders gegen Bournemouth und Leicester zu sehen, als er durch clevere Kopfbälle in der Box Özil beziehungsweise Walcott die Möglichkeit zu einem einfachen Abschluss gab.

Dadurch, dass Danny Welbeck von seiner Verletzung zurück ist, hat Arséne Wenger wieder mehr Möglichkeiten auf der #9. Außerdem scheint es so, dass Giroud wesentlich besser spielt, wenn er sich nicht sicher sein kann, dass er im nächsten Spiel auch auf dem Platz steht. Wenn also sowohl Welbeck als auch Giroud in guter Verfassung sind, könnten uns interessante Wochen bevorstehen.

Ohne einen kreativen Unterstützer für Özil läuft wenig

Ramsey und Flamini als Mittelfeld schien zuerst passabel, doch im Laufe der Zeit wurde offensichtlich, dass die Coqzorla-Achse wesentlich besser arbeitet. Das liegt natürlich zum einen daran, dass Flamini nicht an die Leistungen eines Coquelin herankommt. Andererseits ist Ramsey aber auch ein sehr anderer Spielertyp im Vergleich zum kleinen Spanier. Während Cazorla aus der Mitte heraus das Spiel dirigiert und selten im Strafraum anzutreffen ist, spielt Ramsey wesentlich torgefährlicher, aber dadurch auch weniger ballsicher. Auffällig ist dabei, dass Özil sehr von der Übersicht Cazorlas profitiert, während Ramseys liebster Partner Giroud ist, der durch kleine Flick-ons Ramsey Raum gibt, den er gut zu nutzen weiß (man nehme nur das 3-2 gegen Hull im FA-Cup Finale 2014).

Ramseys größere Torgefahr geht aber dadurch verloren, dass Özil ohne Cazorla der einzige, wirklich kreative Spieler ist. Unser Spielstil ist aber auf mehrere solcher Spieler ausgelegt. Wilshere’s Verletzung am Anfang der Saison ist dabei besonders ungünstig, da er bei einer Verletzung Cazorla’s ähnliche Qualitäten mitbringt, auch wenn er öfter den Ball verliert. Dadurch, dass beide verletzt sind, kommt es zu einer Unausgeglichenheit in unserem Spiel, die dazu führt, dass sowohl wir als auch gegnerische Teams unser Mittelfeld einfach überlaufen und direkt zum Strafraum rennen.

Mit der Verpflichtung von Mohammed Elneny könnte sich das selbst ohne Cazorla in Zukunft ändern. Falls die Spiele, die er bisher bestritten hat, auf seinen Spielstil schließen lassen, so hat er das Potenzial, Santi’s Rolle als Ballverteiler anzunehmen, aber auch defensiv für Stabilität zu sorgen.

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geschrieben von Jojo Waack

Flamsey funktioniert
Als Francis Coquelin gegen West Brom vom Platz gehumpelt ist, haben sich die Albträume
vieler Arsenal-Fans verwirklicht: Mathieu Flamini auf der #6! Der Titel ist futsch, Top 4 könnte
schon ein Problem werden, hoffentlich ereilt uns nicht das gleiche Schicksal wie Chelsea!
Doch es ist nicht ganz so schlimm gekommen. In den vier Spielen, die er im Dezember
gespielt hat, hat er gut gespielt und keine großen Fehler gemacht (Southampton ignorieren
wir jetzt einfach mal).
Positiv hervorzuheben ist der 2­1 Sieg gegen Manchester City im Emirates. Dort hat er
zusammen mit Ramsey und Koscielny City’s Abklatsch von Mesut Özil, einen gewissen
David Silva, komplett aus dem Spiel genommen und so die Grundlage für einen wichtigen
Sieg geschaffen.
Zusammen mit Ramsey hat er eine solide Mittelfeldpartnerschaft geschaffen, die uns zwar
nicht so viel Sicherheit mit dem Ball in den eigenen Reihen gibt, dafür aber eine größere
Torgefahr ausstrahlt als Coquelin und Cazorla. Defensiv sind Rambo und The Flam jedoch
anfälliger, da Ramsey öfter im gegnerischen Strafraum aufzufinden ist als der kleine Spanier
und Flamini seit seinen zwei Toren gegen die Spurs Momente hat, in denen er sich für Ruud
van Nistelroy hält.

Neue Spieler müssen her
Es ist nicht nötig, nur um der Transfers willen, im Januar nach Spielern zu verlangen. Denn
mitten in der Saison wollen Klubs nur selten ihre Spieler verkaufen, noch weniger gern
Spieler, die gut genug sind, das rot-­weiße Trikot zu tragen.
Das Problem ist nur, dass Mikel Arteta keine zwei Spiele hintereinander mehr auf die Reihe
bekommt und zusammen mit Mathieu Flamini wahrscheinlich keinen neuen Vertrag
bekommen und den Klub im Sommer verlassen wird. Ersatz für die beiden müsste also
spätestens nach dieser Saison verpflichtet werden. Dazu kommt, dass Coquelin noch
mindestens bis Februar verletzt ist.
Da, wie schon erwähnt, im nächsten Sommer definitiv hätte ein Mittelfeldspieler verpflichtet
werden müssen, der ungefähr in die Coquelin­-Rolle passt, können wir uns sicher sein, dass
der Manager eine Liste mit ein paar Namen hat. Genauso wie mit Monreal und Gabriel, die
beide eigentlich ein halbes Jahr später kommen sollten, ist also auch dieses Mal eine leichte
Verschiebung des Zeitplans nötig und ein Neuling in Rot­-weiß recht wahrscheinlich.

Arsenal ist nicht mehr auf einen einzigen Spielstil festgelegt
Wenn man vor vier Jahren von Arsenal gesprochen hat, ging es meistens um Ballbesitz, den
gegnerischen Strafraum belagern und durch leichte Unaufmerksamkeiten gekontert werden.
Und das ist, siehe Southampton, auch noch nicht ganz aus unserem Spiel verschwunden.
Aber Arsenal ist nicht mehr komplett unfähig, Spieler hinter den Ball zu bringen und zu
verteidigen.
Man nehme das Spiel gegen Manchester City. Wenigstens im Emirates würde man von
Arsenal erwarten, das Unvernünftige zu tun und mit voller Wucht die instabile Verteidigung
der Skyblues zu testen. Das würde dazu führen, dass David Silva Platz bekommt, Aguero
und De Bruyne mit Pässen zu füttern, die mindestens ein Mal Mertesacker und Koscielny
auf dem falschen Fuß erwischen. Doch stattdessen sitzen wir tiefer, lassen sie kommen und
kontern mit Walcott, Özil, Campbell, Bellerin, Ramsey und Giroud. Das gleiche Muster lässt
sich bei den Spielen gegen Manchester United, Bayern und Olympiakos erkennen.
Die Fähigkeit, Spiele zu kontrollieren und mit schönen Passkombinationen den Gegner zu
umgehen, ist natürlich nicht verloren gegangen. Gegen Bournemouth, Sunderland und
Aston Villa waren wir bis auf einige kleine Ausrutscher das bessere Team und hatten das
Spiel in der Hand.

Özil ist die beste #10 der PL
3 Tore und 16 Vorlagen in 19 Spielen und mit der Hälfte der Saison vor ihm, noch vier Vorlagen
von Thierry Henry’s Rekord entfernt. Was will man mehr? Mesut Özil ist seit seiner
Verletzung im letzten Januar in der besten Form seiner Arsenal-Karriere und sollten wir in
dieser Saison endlich die Meisterschaft gewinnen, wird das vor allem sein Verdienst
gewesen sein.
Özil entscheidet Spiele im Alleingang, er hat beide Vorlagen gegen City beigesteuert und
gegen Bournemouth neun Torchancen kreiert, mehr als irgendein anderer Spieler in einem
einzelnen Spiel dieser Saison. Seine Passgenauigkeit im gegnerischen Drittel ist
normalerweise über 90%.
Dazu hat er seine Defensivleistung verbessert. Gegen Manchester City war er der
Arsenalspieler mit den meisten Tackles, außerdem ist er immer öfter dabei zu sehen, wie er
verlorene Bälle verfolgt und zurückerobert.
Aber natürlich. Seine Körpersprache ist noch nicht gut genug…

Das Achtelfinale der Champions League ohne Arsenal? Unmöglich!
Wir machen es uns gerne schwer, nicht wahr? 1­:2 gegen Zagreb, 2­:3 gegen Olympiakos,
1­:5 gegen Bayern. Aber letztendlich, wenn es drauf ankommt, können wir alte
Gewohnheiten einfach nicht loswerden. Wie zum Beispiel im Lostopf der Achtelfinalrunde
der Champions League rumliegen. Und wegen Spielen wie gegen Olympiakos, bei denen
wir mit mindestens 2 Toren Abstand gewinnen müssen, lohnt es sich, Arsenal-Fan zu sein.
Denn wir wissen, dass wir es können, aber wir wissen auch, dass wir noch nie in
Griechenland gewonnen haben und dass wir fast genau das Gleiche gegen Monaco
schaffen mussten, es aber nicht geschafft haben. Und dann holt Giroud das Tornäschen
heraus und schießt uns mit einem Hattrick eiskalt in die Runde der letzten 16. Gegen Barcelona.

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Geschrieben von Finn the Gooner

Diese Frage hat sich der Ein oder Andere bis vor kurzem sicher noch gestellt, wenn er auf die Startaufstellung von Arsenal geblickt hat. Sein Debüt gab der heute 23 jährige Franzose 2011, ausgerechnet bei der 8:2 Niederlage gegen Manchester United. Damals wurde der unerfahrene Jugendspieler aus Personalmangel unvorbereitet ins kalte Wasser geworfen.

Man findet seinen Namen sogar in der Autobiografie von Sir Alex Ferguson wieder;

“Arsenal played a young boy in midfield; Francis Coquelin, he was completely out of his depth. I had hardly heard of him and he barely played again.” sagt Fergie. 

Auch heute ist Francis Coquelin eigentlich nur dank personellem Engpass wieder im Team. Nach einer eher weniger erfolgreichen Leihe nach Freiburg holte man ihn notgedrungen mitten in der Saison aus einem Leihgeschäft mit Charlton zurück. Was eher nach Verzweiflung als nach Geheimplan aussah erwies sich als goldrichtig, seit Coquelin mit im Boot ist geht es bergauf!

Zum Zeitpunkt seiner Rückkehr stand Arsenal nach der Niederlage gegen Stoke auf Platz 6, heute steht das Team nach dem 4:1 Sieg gegen Liverpool auf Platz 2! Coquelin’s Stärke liegt in der Einfachheit seines Spiels. Er hält seine Position und kümmert sich 90 Minuten lang nur um die Defensivaufgaben.

“I’m an aggressive midfielder in front of the back four, I’m trying to do the defensive work for the players who play up front. I try to give my best, get the ball as quick as possible to play it to the players who have got a little bit more ability than me on the ball.“

So einfach erklärt Le Coq selbst seine Spielweise. Genau so simpel wie genial.

Seine Statistiken sprechen Bände: 97 gewonnene Duelle hat er seit seiner Rückkehr aufzuweisen (Stand vor dem Liverpool Game). Premier League Bestwert! Das sind ganze 20 mehr als der nächstbeste Ashley Barnes. Außerdem hat er 37 Interceptions (ebenfalls Bestwert) und 39 Tackles (Platz 2 in der PL nach Zabaleta) gemacht. Es sind genau diese Statistiken die das Spiel von Arsenal gebraucht hat. Es wirkt fast so als füllt Le Coq den kämpferischen Aspekt, den man so oft vermisst hat, ganz alleine aus.

Seine disziplinierte Defensivarbeit erlaubt es Spielern wie Özil vorne frei aufzuspielen und auch Cazorla funktioniert als kreativer 6er neben Coquelin wunderbar. Bereits wenige Spiele nach seiner Rückkehr kam die Frage auf, ob er die Dauerlösung für diese so wichtige 6er Position sein könnte. Auch wenn ich da anfangs noch skeptisch war ist diese Frage heute nach mittlerweile 15 guten Spielen zumindest gerechtfertigt.

Dass Wenger von dieser Idee nicht ganz abgeneigt zu sein scheint, zeigt sich darin, dass Coquelin vor Kurzem einen neuen Vertrag über 4 Jahre unterschrieben hat.

“This is what is magic about football, one day, you are unknown and the next day, you are a bit bigger.“

So bescheiden beschreibt Coquelin die unerwartete Wende in seiner Karriere. „A bit bigger“ ist für meinen Geschmack ein bisschen tiefgestapelt. Ob er für Arsenal tatsächlich „the next big thing“ ist, wird sich zeigen.

Fakt ist: Seit seiner Rückkehr wirkt das Team deutlich sicherer und disziplinierter in seinem Auftreten und auch nach dem 4:1 Sieg gegen Liverpool kann man sagen, dass Arsenal definitiv das Momentum hat. Mal sehen, wo das Ganze diese Saison noch hinführt.

Noch Fragen, Fergie?

Finn the Gooner

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Geschrieben von Finn The Gooner (www.twitter.com/basedfinnn)

Neun Jahre nach dem letzten Sieg im Old Trafford gelingt es endlich wieder:
Arsenal schlägt Manchester United im Theatre of Dreams. 

Nachdem man den besseren Start erwischt hatte gelang dem wieder einmal bärenstarken Monreal nach guter Vorlage von Chamberlain in der 25. Minute das 1:0. Es wirkt so, als hätte Monreal sich nach durchwachsener Eingewöhnungsphase inklusive zwischenzeitiger Aushilfe als Innenverteidiger endlich eingefunden.

Auch die Entscheidung, Chamberlain starten zu lassen, ist in der Nachbetrachtung genau richtig gewesen. Neben dem Assist konnte er gute Akzente setzen und wirkte immer gefährlich. 

Wenn man in diesem Spiel von Akzente setzen spricht muss man auch Per Mertesacker erwähnen. Nachdem es in letzter Zeit ordentlich Kritik gehagelt hat und selbst nach einem defensiven Totalausfall wie gegen Monaco, er quasi als der Schwächste von den Schwachen herausgepickt wurde und dann auch erstmal zu einer Nachdenkpause auf die Bank verbannt wurde, konnte er gestern endlich mal wieder zeigen was er kann. 

Defensiv war er einer der stärksten und sichersten Spieler auf dem Platz der die Abwehr als Kapitän gut zusammen gehalten hat.

Unterstützt wurde die Defensive dabei von Le Coq, der vor der Abwehr wie immer alles abräumte und auch Santi Cazorla hat sich als spielstarker Sechser neben Coquelin gut gemacht.

Diese Doppelsechs Variante lässt zu, dass Özil und Cazorla gleichzeitig auf dem Platz sind ohne sich gegenseitig auf den Füßen zu stehen.

Man of the Match war allerdings ein ganz Anderer. Trotz Schwierigkeiten in der ersten Halbzeit muss diese Auszeichnung an Dat Guy Welbeck gehen, der in der 65. Minute das Siegtor machte.

An dieser Stelle auch Credit an Wenger, dessen mutige Entscheidung Welbeck als Sturmspitze für den formstarken Giroud zu starten am Ende profitabel war.

So knapp wie Welbeck den Ball nach diesem Horror Rückpass von Chris Smalling wegspitzelt bevor der rausgelaufene De Gea ihn erreichen kann hätten das wahrscheinlich nur wenige Stürmer hingekriegt.

Außerdem: Wenn es jemanden gibt, der Lust hatte im Old Trafford zu netzen, dann ist das der von Van Gaal höchstpersönlich aussortierte Danny Welbeck. Die persönliche Genugtuung konnte man ihm nur unschwer an seinem Jubel ansehen.

In der nächsten Runde geht es dann entweder gegen Bradford oder gegen Reading, die ihr Wiederholungsspiel noch austragen müssen.

Sollte beides machbar sein und somit war dieser Sieg vorgestern ein guter und wichtiger Schritt in Richtung Titelverteidigung.

Wembley wir kommen!

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Nach der bekanntgegebenen Vertragsverlängerung von Coq ist es Zeit sich die Frage der Position des DM mit Blick auf die kommenden Jahre und insbesondere des anstehenden Transferfensters im Sommer zu stellen. Eine Frage, die ich ehrlich gesagt bis vor ein paar Wochen nicht habe kommen sehen. Aber das ist eben das Schöne am Fußball. Er überrascht einen immer wieder auch wenn man denkt, man hat schon beinahe alles gesehen.

Bevor man die Frage des DM aufwirft und diskutiert, muss an dieser Stelle vorab jedoch ein großes Kompliment an Coq ausgesprochen werden. Eine Chance, welche man quasi aus dem Nichts erhält in einer solch überzeugenden Art zu ergreifen, ringt mir meinen größtmöglichen Respekt ab. Und ich bin mir auch nicht zu fein dafür, einzugestehen, dass ich dies nicht habe kommen sehen, geschweige denn ihm dies zugetraut hätte. Also Hut ab!

Nun aber zu angesprochenen Grundproblematik. Wir haben alle nach einem DM geschrien. Wir sind uns alle darüber einig, dass es genau diese Position ist, die uns über Jahre wegen mangelnder qualitativer Besetzung zurückgehalten hat. Das eine Verstärkung in Gestalt von Schneiderlin, Carvalho oder wie auch immer der Spieler heißen mag, im Sommer kommen sollte, war für alle Gooner, zumindest im Kopf, gesetzt.

Nun stellt sich jedoch sicher nicht nur für mich die Frage, ob wir überhaupt noch den Bedarf haben aktiv zu werden. Leicht könnte man zu der Auffassung gelangen, dies wäre nicht notwendig. Und sicher wird Wenger Coq auch mit zugesagter Einsatzzeit zu einem neuen Vertrag gelotst haben. Doch hat das wirklich die finale Lösung des DM Problems zu Folge? Nach meiner Einschätzung nicht und ich nenne euch zwei gute Gründe warum.

Zum einen ist Coq ein Spieler, der im Defensivbereich flexibel einsetzbar ist. Bereits in der Vergangenheit hat er sich auf vielen Positionen (meist unfreiwillig) herumtreiben müssen und dies auch zumeist ganz ordentlich gemacht. So haben wir ihn bereits in der Innenverteidigung wie auch auf der defensiven Außenbahn gesehen. Das bedeutet für mich, dass Wenger ihn auch in Zukunft als einen Spieler betrachtet, den er für möglich entstehende Lücken flexibel einsetzen kann. Zwar haben wir Gabriel verpflichtet. Mit unserer Verletzungshistorie ist es aber nie verkehrt jemanden in der Hinterhand zu haben der auch diese Positionen ausfüllen kann.

Zum zweiten sehe ich nicht, dass wir im Mittelfeld außer Coq auf der Position des DM einen Ersatz haben, auf den wir langfristig setzen könnten. Flamini ist für mich nicht ansatzweise von der notwendigen Qualität und wird nach meiner Einschätzung im Sommer den Verein verlassen. Über ein neues Angebot ist in jedem Fall nichts bekannt. Bleibt noch der Kapitän Arteta für die Position übrig. Ungeachtet der Tatsache, dass Arteta für mich nicht der klassische DM ist, den wir benötigen, kann er diese Rolle nach meiner Einschätzung nicht mehr in der Intensität ausfüllen, wie wir es über eine ganze Saison benötigen. Er ist anfälliger geworden und hat in der Schnelligkeit auch erheblich eingebüßt. Das bedeutet nicht, dass er nicht ausreichend Qualität hat unserer Mannschaft weiterzubringen. Doch für eine ganze Saison kann man eben nicht mit ihm planen, zumindest nicht auf der Position des DM.

In der Konsequenz bedeutet das für mich, dass wir im Sommer die Position des DM in jedem Fall doppelt besetzt haben müssen. Mit Coq haben wir einen Spieler bereits im Kader. Ein weiterer fehlt noch. Wenn es Schneiderlin sein sollte, wo man ja munkelt, dass es bereits eine Einigung gibt, soll mir das mehr als Recht sein. Andernfalls wären wir wieder in der Situation der letzten Jahre stets eine Verletzung entfernt von einem unvollständigen Kader zu sein. Und was die Ausfüllung der DM Position dem Spiel von Arsenal bringen kann, haben wir denke ich in den letzten Wochen mehrfach sehen können.

Was meint ihr? Sollen oder sollen wir nicht die Position im Sommer angehen?

Cheers

Chris

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Nachdem der Samstag uns wieder einiges an Druck aufgebürdet hatte (alle Top-4-Contender (außer Soton) hatten gewonnen), ging es gestern im Ashburton Grove gegen Villa. Ein wahrlich schwaches Villa. Das Team aus Birmingham hatte in seinen vorherigen 5 Partien nicht einmal (!) selbst getroffen. Gute Voraussetzungen also, die 3 Punkte in London zu behalten.

Und so sollte es auch kommen. Mit einer starken Startelf, welche die beiden Verletzungsrückkehrer Özil und Walcott beinhaltete, wurde Villa überrollt. Nach 9 Minuten klingelte es zum ersten Mal im Kasten von Guzan nachdem eine BFG-Clearance ihren Weg zum am Mittelkreis postitionierten Özil fand, der den halbhohen Ball „locker“ mit seiner linken Außensohle in den Lauf von Giroud bugsierte. Der HFB lief allein auf Guzan zu – vertendelte den Ball fast noch – und schloss mit einem schönen, halbhohen Heber zum 1:0 ab. Großartiger Konter-Fussball. Taktisch absolut tödlich von Villa, die Back-Four dermaßen hoch zu platzieren.

Weitere Chancen sollten folgen doch es dauerte bis zur zweiten Halbzeit bis wir das Netz ein zweites Mal fanden. Diesmal bekam Özil einen Zuckerpass von Giroud durchgesteckt und unser Magician platzierte die Kugel trocken aus knapp 15 Metern im langen Eck. Es folgten das 3:0 durch Theo, der schlechteste Elfmeter seit Rasensportbeginn von Santi zum 4:0 (schöner Einsatz von Chupa, der den Elfer rausgeholt hatte) und ein großartiges 5:0 durch Hector. A walk in the park.

Was wieder einmal auffiel, war unser kongruenter Mittelfeld-Abwehr-Verbund. Wie schon im Citeh-Spiel standen die Abwehrreihe und die davor positionierten Coquelin-Ramsey-Cazorla so eng beieinander, dass Villa überhaupt keine Möglichkeit bekam, die Bälle Richtung Benteke und Co. zu bekommen. Einzig bei hohen Bällen hatten wir 2-3 hitzige Situationen zu meistern. 53% Ballbesitz – in einem Heimspiel. 5:0. Irgendwas ist anders im Hause Arsenal.

Wenn man sich die Nachbetrachtungen ansieht/-hört fällt immer wieder der Vergleich zu den Zeiten der Invincibles, die sich ebenfalls durch ein enorm schnelles Umschaltspiel von Defensive zu Offensive auszeichneten. Und was Henry und Pires gestern zu sehen bekamen, dürfte sie doch sehr an sich selbst erinnert haben. Wir sollten uns nach dem Spiel allerdings nicht allzu sehr gehen lassen und übermutig werden. Wenn wir es endlich mal hinbekommen, diese Konstanz zu halten, dann kann in dieser Saison – auch in der Liga – noch einiges gehen. 15 Spiele = 45 Punkte = gibt es noch zu holen.

Am Wochenende kommt es zum allseits herbei gefieberten NLD an der Lane. Ein Spiel, das definitiv ein paar Nummern schwieriger werden dürfte, denn auch die Chickens-On-A-Basketball-Truppe aus dem nördlichen Teil der Seven Sisters Road macht ihre Hausaufgaben aktuell ganz gut (am Wochenende ein 3:0 Away-Sieg bei West Brom). Bis dahin könnte Alexis wieder fit sein. Folgende Aussage haben wir ja gestern schonmal ganz gut widerlegt:

Spuds Banter

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Coq blocked

Festlicher kann die Woche gar nicht beginnen. Da fährt man sonntags auf eines dieser unliebsamen Away-Spiele gegen eines der Top-4-Teams. Im Vorfeld machen sich Angst und Unbehagen breit da unsere Statistik hierbei in den letzten Jahren alles andere als gut aussah. Das vormalige Aufeinandertreffen im Etihad endete 3:6. Zusätzlich wurde Mike Dean als leitender Referee für das gestrige Spiel bestimmt. Kein gutes Omen – dachte man. Was jedoch in den 90 Minuten auf dem Rasen passieren sollte, könnte tatsächlich ein Turningpoint für Arsenal sein. Es war die wohl beste AFC-Performance seit dem 2:1 gegen Barcelona im Februar 2011. Ein Tag, den wir so schnell nicht vergessen werden.

Away Support gegen Citeh

Im Eigentlichen – und da dürften wir uns alle einig sein – steht Arsenal seit dem Auseinanderfallen der Famous Back-Four rund um Adams, Keown, Winterburn und Dixon sowie dem Weggang Vieira’s nicht mehr für stringentes Defensivverhalten. Letzte Saison haben wir einige sehr gute Defensivleistungen gezeigt und sind vollkommen verdient mit 17 Cleansheets durch die Saison gekommen. Leider sind wir jedoch gegen die anderen Top-4-Contender regelmässig auseinander gebrochen. Gestern haben wir den Coq rausgeholt und siehe da – er kann auch die großen Löcher stopfen.

Coq Stats

Die erste Interceptions-Angabe sind eigentlich „Blocks“

Wer sich gestern die 90 Minuten nochmals angeschaut hat oder die Muse besass, bei Match-Of-The-Day 2 reinzuschauen, der konnte abermals die Importanz des sympathischen Franzosen in Bewegtbildern begutachten. Coquelin, dieser kleine robuste DM, den GAR KEINER mehr auf dem Zettel hatte, wurde vor Kurzem vom Loan bei Charlton Atheltic (Championship) zurück beordert und spielt seitdem Spiel um Spiel um sein sportliches Überleben beim AFC. Seit gestern kann man zweifelsohne festhalten: Mission accomplished! Schon gegen Stoke hat man sehen können, dass er im Defensivverbund – ungleich der Jungs, die vormals als DM aufliefen – die Reife besitzt, zu wissen wann und wo er stehen muss. Ein ums andere Mal lief er die Passwege Silva’s zu um sicher zu gehen, dass die sonst so akkuraten Passspiele in die Spitze Citeh’s nicht stattfinden würden. Silva ist irgendwann dermaßen verzweifelt, dass er sich bis auf die Mittellinie zurückfallen lassen hat. Dieser Umstand hat das Spiel Citeh’s zum Erliegen gebracht. Ohne die Vision ihres spanischen Maestro waren sie zahm wie ein Schaf vom Schlachter. Gut – es gab ein kurzes Aufbäumen nach Wiederanpfiff zur 2.Halbzeit, wo sich unser Defensivverbund – warum auch immer – in der Vorwärtsbewegung etwas arg rausziehen lassen hat. Aber auch diese kurze Druckperiode haben wir gemeistert. Und als das 2:0 fiel, war das Spiel dann endgültig in trockenen Tüchern. Man kann attestieren, dass wir nicht gegen ein besonders schwaches Citeh-Team gespielt haben – so wie es einige Pundits geäußert haben. Wir haben sie nicht besser spielen lassen und das war ein riesen Achievement.

AW Giroud

Was besonders auffällig war und anfangs etwas Unverständnis hervorrief, war der Umstand, dass unsere Angreifer (Alexis, Cazorla, The Ox, Giroud) nach Ballverlusten nicht mit ihrem sonstigen Eifer den Bällen nachgingen. Schaut man sich das Spiel nochmals an, wird klar, dass dieser Umstand logischerweise der gestrigen Taktik geschuldet war. Von wegen Wenger ist „tactically inept“. Alexis, der sonst keinen Ball verloren gibt, liess seinen Gegenspieler gewähren und reihte sich beim Spiel gegen den Ball sofort wieder in die Defensive ein. Auch ein Grund dafür, weshalb die von Zabaleta und Navas ausgehende Gefahr stellenweise nullifiziert wurde. Jetzt stelle man sich mal einen Podolski beim gestrigen Spiel als linken Flügelspieler vor. Monreal hätte einen Albtraumtag erlebt. Stichwort Monreal: Smarter Typ. Doppelpass mit Giroud, er sieht, dass Kompany den Körper reinstellen will, nimmt diese Möglichkeit dankend an und geht zu Boden (Kompany hat ihn allerdings auch am Knie getroffen). Mike Dean pfeift zum Erstaunen aller Anwesenden Elfmeter. 1:0 Arsenal. Ooooohhh Santi Cazorla. Will man unseren andalusischen Magier gestern beschreiben, so möge man sich die Bewertungen bei Arseblog ansehen – 11 von 10 möglichen Punkten. Die Szene, wo er mir nichts, Dir nichts gegen 6 (!) Citeh-Spieler durchläuft. Ein visueller Orgasmus in Reinform. Man-Of-The-Match. Verdienter geht es nicht. Ein Tor, ein Assist. Unglaubliche Statistiken. Vorne wie Hinten eine Macht.

Man könnte jetzt ewig so weiter machen und noch zu Hector, Kozz, dem BFG und und und Lobeshymnen anstimmen aber wir genießen dieses wunderbare Gefühl lieber bis mindestens nächsten Sonntag. Dann geht’s im FA-Cup gegen Brighton. Vielleicht bekommt dann auch Mesut Özil wieder eine Chance, der nun ernsthafte Probleme bekommen wird, sich die 10er-Position von Cazorla zurückzuholen. Was ein Luxus. Lasst das mal kurz sinken.

(PS ein netter Manchester United-Fan hat gestern den goldenen Ansteckbutton mit den Worten: „May it bring you luck, mate“ überreicht. Das hat er tatsächlich getan. Wie auch Thierry Henry in seiner ersten Tätigkeit als Pundit für Sky.)

COYG

United Gift

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