So, wie gestern bereits angekündigt, haben wir mittlerweile einen Spendenpool über PayPal angelegt. Hier ist der entsprechende Link:

Arsenal Germany Fluthilfe 2021 (paypal.com)

Gestern am späten Abend haben wir ihn schon in unseren Arsenal Germany WhatsApp-Chat gestellt und seht selbst, was schon alles zusammen gekommen ist. Ganz großer Sport! VCC!

Vielen, vielen Dank allen German Gooners, die sich bereits beteiligt haben und natürlich auch allen weiteren, die das noch gerne machen möchten. Wie gesagt, wie schon bei der Hochwasserkatastrophe 2013 kam die Idee zur Mithilfe sehr schnell bei uns im Chat, denn die Bilder, die auf uns alle einprasseln in den letzten Tagen, lassen so schnell niemanden kalt.

Wie damals möchten wir nach Möglichkeit nicht ´irgendwohin´ spenden, sondern kleine, notleidende Fußballvereine unterstützen, die durch die neuerliche Katastrophe arg in Mitleidenschaft gezogen worden sind. Grob gesagt gehören wir ja auch zur großen Fußball-Community und möchten direkt in Not geratene Vereine unterstützen. Hier sind wir auch für Tipps dankbar, wenn ihr selber (oder über Freunde, Verwandte, Bekannte etc.) eventuell von Vereinen wisst/hört, die es heftig erwischt hat. Die Bilder, die ihr hier seht, sind z.B. vom SC 13 Bad Neuenahr (bei Ahrweiler).

Wir können euch versprechen, dass wir nicht nur einen ordentlichen Betrag aus der Clubkasse dazusteuern, sondern dass wirklich jeder eingehende Cent zur Unterstützung genutzt wird! Obendrein werden wir unter allen Spendern einige Feinheiten verlosen und zudem noch ganz besondere Goodies für den guten Zweck versteigern.

Vielen Dank euch allen!

Victoria Concordia Crescit

Ist möglicherweise ein Bild von Gewässer und Natur

Ist möglicherweise ein Bild von außen

 

 

 

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Arsenal geht dieses Jahr wieder ein bisschen ´Back to the Roots´ mit einem Trainingslager in Schottland. Ein Spiel gab es schon dort, ein weiteres gibt es heute (15 Uhr), dann geht es zurück nach London. Aber keine Sorge, nächste Woche zieht der „International Jet Set“ nach Florida. Geld muss ja reinkommen. Welches gleich wieder rausgeht, z.B. für Lokonga und White, die sind jetzt fix.

Allerdings ist Arsenal in diesen Tagen auch weit weg – wenn auch die wenigsten von uns (hoffentlich) nicht selbst betroffen sind, sehen wir doch alle mit Erschütterung, wie Teile von NRW oder der Pfalz auf eine Weise absaufen, wie wir das noch selten gesehen haben. Tragisch.

2013 gab es auch ein krasses Hochwasser in Bayern, Sachsen, Thüringen und die Elbe hoch. Damals haben wir eine Spendenaktion angeleiert und konnten damit (sowie weiterem Geld aus unserer Vereinskasse) notleidenden Fußballvereinen in den Regionen dort wenigstens ein bisschen mit Sachspenden helfen. Genau sowas möchten wir jetzt gerne auch wieder anstoßen.

Wir werden einen MoneyPool über PayPal aufsetzen und haben zudem einige Feinheiten (Trikots mit Autogramm etc) zu versteigern, dessen Erlös auch komplett gespendet werden soll. 

Weitere Einzelheiten hierzu folgen in Kürze.

Wenn ihr uns dabei (in welcher Form auch immer) unterstützen wollt, sind wir natürlich extrem dankbar.

VICTORIA CONCORDIA CRESCIT

 

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Nach dem EM-Wahnsinn jetzt mal wieder entspannter Sommerfußball mit Arsenal´s erstem Spiel während des Trainingslagers in Schottland: an der Easter Road in Edinburgh gegen Hibernian FC. Heute Abend, 19 Uhr.

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Last night, we saw Bukayo Saka reach the Euro 2020 final at the age of 19 years old.

Bukayo has been with us since he was seven and the whole club couldn’t have been prouder to see him represent England throughout the tournament. You could feel it right across the club.

Last night we witnessed the leadership and character we’ve always known and loved in Bukayo. However, this feeling of pride quickly turned to sorrow at the racist comments our young player was subjected to on his social media platforms after the final whistle.

Once again, we are sad to have to say we condemn the racism of a number of black players. This cannot continue and the social media platforms and authorities must act to ensure this disgusting abuse to which our players are subjected on a daily basis stops now.

We have processes in place internally at Arsenal to ensure our players are supported both emotionally and practically on this issue but sadly there is only so much we can do.

Our message to Bukayo is: hold your head high, we are so very proud of you and we cannot wait to welcome you back home to Arsenal soon.

(Club Statement Arsenal FC, 12/7/21)

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All Or Nothing – „You Asked. We Heard You“ hat Arsenal dazu geschrieben. Im Ernst? Wer hat das gefragt? Haben nicht vielleicht doch die meisten nach prime Arsenal gefragt und nicht nach Arsenal auf Prime?

Alles oder nix – das passt natürlich auch zum Endspiel der EM. Man spricht ja nicht umsonst von ´55 Years Of Hurt“ (und im Prinzip muss man ja noch 36 Jahre dazurechnen , seit WM 1930, denn vor 1966 haben sie ja auch nichts gerissen) auf der Insel (dem englischen Teil zumindest) und jetzt müssen die Leute auch noch den ganzen lieben langen Sonntag die Stunden zählen bis zum Anstoß am Abend (wer denkst sich so eine Zeit aus?). Die Pubs sind jetzt schon alle voll (das Tollington hat auch gerade angesagt, dass keiner mehr reinkommt) und mit Sicherheit wird es Tausende geben, die bis zum Kickoff schon besinnungslos sind und vom Spiel nicht mehr viel mitkriegen …

Natürlich sind einige wieder komplett von Sinnen und kommen mit der üblichen Kriegsrhetorik – als wenn dieses eigentlich tolle Land nicht so viele andere Dinge hätte, auf die es stolz sein kann. Aber kulturlose Trottel gibt es immer und auch auf allen Seiten. Noch gibt es im englischen Fußball eine kleine, aber lautstarke Minderheit, die ihr „No One Likes Us, We Don´t Care“-Ethos noch mit Grandezza auslebt und auf dicke Hose macht. Genauso ist dies aber unglaublich vielen ebenso peinlich und man sollte ganz gewiss nicht alle englischen Fans zu Trottel verklären …

Und Italiener sind ja per se auch nicht die beliebtesten – halten sich für die Allergeilsten, labern ohne Ende und haben auch noch die Haare schön … während Engländer quasi einen eingebauten Minderwertigkeitskomplex haben (der natürlich entsprechend überspielt werden muss ..), ist es bei Italienern genau andersherum … 

Dazu der Fußball: England – Kick and Rush, Italien – Catennaccio und spielerisch immer nur so viel, wie gerade nötig. Dazu natürlich endlose Theatralik und Schauspielerei … wobei beim letzten Thema englische Spieler nicht nur aufgeholt, sondern direkt längst die ´Marktführerschaft´ an sich gerissen haben. Italien hat aber mindestens im Spiel gegen Belgien gezeigt, dass sie diesen Platz nicht kampflos abgeben wollen …

Ja, Stereotypen sind was Feines … und beide Teams stehen sicher nicht zu Unrecht im Finale, eben weil sie genau solchen nicht entsprechen. Coole Teams, coole Trainer, könnte nen geiles Spiel geben. Könnte .. ist ja ein Finale und ein zähes Abtasten zweier sicher stehender Abwehrreihen ist mehr als möglich …

In England brennt der Baum ohne Ende und die Aufregung, Spannung und Freude ist absolut greifbar, aber das ist in Italien auch nicht anders: ich war bei der WM 1990 in Italien und die Art und Weise, wie wirklich das ganze Land und noch die letzte Eisbude für die WM, für den Fußball gebrannt hat, werde ich nie vergessen (Und wir haben 2006 ja selber allerhand angezettelt im eigenen Land). Die Italiener singen da wohl nicht drüber, aber die letzten Jahre waren im Fußball auch nicht so prickelnd für die …

So, ein Spiel noch und dann ist endlich wieder normaler Fußball angesagt. Mal gucken, wie man Eventfans beibringt, dass ein Spiel nur 90 Minuten dauert …

Nessun Dorma.

Viel Spaß!

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It´s Coming Home, It´s Coming Home, It´s Coming, Arsenal´s Coming Home …

So sieht´s aus, denn heute beginnt für Arsenal die Saison 2021/22 mit dem Trainingsstart in London Colney, ihrem Trainingsgelände. LC ist übrigens kein Stadtteil von London, nein, sondern ein kleiner Ort in Hertfordshire in der Nähe von St. Albans fast direkt an der M25 (Namensursprung aus dem 16. Jh.: ´Colney on the road to London´). Wie die anderen großen Londoner Clubs hat Arsenal seine Base (zumindest für den Profikader) platzbedingt eben auch außerhalb der Stadt. Auf dem Luftbild unten habt ihr einen kleinen Überblick – wobei: die Plätze rechts oben gehören gar nicht dazu, das ist das Gelände vom Watford FC …

Von 2003-2012 war LC auch das Trainningsbase für die englische Nationalmannschaft (bis die FA ihr eigenes Camp in den Midlands fertig gebaut hatte). Wären sie noch dort, könnten die Kollegen auch direkt Bukayo Saka wiedersehen. Der ist allerdings nicht wieder zurück bei der Arbeit, sondern immer noch dabei. England hat ja noch was vor …

„Three Lions“ ist ja ein Sehnsuchtssong von 1996, geschrieben von den Lightning Seeds für die EM ´96 in England. Wunderbarer Popsong, so richtig zum Leben erweckt aber auch durch begeisternde Auftritte der englischen Elf bei der EM. Da hatten sie einen richtigen Trainer, Terry Venables, der eine Mannschaft formen und sie auch motivieren konnte. Vorher ´30 Years Of Hurt´, dann kam Berti Gareth Southgate zu Hilfe, mehr ´Hurt´ kam dazu. Und da die FA ja auch nur ein DFB ist (so to speak), haben sie damals Venables weggejagt und fortan eine Fehlentscheidung nach der anderen getroffen, was die Position anging. Auch monströs teure Trainer aus dem Ausland haben es nicht geregelt gekriegt, aus dem teilweise unglaublichen Spielerreservoir eine Mannschaft zu formen, die den ganzen Weg gehen kann. Da wurde zu oft nach Namen statt nach Teamnutzen aufgestellt: Beckham, Gerrard, Lampard – klar, was für Leute, müssen alle spielen. Ergebnis: heben sich ihre Qualitäten teilweise gegenseitig auf … unfassbar, war für einen drögen Fußball die mitunter gespielt haben …

Und jetzt kommt ausgerechnet DER Gareth Southgate daher, macht es ganz anders und scheinbar ziemlich richtig. Eh nie ein beliebter Spieler entspricht er sowieso nicht dem Mackerleitbild der Berufsengländer und ist zudem noch ´liberal´, ´woke´, ´a snowflake´ und ´softspoken´. Igittigitt. Nicht, dass der Fußball so viel schöner geworden wäre, nicht wirklich, aber das Team wirkt wie eine Einheit und ist, wie letztens schon hier beschrieben, mittlerweile schwer in Verlegenheit zu bringen. Das ist schon mal was. Und er gibt einen Scheiss drauf, was die Leute sagen oder die radikalen Inselmedien schreiben, sondern zieht ruhig sein Ding durch. Gut, dass hat Löw auch gemacht und ist jetzt krachend damit gescheitert, aber bei dem war das eh das Ende der Fahnenstange, während es bei Southgate der Anfang ist. Die abgespielte Ukraine war sicherlich ein dankbarer Gegner mit ihren haarsträubenden Abwehrfehlern, aber nutzen musst du sie dann doch auch erstmal und das haben sie gemacht.

Oder es ist so: seitdem sich die englische Elf zum Marxismus bekannt hat, läuft es plötzlich wie geschmiert … Hä? es gibt ja eine radikale, minderbemittelte Anzahl verwirrter Freaks, die den Kniefall vor dem Spiel ernsthaft als marxistische Geste und Kotau vor einer extremistischen Organisation deuten … völliger Quatsch, aber spannend, dass die englische Elf, anders als die UEFA, weiter ganz klar ist mit einer kleinen Geste gegen Rassismus!

Eh ist es das Halbfinale der coolen Trainer: die beiden gestern zu sehen, hatte was, dazu Southgate und der dänische Coach ist auch absolut grossartig. Eine willkommene Abkehr vom bräsigen Mackertum a la Mourinho …

Ach ja, Dänemark. Ich hätte da noch ein paar Anekdoten:

Ganz früher waren sie eigentlich immer eine kleine Fußballnation, haben sich aber mit einem Knall nach oben gespielt und sind seitdem mehr oder weniger immer oben mit dabei. Auslöser war ein Qualispiel zur EM 1984 in Wembley und, was soll ich sagen, ich war dabei. Das kam so: wir waren als Teenies zu dritt drei Wochen in London (+ Leeds) im Urlaub (das ging damals, 5 Pfund pro Nacht – fürs ganze Zimmer) – Fußball, Konzerte, Festivals, Pubs, was man so macht .. irgendwann wunderten wir uns, wieso plötzlich so viele Leute mit Winkingerhelmen u.ä. in der Stadt rumliefen. Nachgefragt, ah, Dänemark spielt in Wembley, am nächsten Tag. Wir sofort elektrisiert, nach Tickets gesucht und auch gefunden. Stehplätze, im alten Wembley, Hammer. Was für ein Erlebnis: wenn auch nicht ausverkauft, aber gut 90.000 waren da, irre laut, v.a. bei „Land Of Hope And Glory“, etwas leiser noch bei der Nationalhymne, aber danach hat man eigentlich nur noch 15.000 Dänen gehört, denn deren Team hat richtig geliefert. Wir so „Dänemark, was wollen die denn?“, aber England hatte nicht die geringste Chance und war mit dem 0-1 noch gut bedient. Standardchant damals: „What A Load Of Rubbish“ oder aber, fest ins Gedächtnis eingebrannt: Wechselgesang, sozusagen – die Dänen „DENMARK“, Replik von der anderen Seite: „SHIT“. Endlos .. Hamburger Gooner können ja Thomas mal kommentarlos ´Denmark´ zurufen … ich denke, ich weiß, was seine Antwort sein könnte …

Okay, heute bin ich definitiv für Dänemark, aber das hat nichts mit Fußball zu tun ..

In den Folgejahren hat Dänemark dann bei den Turnieren mit grandiosem Offensivfußball begeistert, in der Regel ohne Abwehr. 1992 aber klappte es auch damit und sie wurden ja zur Überraschung aller Europameister. Und gegen wen haben sie auf dem Weg dahin gespielt? genau, gegen England! es war das erste Gruppenspiel, Endergebnis 0-0. England ist ausgeschieden, Dänemark nicht und hat dann ja auch das Endspiel 2-0 gegen Deutschland gewonnen (siehe letzten Artikel, welch ein Erlebnis ..).

Einer der Torschützen war jemand, der sonst nie Tore schießt: John Jensen. Vor dem Fernseher saß damals ganz offensichtlich auch George Graham. Jensen suchte damals einen neuen Verein und Graham suchte einen Ersatz für David Rocastle, denn den hatte er ohne Not und gegen dessen Willen nach Leeds verkauft (Schlicht weil die 2 Mios auf den Tisch gelegt haben und Graham mal was anderes wollte). Ergo wurde John Jensen ratzfatz für Arsenal verpflichtet. Noch heute ´feiern´ Arsenalfans den Tag, an dem Faxe sein einziges Tor für uns erzielt hat („I was there when John Jensen scored“) – am 31.12.1994 in der schlechtesten AFC-Saison der letzten Jahrzehnte (12. PL.)…

Erschreckendes Nebendetail: Jensen hatte einen norwegischen Berater, der wiederum Graham ordentlich Bestechungsgeld dafür gegeben hat, dass er Spieler von ihm zu Arsenal bringt. Jensen war nicht der erste Spieler, den er von ihm geholt hat, aber nach dem Endspiel hat er zudem sicher noch gedacht, er hat nen richtigen Burner am Start. Kam dann etwas anders: Jensen ging nach der obigen Saison, Graham wurde mittendrin gekündigt, als die Bestechung aufflog.

Das ist dann übrigens jene Saison, von der wir sprechen, wenn es heißt, dass 2020/21 die schlechteste Saison für AFC war seit eben jener 1994/95. Damals hat Arsenal dann aufgeräumt, den Grundstein für eine erfolgreiche Zukunft gelegt und amtlich investiert (u.a. in Dennis Bergkamp). Und dieses Jahr?

Erste Trainingsinfo: Gabriel ist am Knie verletzt, weswegen er aus dem brasilianischen Olympia-Kader gestrichen wurde. Jetzt fährt nur noch ein Gabriel (Martinelli) nach Tokio …

So, aber erstmal wollen wir doch nochmal sehen, was Bukayo Saka außer Einhorn reiten sonst noch so alles kann. Viel Spaß!

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Tja, die EM … die Vorrunde war ja schon sehr unterhaltsam und im Achtelfinale gab´s ein paar richtige Knallerspiele – bis dann „That´s What We Call A Klassiker“ kam, oder wie die spanische AS bemerkte: ´Das schlechteste Spiel der EM´. Kommt hin, war schon ein recht armseliger Kick. How the Mighty have fallen – ganz allgemein kann man wohl festhalten, dass die vermeintlich großen und überlegenen Fußballnationen ihr zugewiesenes Standing nicht wirklich bestätigen können: Frankreich, Portugal, Deutschland in einer Gruppe, da denkst du doch, wer dass schafft, der landet auch ganz oben. Naja, Group of Death und so, alle schon lecker im Urlaub. Auch Spanien bricht sich einen ab, Italien erst hochüberzeugend, dann fast von Österreich hergespielt. Gestern sicher nicht schlecht, aber wenn Belgien seine Chancen nutzt … und Immobile ist ganz sicher ein Arsch, aber wenn Vermaelen sich derart von seiner Schauspielerei ablenken lässt statt den Torschützen anzugreifen, dann kann man ihnen auch nicht helfen – und klar machen die Italiener am Schluß, was sie eben am besten können (schauspielern), aber im Chat bemerkte gestern jemand zurecht, dass (z.B.) Lacazette das auch immer macht – dummerweise ist der Unterschied, dass er für Arsenal spielt, das selten gepfiffen kriegt und im Gegenteil noch ausgelacht wird oder ne Karte bekommt …

England? naja, gut geht anders, aber ganz offensichtlich sind sie in der Lage, die wenigen sich bietenden Chancen zu nutzen und v.a. kriegt Southgate sie so eingestellt, dass sie schwer zu schlagen bzw. zu bespielen sind. Vors Tor kommen die Gegner jedenfalls nicht oft – wird spannend heute, denn Ukraine wird sich einmauern und auf ihre blitzartigen Konter hoffen. 

Und dann ist da noch Dänemark – die scheinen sich richtig eingegroovt zu haben und es wird ebenso spannend, ob sie das gegen Tschechien bestätigen können (die ja mal eben die Holländer versenkt haben). Meine nachhaltigste EM-Erinnerung ist ja von 1992, da war ich nämlich in Dänemark. Finale Dänemark gegen Deutschland beim Roskilde-Festival – mehr geht nicht. Die Dänen schon vorher ausser Rand und Band, haben sie den Sieg natürlich amtlich gefeiert. Und wir mit – deutscher Fußball (+ Spieler) war damals irgendwie absolut unerträglich. Ne Weile nach Abpfiff fingen Nirvana auf der großen Bühne an zu spielen und haben sich doch ´ein wenig´ gewundert, dass ihnen erst nur ein paar Hundert Leute zuhören wollten. Während Zehntausende noch mit Feiern, Trinken, Rumtoben etc. beschäftigt waren. Oh, those memories …

Und bei Arsenal so? 

Heute vor 20 Jahren war in Colney eine Standard-Pressekonferenz angekündigt. Info vorab war, dass es um die Verpflichtung eines finnischen Ersatztorwarts ging, von dem vorher schon spekuliert wurde. Klang unspannend, weswegen auch nur eine Handvoll Journalisten da waren – die dann allesamt vom Glauben abgefallen sind, als Wenger und Dein plötzlich mit Sol Campbell im Schlepptau in den Raum kamen. Das hatte wirklich niemand kommen sehen (Social Media gab es noch nicht, Internet war auch nicht sonderlich verbreitet und Arsenal-Blogs/Websites gab es bis auf einen ernsthaften nicht) und war natürlich eine entsprechende Sensation: Der Kapitän und beste Spieler der Spuds lässt seinen Vertrag auslaufen und geht zu Arsenal … ja, war aufregend … und in seiner ersten Saison haben wir gleich mal wieder das Double geholt und die besten Jahre des Clubs brachen an.

Aber deswegen jetzt gleich Kane holen? och … auf jeden Fall tut sich langsam was, nächste Woche ist ja auch Trainingsstart. Fix ist wohl mit Nuno Tavares ein Back-Up für Tierney auf links (und daran hat es ja gehapert letzte Saison, wenn KT fehlte) – spielte zuletzt bei Benfica die gleiche Rolle, gilt als großes Talent und ist mit aktuell noch 20 einerseits ausbaufähig, andererseits nimmt er altersbedingt keinen Kaderplatz weg (weil U21), was für die Gesamtplanung sehr hilfreich ist. 

Relativ sicher sind wohl auch die Transfers von Albert Sambi Lokonga von Anderlecht – der ist auch erst 21, massives Talent und von Vincent Kompany dort schon zum Captain gemacht. Spielt Mittelfeld und das scheinbar richtig gut. Zudem scheint auch der Transfer von Ben White ziemlich sicher zu sein. Kommt von Brighton, war dort Spieler der Saison, ist ein Topverteidiger und auch noch sehr jung (23). Kostet aber richtig Geld (bis zu 50 Mios …), ist ja Engländer. Tavares kostet knapp 10 M., Lokonga unter 20 M., dazu White: das ist schon mal ne Menge Geld. Legt nahe, dass der Club auf jeden Fall was vorhat und scheinbar auch einen Plan verfolgt: alles junge Spieler, die unsere anderen Youngster verstärken sollen und wir so um KT herum (Vertrag gerade verlängert) eine junge, hungrige Mannschaft mit irre Potenzial aufbauen. So der Plan …

Selbstredend ´enttäuscht´ die Arsenal-Kundschaft auf Social Media nicht: enorme Kritik an White, zu schlecht, zu unbekannt, zu teuer etc., aber hieße er Benito Blanco und käme von Betis Sevilla, würden sich die Leute nicht einkriegen … und die gleichen Leute jetzt, als das Gerücht gestreut wurde, dass Benitez mit Everton sofort 50 Mios auf den Tisch legt, am motzen, wieso Arsenal sich ausstechen lässt und nicht gleich 60 bietet …  und dann ist da noch der Saliba-Fanclub, der gerade wieder freidreht … ach …

Aber gucken wir erstmal, was die Dänen machen – und danach ist mit Bukayo Saka der letzte im Turnier verbliebene Arsenal-Spieler am Start

Enjoy

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„We all live in a Yellow Submarine …“

Unser Saisonrückblick kommt, aber wenn Santi Cazorla gefeiert wird, sind wir natürlich dabei … was für ein Erfolg für Villareal – ist ihr erster Titel überhaupt (!) und sie sind jetzt die kleinste Stadt, die je einen Europacup geholt hat. Was da seit langem geleistet wird, ist extrem beachtlich. Mit 50.000 Einwohnern so groß wie Heidenheim und im Einzugsgebiet von Valencia gelegen, das selber zwei Erstligisten hat. Quasi David gegen Goliath gestern – wenn dieser dann auch noch Man Utd ist, ist das Ergebnis umso schöner …

Vor allem nach diesem ganzen Trauerspiel um die ESL war das zudem der einzig richtige Ausgang. Das milliardenschwere Starensemble aus Manchester kriegt den Cup nicht einfach so und schon mal gar nicht, wenn sie wie der letzte Dreck spielen. Das war echt entwürdigend schlecht. Nicht, dass Villareal aufsehenerregend gut gespielt hätte, im Gegenteil, aber sie sind, zumindest in Europa, ganz offensichtlich sehr gut darin, den Gegner aus dem Spiel und ihm die Lust an diesem zu nehmen. Oder anders gesagt: sie ziehen ihn auf ihr Level runter und lassen ihn dann alt aussehen. Klappte gegen uns auch ganz gut …

Das Spiel war echt richtig schlecht und dann auch noch 120 Minuten davon. Aber das Elferschiessen, meine Fresse, habe ich so noch nicht gesehen – andersrum schon: in den 1990ern gab es mal ein Endspiel Barca-Bukarest (?), das absurd schlecht war und beim Elferschiessen gingen die ersten 6 oder so allesamt nicht rein, gestern hingegen … und full props to Francis Coquelin: alle 14 haben vorher verwandelt, alles hängt an ihm und er jagt das Ding ganz entspannt in den Winkel. Kann man mal so machen. Und das ausgerechnet MU nach Elfern verliert (alleine seit Solksjaer da ist, hatten sie 49 Elfer, AFC ganze 17 – Pool 20 etc), ist nun wirklich ´Poetic Justice“.

Wir können jetzt immerhin sagen, dass wir gegen den späteren Sieger ausgeschieden sind 

Es gibt ja zwei Regeln, wenn du die EL gewinnen willst: 1. Hole Unai Emery; 2. Aber nur, wenn du nicht Arsenal bist …

Ach ja, Unai Emery – er ist ganz sicher ein sehr guter Trainer, wie jetzt wieder zu sehen, aber richtig funktionieren tut er nur in Spanien. In Moskau flog er nach wenigen Monaten, in Paris war man auch froh, als er weg war und in London ist er nie wirklich angekommen. Man denke nur, wie verkrampft und unlocker er immer wirkte und wie locker und entspannt er jetzt wieder rüberkommt (zumindest, wenn er spanisch sprechen kann). Als Spanier englisch zu lernen und sprechen, ist ziemlich schwer, er hat sich da aber voll reingeschmissen und wurde zum ´Dank´ dafür verarscht, weil er manche Worte komisch oder falsch aussprach.

Vor allem hatte er auch die undankbare Aufgabe, der direkte Nachfolger von Arsene Wenger zu sein. Von AW war sicher die letzte Saison überflüssig (was aber mit schlechter bzw. nicht vorhandener Club-Planung zu tun hat), aber Arsenal stand ja unter ihm für einen gewissen Spielstil und da passte Unai Emery mit seinem anderen Ansatz eigentlich von vornherein nicht ins Bild. Aber Raul Sanllehi (unsere Nemesis ..) hat ihn gegen internen Widerstand durchgeboxt, wohl weil er einen spanischen Landsmann dazu holen wollte. Die ersten Monate waren ja noch gut, weil die Ergebnisse stimmten, der Fußball hingegen war selten prickelnd (außer bei Fulham ..). EL klappte selbstredend gut, bis zum Endspiel – das wurde mit einen kruden Leistung weggegeben und auch die CL-Quali wurde auf absurde Weise verspielt. Der Start der nächsten Saison taumelte von einem Fiasko zum nächsten, so dass der Abschied folgerichtig war. Unai Emery in England wirkte ein bisschen wie ´Fish out of water´, in Spanien ist er wieder in seinem Element. ´Schuster, bleib bei deinen Leisten´, könnte man sagen, aber wenn das heisst, mit einem spanischen Verein andauernd die EL zu gewinnen, gibt es sicher Schlimmeres …

Ansonsten: Arsenal ist es selbst mit Emery nicht gelungen, die EL zu gewinnen, andersherum hat es Unai aber nicht geschafft, mit Arsenal den FA-Cup zu gewinnen – das geht auch mit niemand anderem besser …

Während die englischen ´Experten´ vor dem Spiel noch total arrogant waren (Scholes „3,4-0 für MU, easy, LaLiga ist so schlecht .. Rio Ferdinand kannte nicht mal Spieler von Villareal), war es nach dem Spiel natürlich ganz doll unglücklich, aber auch erklärbar, denn United ist ja ein Team „in transition“, das dauert eben, aber man wäre bald soweit – muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: Alex Ferguson ist bereits seit 2013 weg, Ausgaben seitdem locker zwei Miliarden und mehr, Titel: 3 (EL; FA-, EFL-Cup). Arsenal hat seitdem übrigens vier Titel geholt (4 x FA-Cup) ..

Tja, während in der Villa Fernandes noch doof geguckt wird, wird in Villareal hemmungslos weiter gefeiert. Mittendrin mit Sicherheit: Santi Cazorla. Hoffentlich hört er dieses Jahr auf zu spielen und hat dann ganz vielleicht Bock auf den Co-Trainerjob bei Arsenal …

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Das war´s dann also – Arsenal kommt noch mal mit einer völlig souveränen Leistung um die Ecke und gewinnt ungefährdet gegen Brighton. Konnte City letztens nicht so sagen … wir haben nichts anbrennen lassen, aber dass ausgerechnet Leicester in „Sp*rsy-Modus“ umschaltet, zudem gegen „Sp*rs“, war wenig ´Schmeichel-haft´ und hat zudem mit offensichtlichen VAR-Betrug zu tun (absolute Unverschämtheit, das Handspiel von Kane nicht zu ahnden!). Aber, wie gesagt, unser Spiel war über jeden Zweifel erhaben (hätte man gerne sehr viel öfter gesagt diese Saison ..) und wir hatten auch jemand vor Ort, die die Öffnung für Zuschauer direkt miterleben konnte. Lest selbst, wie das Erlebnis für Marlene so war:

“Ich kontrolliere nochmal alles bevor ich die Tür hinter mir zuziehe. Handy, Schlüssel, Ticket, Maske? Alles da, es kann losgehen. Seit einem Jahr wohne ich nun fußläufig vom Stadion entfernt aber dank Corona führte mich bisher immer nur eine meiner Jogging Routen dahin.
Dann die Nachricht von Jens “willste zum Brighton Spiel, ich hab ein Ticket im Ballot bekommen.” Kurz mein Kalender gecheckt und dann sofort zugesagt, das lasse ich mir doch nicht entgehen …

Auf dem Weg zum Stadion kehre ich noch fix zum traditionellen pre-match pint im Tollington ein. Es ist überraschend leer, man stand ausnahmsweise mal nicht wie die Sardinen gequetscht, was eigentlich ganz angenehm ist. Das Tollington kämpft übrigens gerade mit deren Vermieter, die den Mietvertrag kündigen wollen. Als Grund geben sie Mietschulden an, die sich während des Lockdowns angehäuft haben. Wer das Team unterstützen möchte kann gerne die Petition unterschreiben, zu finden ist diese auf deren Facebook page. Ich hoffe sehr, dass das Tollington den Kampf gewinnt und uns auch weiterhin noch erhalten bleibt, ich verbinde  die ein oder andere legendäre Arsenal Germany Erinnerung mit diesem Ort.

Weiter geht’s zum Stadion. Davor, wie angekündigt, die Anti Kroenke Demo. Die Polizei ist vor Ort, hält sich aber zurück, dank dem eher demounfreundlichen Wetter sind es nicht so viele, da kommen halt nur die Hartgesottenen.Zugang zum Stadion erfolgt sehr kontrolliert. Anstelle wie normalerweise kurz vor den Turnstiles, werden die Taschen- und Personenkontrollen jetzt direkt an den Zugängen durchgeführt, so entzerrt sich das alles direkt vorm Stadion, da nur noch fix das Ticket gescannt werden muss. Im Stadion selbst wird drauf geachtet, dass alle Maske tragen und sich niemand unnütz lange im Foyer aufhält, deswegen gab es auch keine alkoholischen Getränke zu kaufen, die waren ja dank des Alkoholverbots auf den Tribünen der Hauptgrund fürs rumlungern im Foyer. Also diesmal kein Halbzeitbier, was man eh jedesmal viel zu hastig runterstürzt, da man eine gefühlte Ewigkeit dafür angestanden hat.

Die Stimmung im Stadion war echt gut. 10.000 Leute waren erlaubt. Als das Team einlief und die ersten chants gesungen wurden hatte ich dann tatsächlich Gänsehaut und etwas Pipi in den Augen, habe das alles doch etwas mehr vermisst als ich gedacht habe. Und die Fans haben gut Krach gemacht, teilweise war kaum ein Unterschied zu einem regulären Spiel voller Touristen in pre-Corona Zeiten zu hören, je nachdem wo man damals saß. Was an sich schon etwas traurig ist, wenn man mal so drüber nachdenkt.

Während des Spiels liefen die Stewards rum und achteten drauf das weiterhin jeder seine Maske trug und das Spiel auch ja nicht im stehen verfolgt. Letzteres wurde wie gewohnt eher sporadisch befolgt.

Die erste Halbzeit brachte ein paar gute Chancen, blieb aber leider torlos, was der Stimmung allerdings kein Abbruch tat. In der zweiten Halbzeit wendete sich das Blatt, praktischer Weise spielte Arsenal auch noch auf das Tor hinter dem ich saß. Keine 5 Minuten gespielt und schon zaubert Pepe den Ball in das Tor und weil’s so schön war, macht er das ganze kurz vor Ende nochmal. So macht Fußball Spaß. Socially distanced Jubel unter den wachsamen Augen der Stewards bei uns Fans.

Ich gehe durchgefroren aber glücklich nach Hause, auch wenn uns Sp*rs am Ende noch überholt haben und wir nicht in der Europa League spielen werden. Was für mich heute zählte, war endlich mal wieder Fußball live im Stadion sehen zu können und mir die Seele aus dem Leib zu singen. Denn Fußball ohne Fans ist einfach nix… deswegen, wie auf vielen Plakaten heute: Kroenke Out. Fans In.”

 

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So, ein Spiel noch und diese verkorkste Saison ist endlich vorbei. Kein Bonusspiel hintendran, welches wir ehrlich gesagt auch nicht verdient haben. Immerhin hat Arsenal seit dem desaströsen Halbfinal-Aus alle Spiele gewonnen, womit sie jetzt zum Schluss auch nicht aufhören sollten.

Wer hätte das gedacht? es geht tatsächlich noch um was: vor allem winkt bei einem Sieg der „St. Totteringham´s Day“, der natürlich schon mal jede Kraftanstrengung wert ist. Die Luschen spielen bei Leicester, die ja selbst noch richtig Gas geben müssen, insofern ist deren Niederlage mehr als möglich. Zudem würden wir bei einem Sieg sehr wahrscheinlich auch noch Everton überholen (ob die bei City gewinnen, ist sicher fraglich), womit wir uns dann allen Ernstes doch noch für Europa qualifiziert hätten.

Okay, ist ´nur´ die Europa Conference League, der neue UEFA-Cup sozusagen, so richtig viel Glamour hat das noch nicht, aber wenn wir im Achtelfinale Union Berlin zugelost bekommen, ist alles vergessen, oder?

Brighton hat sich womöglich gegen City genug ausgetobt und wir sind hoffentlich in der Lage, einen ebenso energievollen Auftritt an den Tag zu legen. Zumal ja endlich wieder Zuschauer im Stadion sind und für Leben in der Bude sorgen. Wir sind wie gesagt auch vor Ort und Mali wird uns einen Bericht schicken, wie denn der Spieltag so war. Es ist ja zudem nicht nur im Stadion was los, sondern auch davor: der „Kroenke Out“-Protest wird massiv aussehen (schon deswegen, weil ja 10.000 Leute im Stadion und damit auf der Ecke sein werden) und damit das auch seriös wahrgenommen werden kann, wird das hoffentlich nicht zu chaotisch vonstatten gehen.

Im Stadion wird sicher auch protestiert, aber der Support für das Team sollte im Vordergrund stehen und das Team wird sich dem hoffentlich würdig erweisen. Ein gutes Spiel zum Schluss wär nochmal was und wenn´s dann noch ne Kleinigkeit zu feiern gibt, umso besser!

Morgen gibt´s dann hier eine Analyse zur aktuellen Saison, Mittwoch eine zu Kroenke und darauf folgend eine Zusammenfassung, was die letzten Jahre/Jahrzehnte alles so falsch gelaufen ist bei Arsenal. Und warum. Stay tuned.

Aber erstmal viel Spaß nachher – vielleicht gibt´s ja noch einen halbwegs versöhnlichen Abschluss einer Saison, die ansonsten ziemlich für die Tonne war …

C O Y G

Pépé and Martinelli sink Crystal Palace to keep Arsenal's European hopes  alive | Premier League | The Guardian

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