So, wie versprochen geht die Aufarbeitung unserer Misere hier weiter – nur: wo anfangen?

In der D-Jugend habe ich eigentlich immer Linksaussen gespielt, bis ich irgendwann plötzlich im Tor stand. Warum? ich war der einzige, der Torwarthandschuhe hatte … abgefahren, dass das bei einem Verein wie Arsenal immer noch so läuft …

„Lazy recruiting“ hat Tony Adams ausgemacht als Grund für den Verlauf dieser Saison und Runarsson ist ein exemplarisches Beispiel dafür: Emi Martinez hat dem Verein im Sommer die Pistole auf die Brust gesetzt und wollte entweder eine Stammplatzgarantie oder einen Wechsel. Arsenal hat sich für die zweite Option entschieden, gab ja auch gutes Geld (wobei 20 Mios, wenn ein Kepa schon 80 kostet?). Über den Ersatz wurde offensichtlich nicht lange nachgedacht, denn der neue Torwarttrainer sagte, er kenne da einen von früher (ziemlich abgefahren für den Job ..). Ergo lacht sich Dijon kaputt, dass wir ihren Ersatzkeeper für eine Millionensumme wegkaufen und der Spieler ist auch glücklich, denn er wird London als Millionär verlassen. Und dabei wird er kein einziges Spiel mehr für uns machen. An anderer Stelle könnte man sich aber mal fragen, was dass über die Qualität des Torwarttrainers aussagt, dass er einen wie Runarsson empfiehlt. Oder: wieso ist seit dem Engagements eines Coaches für Standardsituationen unsere Ausführung und Abwehr ebensolcher eher schlechter als besser geworden?

Und wo (oder was) ist das Coaching von Mikel Arteta? wo wollen wir hin? was soll/muss das Team machen? was sind die „Non-Negotiables“? wenn man den Einsatz und die Leistungen mancher Spieler sieht, ist das Argument, Özil sei aus sportlichen Gründen nicht im Kader, ziemlich absurd. Man sehe sich nur mal das Video hier vom Mahrez-Freistoss an – wie sich Kola da verhält, ist absolut entwürdigend (und man beachte das Bild hier: er spielt eben nicht den Ball Balogun in den Lauf. WTF). Interessanterweise konnte man die zehn Minuten nach der Halbzeit bis dahin durchaus sehen, was das Ganze mal werden soll: man ist richtig in die Zweikämpfe gegangen und hat vorne aggressiv gepresst. Sah für ne Weile ganz gut aus – bis zur Mahrez-Schwalbe und den Folgen. Anyway, Schlussfolgerung aus gestern sollte zwingend sein: play the Youngsters! das meinte ich gestern mit ´mutig sein´- ESR oder Balogun haben in ihren zehn Minuten mehr gezeigt als Mustafi, Kola oder Ceballos (diese entsetzliche Schauspielerei ..). Willock und Martinelli haben Schwung reingebracht, während andere nur mitlaufen. Gestern war nur Ligapokal, wenn du da nicht Balogun bringst, wann dann? so wird der seinen Vertrag nicht verlängern – und von dem wenigen, was man bis jetzt von ihm sieht, hat er mehr auf dem Kasten als Nketiah, der zudem nicht wirklich mit fettem Einsatz glänzt und wohl mittelfristig eher nur ein guter Championship-Spieler werden wird.

Aufgaben für Januar:

Özil, Sokratis, Kolasinac, Mustafi allesamt weg. Schnell. Wenn die keiner will, Vertrag auflösen, auszahlen, fertig. Hat z.B. ManU im Sommer mit Alexis gemacht: den wollten sie auf Teufel komm raus nicht wieder im Kader haben, also satte 50 Mios (noch 2-Jahre Vertag bei 500k/Woche) auf den Tisch und Adios. Muss man dann eben durch.

Luiz, Ceballos, Willian und auch Xhaka, wenn Partey wieder da ist, auf die Bank. Maximal. Und wenn Luiz weiter Stress macht: so handhaben wie oben. Elneny kann man als Teamspieler bis Sommer behalten, ist aber nur neben einem starken Nebenmann zu gebrauchen. Gestern war er absolut unterirdisch.

Das Team muss zwingend begradigt und auf die Zukunft ausgerichtet werden. Haken dabei: Die Verantwortung dafür liegt bei Edu. Was der bislang in seinem neuen Job gemacht hat (bzw. nicht), ist, vorsichtig formuliert, wenig hilfreich. Siehe „Lazy recruitment“ – als erstes immer mal den eigenen Berater fragen, der dann stets noch ein paar Ladenhüter parat hat. Dafür wird dann aber auch das bisherige Scouting-System abgeschafft. Stattdessen wird nur noch datenbasiert gescouted … super Idee – da kamen auch unsere ganzen ´nicht so glücklichen´ Einkäufe der letzten Jahre schon her. Aber Edu und StatDNA (unsere Datenanalysefirma) werden nochmal in einem ganzen Artikel verarztet.

Das Problem bei Arsenal hat eigentlich einen Namen und der lautet Ivan Gazidis. Katastrophale Fehlbesetzung als Nachfolge für David Dein. Wie es dazu kam, was das ausgelöst hat und was er so falsch bzw. gar nicht gemacht hat – nächstes Mal.

Es ist ja so: Arsene Wenger war ne ganze Weile da, nicht ganz unerfolgreich, hat den Verein konstant im oberen Tabellenviertel etabliert, der Club hat einen „Brand“ aufbauen können und eine neue und erfolgreiche Identität etabliert. So weit, so gut. Dummerweise wurde sich irritierend wenig auf die Nachfolge von AW vorbereitet und als es so kam, griff man direkt ins Klo. Es geht seit Jahren stetig bergab. Jetzt hat man intern wohl einen gewissen Plan, aber spannenderweise sitzen in den entscheidenden Positionen (GF, Sportdirektor, Coach/Manager, Nachwuchsdirektor) ausschließlich Neulinge. Ambitioniert, um es mal so zu sagen und von den Vieren überzeugt bislang einzig Per Mertesacker als Nachwuchsverantwortlicher …

Ehrenpräsident Ken Friar (seit 70 Jahren im Verein) zur Lage des Clubs: „It’s not one of the most challenging years in Arsenal’s history, it’s the most challenging and difficult year in Arsenal’s history.” 2020 ist noch nicht vorbei und das Team hat noch zwei Möglichkeiten (Sa./Di.) sich und uns den Jahreswechsel etwas entspannter zu gestalten – but don´t hold your breath …

Leute, habt ein paar entspannte Feiertage – Samstag geht der Spass schon weiter …

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