Nach ´ner Woche in Belgien und England hier ein paar Eindrücke: in Lüttich war das Treffen mit vielen German (und anderen) Gooners natürlich klasse, aber auch das Spiel hatte seine positiven Seiten. Klar, war kein Leckerbissen, aber hat das ernsthaft jemand erwartet? in Anbetracht der mentalen Verfassung des Teams und v.a. auch der Aufstellung (es waren ja im Prinzip die Youngster am Start) war das doch sehr ordentlich. So habe ich das jedenfalls gesehen. Wenn ich zu Spielen meiner Mannschaft fahre, will ich doch nicht unterhalten werden, sondern hoffe, dass das Team das Spiel in seinem Sinne gestaltet. Und das haben sie – gemacht, was nötig war, Lüttich vom eigenen Tor weggehalten, kein Momentum aufkommen lassen beim Gegner, vorne versucht, kontrolliert aktiv zu werden. Ging alles – hier ging es nicht um Ausrufezeichen setzen und so. Nach den zwei Freaktoren hat die Manschaft gut reagiert und das Spiel entspannt nach Hause gebracht. Das war, in Anbetracht der Lage, sehr gut und hat gezeigt, dass man auf die Jungs aufbauen kann. Und das macht mir Hoffnung (Teil 1)!

Gegen City durfte das erste Team wieder ran und da war auf dem Platz nichts (ausser Leno), was Hoffnung machte. Schmeissen sich mit Schwung in die Offensive direkt zum Start, nur um 30 Sekunden später hinten komplett blank zu stehen. Kannst du dir nicht ausdenken, sowas … spielerisch wirklich schwach – hinten sowieso, aber auch vorne war das absolut nichts. Interessant dagegen vor Ort zu beobachten, wie präzise City funktioniert: das sah aus wie ´ne Horde Strassenkicker, die sich nicht kennen gegen ein eingespieltes Team. Da wusste jeder um seine Aufgabe – jemand wie Guendouzzi dürfte da wohl nur Bälle aufpumpen (bzw. wird richtig gedrillt …). Absolute Laufbereitschaft und Einsatzwillen sowie ein gehöriges Maß an Hinterhältigkeit. So viele offene und versteckte Fouls habe ich vorher nur vom anderen Nordlondoner Team gesehen: Ball verloren? aber sofort den Gegner stoppen/umhauen bzw. wenigstens nen Tritt mitgeben (Sterling war da sehr gut drin). Alles natürlich teilweise tief in der gegnerischen Hälfte, so dass erst gar kein Spielfluss oder auch nur -aufbau stattfinden kann. So hat uns auch Brighton die Woche vorher aus dem Spiel genommen. Können wir nicht mit um, einerseits, aber schlimmer: wir selber kommen scheinbar gar nicht auf die Idee, auch mal so zu agieren, damit der Gegner nicht ständig im Handumdrehen bei uns vor dem Tor auftaucht. Nun denn, viel Arbeit für das kommende Trainerteam … Mikel Arteta sah nicht ganz so glücklich aus auf der (noch) falschen Trainerbank.

Aber, Hoffnung Teil 2: ließ der Support in Lüttich noch zu wünschen übrig (im Bus lebendiger als im Stadion und nach den Gegentoren Totenstille bzw. Gemaule ..), war ja Sonntag schnell klar, dass das Spiel nicht in unsere Richtung läuft. Entsetzen ohne Ende natürlich, aber zur zweiten Hälfte sind die meisten Zuschauer wieder reingekommen, haben jede positive Ballbewegung von uns angefeuert (okay, gab nicht viele ..), Gesänge angestimmt und das Team supportet. Auch wenn dann die letzte halbe Stunde mal so richtig trostlos war auf dem Platz, waren am Ende noch so 20-25.000 da, die auf jede Pfiffe oder Buhs verzichtet haben. Wenn das der harte Kern ist, auf den man sich verlassen kann, dann soll es so sein. Das sie da waren, dass der Support da war, macht mir Hoffnung. Sind nicht alle so lethargisch wie die Althools neben mir, die mich blöd angeguckt haben, als ich immer mitgesungen habe (sie nicht) und meinte „I´ll support the team in good times and even more in bad times“ – und mit ihnen über die Touris gemotzt habe, die meinen, sich hinsetzen zu müssen …

Also, ich ärgere mich nicht im geringsten, dass ich ausgerechnet das Spiel sehen musste, denn es war spannend, das Drumherum zu sehen/erleben. Es hat mit etwas gegeben, was mich wieder etwas mehr an meinen Verein und v.a. sein Umfeld glauben lässt. Muss aber nicht nochmal sein – so ein Spiel ist ja per se eine Zumutung. Der Verein handelt ja aber jetzt, Josh Kroenke war im Stadion und hat auch die Verhandlungen mit Arteta abschließend geführt. Und wenn es so kommen sollte, macht zumindest mich das zumindest auch ein bischen stolz auf meinen Club – denn es zeigt Mut und v.a. auch einen klaren Plan. Letztes Jahr hat sie kurz vor Schluß der Mut verlassen und sie haben doch einen Trainer mit reichlich Erfahrung geholt – ging leider massiv nach hinten los. Jetzt also geht es doch in die richtige Richtung. Wird spannend …

VCC

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