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Mesut kann viel mehr

Mesut Özil. Die Vorlagen-Maschine. Der Motor im Offensivspiel des Teams. Der kreative Künstler. Ein Edel-Techniker. Aber auch der, der den Abschluss meidet oder gute Chancen zu schwach abschließt. Das war so ziemlich, was sein Spiel ausgemacht hat. Wunderschöne und vor allem viele Vorlagen, aber auch immer wieder Frustration bei der Torquote. Seine beste Saison war offensichtlich die letzte, als er 20 Tore auflegte. In beiden Saisons davor konnte er insgesamt 23 Vorlagen geben, wobei er in 14/15 auch lange verletzt und grade erst von der Weltmeisterschaft zurückgekehrt war. Tore waren für ihn im rot-weißen Trikot der Gunners bislang eher Mangelware: 8 in 2015/2016, 5 in 2014/2015 und 7 in 2013/2014. Aber diese Saison dreht er auf: In nur 12 Spielen hat er bereits 7 Tore gemacht. Dabei würde man bei einem Spieler seiner Klasse und mit seiner fantastischen Ballkontrolle erwarten, dass er häufiger den Kasten trifft. Aber diese Qualitäten setzte er bisher lieber vor dem Strafraum ein. Durch die Herausbildung von Alexis als Stürmer hat sich jedoch eine Lücke aufgetan. Da der Chilene gerne tief ins Mittelfeld fällt um sich den Ball zu holen, ist Platz für Spieler im Strafraum. Dieses offensichtliche Loch ist für viele Verteidiger, die normalerweise gegen einen zwar nicht statischen, aber doch erkennbaren Stürmer spielen, ziemlich unangenehm. Wenn sie Alexis folgen, bleibt eine offensichtliche Lücke in der Abwehrreihe. Und genau das nutzt Özil aus: Da er nicht ständig um die Verteidiger herumwuselt, erkennen diese nicht sofort, wenn er in gefährliche Positionen vorstößt. Und dann kommt so etwas wie Özils wunderschönes Tor gegen Swansea zustande. Er spielt in den Räumen, die Alexis durch seine bloße Abwesenheit zu gefährlichen Räumen macht. Und wenn er dann vor dem Tor steht, dann ist er jetzt auch endlich, wahrscheinlich durch ein gesteigertes Selbstvertrauen, in der Lage, so abzuschließen, wie es ihm gefällt. Meist kommt dann etwas Wunderschönes dabei heraus.

 

Ignorieren wir doch mal Liverpool

… denn dann sieht die Saison viel schöner aus. Dann sind wir ungeschlagen, sowohl in der Liga, als auch im EFL Cup, als auch in der Champions League. Aber wie knapp es doch manchmal war! Besonders gegen Swansea und Burnley hätte es auch anders laufen können. Gegen Burnley war es dieses merkwürdige vielleicht-Handball-vielleicht-Abseits Tor von Koscielny-oder-Oxlade-Chamberlain, das uns in der Nachspielzeit gerettet hat. Und das Spiel hätten wir auch genau so gut verlieren können, wenn Vokes seine Chancen verwertet hätte. Gegen Swansea haben wir es uns selbst schwer gemacht: Das Schießen der Tore war an sich kein Problem, da Swansea unter dem neuen Trainer in der Verteidigung noch nicht ganz abgestimmt war. Aber was für einen Kram wir uns in der eigenen Hälfte zusammengespielt haben! Xhaka gibt mit tödlicher Präzision kurz vor dem eigenen Strafraum den Ball an Sigurdsson, der, zugegebenermaßen, wunderschön abschließt. Und dann ein Fehler, der sonst bisher gut zusammenarbeitenden Kostafi-Kombination, durch den Bastón ungehindert einschieben konnte. Dankenswerterweise hat Xhaka es dann tatsächlich noch für nötig gehalten, sich für ein eigentlich eher gelbwürdiges Foul vom Platz stellen zu lassen, nur weil er zufällig nicht Tottenhams Trikot trägt, die ja für derartige Vergehen höchstens verwarnt werden. Die verbleibenden 20 Minuten waren dann höchst unangenehm, wie es üblich ist, wenn ein Team sowieso schon nervös ist und dann auch noch ein Spieler Rot sieht. Glücklicherweise haben wir überlebt, auch wenn es leicht hätte schief gehen können. So verbleiben wir mit einer (fast) weißen Weste. Und sind es, laut Klischee, nicht diese knappen, fast unverdienten Siege, die einen zum Meister machen?

 

Immer noch nicht perfekt

In drei der 15 letzten Spiele gingen wir nicht als Sieger vom Platz. Diese Spiele sind allerdings nicht wirklich in ein Muster einzuordnen: Gegen Leicester war 0:0 das einzige gerechte Ergebnis. Keins der Teams sah so aus, als wollte es ein Tor schießen. Gegen PSG waren wir das schlechtere Team und hatten Glück, dass Edinson Cavani wie Edinson Cavani gespielt hat. Und gegen Middlesbrough ist passiert, was schon gegen Southampton, Burnley und Swansea hätte passieren können. Denn in allen diesen Spielen haben wir nicht dem Gegner zahlreiche Chancen präsentiert. Hätten unsere jeweiligen Kontrahenten ein wenig besser abgeschlossen oder diesen einen kleinen Fehler beim Verteidigen nicht gemacht, dann wären diese Spiele genau so wie das Spiel gegen Boro geendet. Und auch da hatten wir Glück, das Spiel nicht zu verlieren, denn Adama Traoré hat uns ziemliche Probleme bereitet, auch wenn er wirklich keinen Plan vom Toreschießen hat. Genau so wie gegen Burnley hatten wir hier ziemliche Probleme, die gut organisierte Abwehrreihe der Aufsteiger zu durchbrechen. Das ist sogar recht einfach zu erklären: Wenn keiner versucht, Alexis ins Mittelfeld zu folgen und mögliche Fehler eines Verteidigers durch zwei tief stehende Mittelfeldspieler ausgeglichen werden, dann funktioniert nichts. Und genau da fehlte halt ein Giroud, der Kopfballduelle gewinnt und durch seine Physis Räume öffnet, anstatt durch seine Bewegung. Was er bringen kann, konnte man gegen Sunderland sehen, als er nach seiner Einwechslung mit seinen ersten zwei Ballberührungen gleich mal zwei Tore gemacht hat.

 

20 bleibt 20

Alex Iwobi war unauffällig. In den Jugendteams hat er zwar gut gespielt, aber kaum gezeigt, dass er das Zeug zum Premier Leauge-Spieler hat. Er wurde immer als harter Arbeiter und entschlossen bezeichnet. Aber niemand hat ihm in einem Team mit Dan Crowley, Gedion Zelalem und Chuba Akpom wirklich den Durchbruch zugetraut. Aber dass Arséne Wenger ihn schätzte, ist allein daran zu sehen, dass er Iwobi schon 2013 in den Kader für ein Capital One Cup-Spiel berief. Und spätestens seit Frühling diesen Jahres ist klar, warum. Der nigerianische Nationalspieler entlastet Özil durch seine Kreativität und seine Beweglichkeit. Iwobis Ballkontrolle ist hervorragend, was unter anderem gegen Swansea zu sehen war, als er sich um vier Spieler herumspielte, wobei seine Flanke dann nicht ganz Alexis erreichte. Und genau da ist auch das Problem: Genau wie Alex Oxlade-Chamberlain muss Iwobi, der bereits als 8-jähriger seinen ersten Vertrag bei Arsenal unterzeichnete, an seinem „finalen Ball“ arbeiten. Während er durch Kurzpässe regelmäßig Innenverteidiger verzweifeln lässt, ist sein Abschluss und auch seine Fähigkeit, Flanken zu schlagen absolut verbesserungswürdig. Dazu kommt, dass er seinen Linksverteidiger sehr oft alleine lässt, worunter auch Nacho „Mr. Consistent“ Monreals Leistungen in letzter Zeit leiden. Aber er ist erst 20 und es ist zu erwarten, dass er, wie momentan, ab und zu eine weniger erfolgreiche Phase durchmacht. Dass er trotzdem wichtig für den Erfolg dieser neuen Offensive ist, hat Tim Stillman wunderschön in seiner Kolumne für arseblog dargestellt. Letztendlich kann keiner von einem 20-Jährigen erwarten, dass er fehlerlos und ohne Formtiefs spielt und wenn er sich so entwickelt wie bisher, sollte einem Stammplatz im Team nichts im Weg stehen.

 

round and round and round it goes, where it stops, nobody knows

Wie haben wir gestöhnt! Letzes Jahr? Nicht genug Qualität im Mittelfeld. Das Jahr davor? Nur drei Innenverteidiger. 2013/2014? Keine ordentlichen Stürmer. Und endlich, endlich, scheint es so, als gäbe es keine klaffenden Löcher in unserem Kader. Torwart? Kein Problem, da haben wir drei gute. Verteidigung? Das wird noch zum Problem, wenn Merte zurückkommt, aber nicht weil wir zu wenige Spieler haben, sondern zu viele. Im Mittelfeld haben wir mehr Optionen als Photoshop. Im Sturm hätten wir rein theoretisch keine Probleme, wenn sich nicht unsere Stürmer abwechselnd verletzen würden, wobei das bisher auch noch keine Punkte gekostet hat. Wir können gegen Reading fast die gesamte Mannschaft austauschen und trotzdem ungefährdet 2:0 gewinnen. Wenn Walcott verletzt ist, kommt Oxlade-Chamberlain und liefert gute Leistungen ab. Wenn Santi Cazorla mit seinem Achilles-Problem von der Tribüne aus zuschauen muss, kontrolliert halt Elneny das Spiel aus dem Mittelfeld. Auf der Linksverteidiger-Position wechseln sich Monreal und Gibbs ab, ohne dass es zu großartigen Ausfällen kommt. Carl Jenkinson versucht, Hector Bellerin den Platz streitig zu machen und rein konzeptionell wäre da auch noch Mathieu Debuchy, der scheint aber schwieriger aufzufinden zu sein als Paul Pogba in Uniteds Mittelfeld. Und selbst im Sturm kann es klappen: Giroud hat gegen Ludogorets gezeigt, dass er durchaus eine potente Option ist und auch Lucas Perez ist eine Alternative zu Alexis. Die Saison ist lang und irgendwann wird uns wahrscheinlich die Verletzungskrise erwischen, wie jedes Jahr. Dann wird es schön sein, sich nicht auf Spieler aus der U21 verlassen zu müssen.

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Geschrieben von Finn The Gooner (www.twitter.com/basedfinnn)

Neun Jahre nach dem letzten Sieg im Old Trafford gelingt es endlich wieder:
Arsenal schlägt Manchester United im Theatre of Dreams. 

Nachdem man den besseren Start erwischt hatte gelang dem wieder einmal bärenstarken Monreal nach guter Vorlage von Chamberlain in der 25. Minute das 1:0. Es wirkt so, als hätte Monreal sich nach durchwachsener Eingewöhnungsphase inklusive zwischenzeitiger Aushilfe als Innenverteidiger endlich eingefunden.

Auch die Entscheidung, Chamberlain starten zu lassen, ist in der Nachbetrachtung genau richtig gewesen. Neben dem Assist konnte er gute Akzente setzen und wirkte immer gefährlich. 

Wenn man in diesem Spiel von Akzente setzen spricht muss man auch Per Mertesacker erwähnen. Nachdem es in letzter Zeit ordentlich Kritik gehagelt hat und selbst nach einem defensiven Totalausfall wie gegen Monaco, er quasi als der Schwächste von den Schwachen herausgepickt wurde und dann auch erstmal zu einer Nachdenkpause auf die Bank verbannt wurde, konnte er gestern endlich mal wieder zeigen was er kann. 

Defensiv war er einer der stärksten und sichersten Spieler auf dem Platz der die Abwehr als Kapitän gut zusammen gehalten hat.

Unterstützt wurde die Defensive dabei von Le Coq, der vor der Abwehr wie immer alles abräumte und auch Santi Cazorla hat sich als spielstarker Sechser neben Coquelin gut gemacht.

Diese Doppelsechs Variante lässt zu, dass Özil und Cazorla gleichzeitig auf dem Platz sind ohne sich gegenseitig auf den Füßen zu stehen.

Man of the Match war allerdings ein ganz Anderer. Trotz Schwierigkeiten in der ersten Halbzeit muss diese Auszeichnung an Dat Guy Welbeck gehen, der in der 65. Minute das Siegtor machte.

An dieser Stelle auch Credit an Wenger, dessen mutige Entscheidung Welbeck als Sturmspitze für den formstarken Giroud zu starten am Ende profitabel war.

So knapp wie Welbeck den Ball nach diesem Horror Rückpass von Chris Smalling wegspitzelt bevor der rausgelaufene De Gea ihn erreichen kann hätten das wahrscheinlich nur wenige Stürmer hingekriegt.

Außerdem: Wenn es jemanden gibt, der Lust hatte im Old Trafford zu netzen, dann ist das der von Van Gaal höchstpersönlich aussortierte Danny Welbeck. Die persönliche Genugtuung konnte man ihm nur unschwer an seinem Jubel ansehen.

In der nächsten Runde geht es dann entweder gegen Bradford oder gegen Reading, die ihr Wiederholungsspiel noch austragen müssen.

Sollte beides machbar sein und somit war dieser Sieg vorgestern ein guter und wichtiger Schritt in Richtung Titelverteidigung.

Wembley wir kommen!

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Nun mal ehrlich – es hätte schlimmer kommen können. Immerhin war Bradford auch im Pott und wer sich ein paar Jahre zurück erinnert, der weiß, dass wir im League Cup 2012 gegen eben jenes Bradford die Segel streichen mussten. Zwar benötigte es damals ein Elfmeterschießen aber raus waren wir am Ende trotzdem.
Deshalb ist es doch schön, dass wir auch mal gegen schlagbare Truppen ranmüssen bevor wir Bradford im Finale spielen.

Manchester United im Old Trafford also.
Daran haben wir grundsätzlich nicht so gute Erinnerungen.
2011 kassierten wir dort eine herbe 2:8-Niederlage.
2012 gab es ein 1:2 in der Liga und davor ein 0:2 im FA-Cup.
2013 fuhren wir mit 0:1 nach Hause.

Das jüngste Spiel im Ashburton Grove im November 2014 sollten wir hochgradig unverdient mit 1:2 verlieren. Wie das passieren konnte, ist bis heute unklar. Jedenfalls gibt es für uns Einiges an Wiedergutmachung zu leisten. Warum dann nicht gleich im OT im März?

Sammelt man mal die Reaktionen auf die Auslosung gestern, so schien sich rundum Angst breit zumachen. Einige redeten gar von einem Fluch, der uns nach dem unverdient gewonnen FA-Cup-Finale von 2005 begleitet und der uns nicht mehr gegen United gewinnen lässt (stimmt so allerdings nicht – letzter Sieg im OT war am 17.09.2006, im Ashburton Grove im Mai 2011).

Yernited hat langsam in die Spur zurück gefunden und fährt – dank Mithilfe von Dowd & Co. – hier und da ein paar Punkte ein. Angst machen sie jedoch Niemandem mehr.

Ein einfacheres Los (gibt es die im FA-Cup überhaupt? Fragt mal bei Citeh, TTNHM & Chel$ki nach…) wäre schön gewesen. Zumindest ein Heimspiel. Aber gut – packen wir die Möglichkeit beim Schopfe und zerlegen wir Yernited im OT. Warum denn eigentlich nicht?

Sanchez, Özil, Cazorla, Welbeck, Giroud, Walcott, The Ox, Wilshere
VS
Rooney, RVP, Herrera, Di Maria, Falcao (*hust*).

Das könnte klappen – nein: Das wird ein Sieg.
Da kann dann auch ein Phil Dowd oder Mike Dean nichts dran ändern.

Tipp: 2:4 (4 x Welbeck)

Zur Einstimmung (alle mal mitsingen):

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Wie kann man nur so unfassbar viel Pech haben? In der ersten Halbzeit waren wir dermaßen dominant, dass man uns für einen pubertierenden Doggenrüden halten konnte (ich spreche aus Erfahrung) und dann liegen sowohl unser Torwart als auch einer unserer Verteidiger am Boden, letzterer fälscht den Ball ab und er geht ins Tor. Natürlich durfte auch das obligatorische Gegnerischer-Torhüter-macht-das-Spiel-seines-Lebens nicht fehlen und das gute alte Chancen-nicht-nutzen gab es ebenfalls zu bestaunen. Playing football the Arsenal way! Wenigstens hat Giroud ein wunderschönes Tor zum Comeback gemacht. Schlussendlich bleibt aber, wie es Iain Macintosh wunderbar beschrieben hat, der frustrierendste Fussballclub der Welt ist Arsenal.

Das liegt auch an den immer wiederkehrenden Verletzungen. Koscielny und Debuchy sind noch drei bis vier Wochen vom Mannschaftstraining entfernt, Özil wird nicht vor 2015 wieder auf dem Platz stehen. Um uns nicht zu langweilen hat der Fussballgott uns aber neue Verletzungen geschickt: Szczesny und Wilshere mussten mit unfreundlich aussehenden Verletzungen vom Platz. Walcott war wegen einer Leistenzerrung nicht im Kader.

Abseits vom Platz ist dagegen erfreuliches passiert. Mesut Özil hat gesagt, dass Arséne Wenger aus ihm den besten Spieler machen kann, der er sein kann und im Telegraph gibt es einen schönen Artikel, wie Per Mertesacker mit der deutschen Geschichte umgeht.

Unser nächstes Spiel ist gegen Dortmund in der Champions League. Ich lasse das Hinspiel mal außen vor und sage voraus, dass wir aufgrund unserer bestechenden Form 2-0 gewinnen werden. Danach geht’s in die West Midlands gegen West Brom. Wenigstens dort sollten wir mal wieder Punkte einfahren.

Up The Arsenal!

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Wahnsinnsspiel gestern. Da stürmen wir ein ums andere Mal eine Abwehr, die in der Regel nicht mal gegen das Twelve Pins Sunday Pub Team bestehen würde und sind dennoch zu unfähig, den Ball an de Gea vorbei zu bugsieren. Gut – de Gea gehört zu den Besten seiner Zunft. Wenn ich jedoch beständig in die Mitte des Tores schieße, wo de Gea es sich schon auf einem Klappstuhl bequem gemacht hat, brauche ich mich nicht zu wundern, dass das Ding nicht rein geht. „Wenn Du nicht weißt, wohin mit dem Ball – schieß ihn einfach ins Tor“, sagte schon Vereinslegende Karl-Heinz Mohr zu seinen Kreisklasse-C-TV Haßloch-Bambinis. Bester Rat, den man einem werdenden Fussballer geben kann. Warum Jack Wilshere das gestern komplett vergessen zu haben schien, weiß der Gazza von Islington alleine.

Danach musste er sich noch – Kopf voraus – Marouane Fellaini an die Brust werfen, doch der blieb davon gänzlich unbeeindruckt, was ihm hoch anzurechnen ist (andere hätten da den sterbenden Schwan imitiert). Nun freuen wir uns alle über ein wenig Feuer, wenn es gegen die Mancs geht. Ein Keown-Moment, etwas Rumgeschubse, Pizza-Attacken. Aber doch nicht in der ersten Halbzeit, wo es noch um Alles geht. Bisschen mehr Besonnenheit wäre wünschenswert, Herr Wilshere. Jack ist halt so der „Bad Motherfucker“ auf einem Meter-Nichts, der ziemlich dicke Klöten hat, die aber immer im falschen Moment auf den Tisch haut. Bräuchte mal ein Paar Schellen von Baba Tony Adams.

Und sonst so? The Ox war überragend, agil und ziemlich überall zu finden. Arteta hat ein super Spiel geliefert (you see that, haters?). Chambers hat ebenfalls mit viel Offensivdrang überzeugt. Und dann war da noch dieser Ladies Love Cool O.G., der das AFC-Tor der bisherigen Saison erzielte. Ansatzlos. Zur Seite mit Euch.

Jetzt wird – wie üblich – wieder nach AW’s Kopf geschrien. Die Rot-Weiße-Gemeinde auf Twitter und anderen intimen Social Media Kanälen zerbeißt sich mit Genuss im virtuellen Raum die Kehlen. Den Besonneneren dürfte das fremd sein. Eigentlich muss es in Halbzeit Eins 3-4:0 für uns stehen uns dann ist das Ding durch. Dann demütigt man diese Kick-Rush-Ästhetiker aus Nord-West-England mit 6-7:0 und schaukelt sich bis Mittwoch genüsslich die viel zu großen Cojones. Aber nein: „We’re playing football the Arsenal way“. Zack – 0:1, bum – 0:2. Wenn di Maria’s Kopf so schnell wie seine Beine wäre, steht es am Ende 0:3. War er glücklicherweise nicht, so dass wir dem Giroud’ischen Meisterstück beiwohnen konnten.

Schön auch, wenn man das mit fu**ing John Lennon-Lookalike und Yoko Ono-Manc-Schnepfe im ansonsten 5zu1 von Gooners-gefluttetem Berliner-Pub sehen muss. Disgraceful.

Ein Ausblick: Wir gehen gegen Dortmund zu Hause ebenfalls unter und verspielen dann gegen Istanbul die K.O.-Phase. Im Endeffekt spielen wir donnerstags auf Spuds…äh… ITV um eben gegen diese Scummers nördlich der Seven Sisters Road im Finale einen weiteren Paris-Moment zu erleben. Wird natürlich so nicht passieren. Am Mittwoch werden die Hummeln aus Lüdenscheid-Nord quer übers Emirates-Spielfeld gejagt und mit 1:3 nach Hause geschickt.

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geschrieben von Stefan Holzapfel

Was soll man dazu noch sagen? 61 % Ballbesitz, 23:12 Schüsse, 9:2 Schüsse aufs Tor, Ergebnis 1:2 für United. Welcome tristesse!!!

Dabei ließ sich das Spiel gut an. Arsenal sofort hellwach, gutes Pressing, sichere Kombinationen und eine United-Defensive, die den Namen „Defensive“ nicht wirklich verdient hatte. (Wer ist eigentlich verdammt nochmal dieser Mc Nair?)  Spätestens Wilshere muss die Führung besorgen, scheitert jedoch kläglich an de Gea. Läuft das Spiel ideal, muss Arsenal zur Halbzeit 3:0 führen, auch wenn United gegen Ende der ersten Halbzeit stärker wird.

Die zweite Halbzeit ist dann Arsenal „at it’s best“. Erst verlieren wir Wilshere durch ein klares, nicht anerkanntes Foul (auch wenn er sich in der Situation den Ball zu weit vorgelegt hat) und dann kommt zum Unvermögen auch noch Pech dazu. Gibbs und Szczesny behindern sich gegenseitig, Valencia versucht die Eckfahne zu treffen, leider sitzt Gibbs im Weg und trifft für United. Wenn man schon selbst zu blöd ist Tore zu schießen, benötigt man halt nen gegnerischen Abwehrspieler. Zu allem Überfluss verletzt sich Szczesny dabei und muss runter. Wir danach weiter zu unvermögend, United kontert und am Ende kann man noch froh sein dass es nur 1:2 endet.

Und nun? Nun kommt am Mittwoch Dortmund. Sollte einem zwar aufgrund der Leistungen in der Bundesliga keine Angst bereiten, nur leider ist am Mittwoch nicht Bundesliga. Zumal wir uns nun noch wieder Sorgen machen müssen um den Gesundheitszustand einiger Spieler. Aber kennen wir ja schon.

Was sich mir weiterhin nicht erschließt, ist die Wechselthematik. Warum bringt man bei einem Rückstand keinen Podolski? Sicher, er arbeitet wenig nach hinten. Aber wenn ich ein Spiel noch drehen will, spielt das keine Rolle. Stattdessen bringt man den seit Wochen „überragenden“ Cazorla und einen von einer Langzeitverletzung genesenen Giroud. Unabhängig davon, dass das Ding von Giroud einer der wenigen Lichtblicke war. Was ein Hammer! Aber ein Podolski kann das auch.

Als Nächstes also Dortmund, WBA away und ein „highflying“ Southampton daheim. Man könnte es auch leichter haben. Scheint eine spannende Saison zu werden, in der wir hoffentlich nicht United letzte Spielzeit kopieren. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

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2005 hat Arsenal das Fa-Cupfinale gegen Manchester United gewonnen – nach Elfmeterschiessen. Das war pures Glück, denn ManU war 120 Minuten komplett überlegen und hat Chancen versemmelt, gegen die Wilshere´s Versagen heute fast vergessenswert wäre – damals, ja damals, hat man noch gedacht, daß das endlich mal der Ausgleich für Arsenal´s vorheriges grandioses Pech (bzw. das unglaubliche Glück mancher Gegner) oder ihnen zugefügte Ungerechtigkeiten (z.B. durch Schiris) wäre … Arschlecken .. it got worse …

Der damalige Sieg war offensichtlich ein Fluch – früher schon und heute wurde es echt auf die Spitze getrieben: selten hatte man United mal so dermaßen im Sack (und schien auch einen guten gameplan zu haben) und kriegt es vorne teilweise durch Eigensinnigkeiten nicht geregelt. Und das schliesst definitiv den stets hochgelobten Alexis nicht aus.

Vor dem 0-1 wird in den meisten Ligen das Foul von Fellaini an Gibbs gesehen und zudem auch so gewertet, aber Mike Dean hat seiner Rolle als ManU´s zwölfter Mann mal wieder alle Ehre gemacht.

Verdammte Scheisse, das Team hat wirklich nicht schlecht gespielt und ManU größtenteils an die Wand genagelt, aber was hilft das, wenn am Ende so ein Dreck raus kommt?

Die ManU-…weine sitzen wahrscheinlich gerade im Bus und feiern das Ganze gerade .. Und womit: bäh, natürlich nicht mit Recht …

Nicht zu fassen, das Ganze …

 

Btw.: hat jemand gestern so einen großen Holländer gesehen, dunkelhaarig, hat früher wohl auch mal bei uns gespielt?

 

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AFC gegen MUFC ist natürlich immer eines der ganz großen Duelle in England. Zusammen mit Liverpool können sie wohl als ´die großen Drei´ im Inselfußball bezeichnet werden, denn es bedarf sicherlich noch 10, 20 Jahre gekaufter Titel von Chelsea und City bis die beiden annähernd den Stellenwert erreichen. Selbst Vereine wie Sunderland haben mehr Meistertitel als die beiden – allerdings können CFC und v.a. MCFC mit etlichen Zweitligatiteln glänzen. Davon hat United immerhin auch zwei (zuletzt 1975) – Arsenal hingegen hatte keine Chance dazu, weil sie seit 100 Jahren erstklassig sind.

Arsenal hatte historisch Erfolge immer mal wieder in Etappen (30er, Anf. der 50er, Anf. der 70er, Ende der 80er/Anf. der 90er) bis Arsene Wenger Ender der 90er kam und den Club dauerhaft an der englischen Spitze etabliert hat. ManU hatte große Erfolge v.a. in den 50ern und 60ern (die noch größer hätten sein können, wenn nicht 1958 bei einem Flugzeugunglück in München mehr als die halbe Mannschaft umgekommen wäre), danach war aber für Jahrzehnte Sendepause (eben auch mit Abstecher in die Zweite Liga). Anfang der 90er sind sie dann aber wie Phönix aus der Asche gestiegen und das Timing hätte nicht besser sein können: just in dem Moment, als im Fußball (v.a. in England erstmal) das große Geld auf den Tisch kommt (Sky, Premier League und kurz drauf Champions League), ist ManU wieder da und fängt an, mit einem einzigartigen Talentepool (Class of ´92 : Beckham, Giggs, Scholes, Butt, die Nevilles) und Eric Cantona den englischen Fußball zu beherrschen, wie es in ´jüngerer´ Vergangenheit nur Liverpool vermocht hat in den 70er und 80ern.

Erst Arsenal konnte ab 1997 mit Wenger und (damals) revolutionärem neuen Fußball Paroli und hat 1998 gleich das Double geholt und hätte das auch ´99 geschaftt, wenn, ja wenn, Dennis Bergkamp nicht in der Nachspielzeit des Cuphalbfinales gegen MU den wichtigsten Elfer der Vereinsgeschichte verschossen hätte … Ryan Giggs schoss dann in der Verlängerung das Tor seines Lebens und (nicht nur) die englische Fußballgeschichte nahm leider einen anderen Verlauf …

Für Jahre sollten beide Teams den Titel unter sich ausmachen: Liverpool hatte eine quasi jahrzehntelange Ligaauszeit, Chelsea hat zwar damals schon Geld ohne Ende verbrannt (weswegen sie dann ja so verschuldet waren, daß sie Abramovich zum Schnäppchenpreis angeboten wurden .. der die eigentlich gar nicht wollte bzw. überhaupt kannte: er wollte unbedingt Arsenal – die nicht verkaufen wollten – oder ManU – die ihm zu teuer waren mit damals 700 Mios) ), es aber trotzdem nicht nach oben geschafft und City ist noch in der zweiten und dritten Liga rumgegurkt.

Die Spiele gegeneinander hatten mitunter was von Gladiatorenkämpfen und waren in der Regel ´title decider´ – aufgeheizte Stimmung inklusive.

Gerade von ManU-Seite wurde auch mal ein ´wenig´Hass mit ins Spiel gebracht, weil man es Arsenal offensichtlich übelnahm, daß sie ihnen den Platz an der Sonne streitig machen konnten. Der sonst so friedfertige (… Scherz ..) Roy Keane sieht das im Nachhinein wie folgt:

„I had a lot of hatred for Arsenal because they were big rivals. 

I cant think of any other word  that springs to mind when when I was going into battle with Arsenal. Hatred was the word.

Usually when you play football one or two players you like but I don’t remember liking anybody at Arsenal.

When I was a player maybe I used that but I used to build myself up to have a hatred and get my body psyched because I knew I had to be at my angriest to be at my best against Arsenal.

I never felt like that against any other team but Arsenal certainly brought out something different in me.“

more to follow …

GET READY FOR THE BIG ONE!

 

 

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