So, jetzt ist es offiziell und Mesut Özil verlässt uns und geht zu Fener nach Istanbul. Sein alter Lieblingsverein. Passt dann ja. Für alle. Arsenal spart ein bisschen Geld und hat das Thema endlich on der Backe. Wobei man sich immer fragen wird, was sich der Verein die letzten drei Jahre gedacht bei der ganzen Sache (bzw. hat in der Zeit bei überhaupt irgendwer, irgendwann substantiell nachgedacht?), aber sagen wir mal so, immerhin haben wir zur gleichen Zeit nicht Alexis Sanchez einen Vertrag zu völlig absurden Konditionen (500k/Woche) gegeben, für mehr oder weniger null Ertrag (gut, ein Klaviervideo ..) und ihm 50 Millionen ausgezahlt (für zwei Restjahre Vertrag), damit er endlich geht … 

„If you love football, you love Mesut Özil“ hat Arsene Wenger mal gesagt. Und stimmt, ging vielen so, anderen nicht so ganz („Wie der schon guckt“, „Die Körpersprache ist irgendwie so Komisch“), auf jeden Fall haben sich an ihm schon immer die Geister geschieden. Ich war immer jemand, der Mesut fast bis auf´s Blut verteidigt hat. Warum? nun, er hat in meinen Mannschaften gespielt: für die Nationalelf und später v.a. für Arsenal. Einer von uns. So sehe ich das. Was er jetzt bei Fener macht oder nicht, ist mir herzlich egal. Ich habe seine Spielweise gesehen und ein bisschen verstanden und in vielen Diskussionen kam im Schnitt raus „Ich mag ihn nicht“ und das fand ich immer ungerecht. Mesut hätte drei Millionen Tore für uns schiessen können und manche würden immer noch was von „Glück gehabt, gute Mitspieler etc“ murmeln, so isses einfach.

Fußball sieht bei Mesut oft so verdammt einfach aus, dass man eben denkt, da muss doch noch mehr gehen. Und klar ist er ein Luxusspieler, für einen wie ihn brauchst du kompetente Leute um ihn herum – wenn er die bei Arsenal hatte, lief es zauberhaft, wenn nicht, war es schon mal zäh bis unerträglich. Er ist aber auch ein Spieler, der andere besser machen kann. Alexis ist mit ihm zum Weltklassespieler geworden, nur um ohne ihn nicht ansatzweise daran anknüpfen zu können. Und er ist ein Spieler, den man im Stadion sehen muss, um zu verstehen, was er so macht. Er ist z.B. ständig unterwegs, wenn auch gerne im Trab, aber beschäftigt damit Gegenspieler. Vor einem Jahr wurde Lampard gefragt, warum Chelsea Arsenal in Überzahl nicht dominieren konnte und seine Antwort war, dass das Laufspiel von Özil seine Aussenspieler so sehr beansprucht hat, dass sie sich nicht wie üblich ins Angriffsspiel einschalten konnten. Spannende Aussage und kann ich ob vieler Stadionbesuche bestätigen. Gibt vieles, was du im TV nicht siehst, bestes Beispiel Halbfinale gegen Atletico, wir spielen super, hätten klar gewinnen müssen, Team superdominant, nur Özil sieht man kaum. Im TV. Shitstorm entsprechend. Realität: Diego Simeone (der entgegen MÖ ja als ´echter Kerl´ durchgeht) hat entschieden, dass Mesut konsequent in doppelte Manndeckung genommen wird. Kam er in Ballnähe, sprang sofort ein Dritter hinzu (Grieszman in der Regel). Das haben sie auch in Unterzahl bis zum Schluss durchgezogen. Dadurch wurde er kaum anspielbar und wenn, ging nur one touch in schneller Bewegung. Ergo war er pausenlos unterwegs und hat gecheckt, wie weit er seine beiden Schatten dadurch vom Spielgeschehen wegziehen kann. Das war tatsächlich faszinierend zu sehen und wie ein Spiel im Spiel. Auf jeden Fall hatten wir dadurch viele Räume, die v.a. Ramsey weidlich genutzt hat. War so nur im Stadion zu sehen – und unterm Strich ist es ja so, dass Mesut vor Ort in der Regel abgefeiert wurde, denn da kriegt man sowas ja mit. Und auch manche kleine Dinge, die nur technisch so begabte Spieler wie Mesut hinkriegen. Bei uns so gesehen vielleicht noch von Spielern wie Bergkamp, Henry oder Cazorla. Spieler, die den Unterschied machen (können), die mehr wert waren/sind, als die reine Statistik hergibt. Spieler, die v.a. auch bei „Pre-Assists“ oder „Chances Created“ weit vorne liegen, nicht nur direkten Torbeteiligungen. Aber selbst da liegt Mesut mit knapp 50% seiner Spiele für uns (bei der Nationalelf sind´s sogar weit über 60%) auf dem Papier gar nicht so schlecht. Das Ende war nicht schön (spannend aber, wie alle Mitspieler, anders als bei Alexis, ihn mit netten Worten verabschiedet haben), aber was wird wohl bleiben? natürlich die guten Momente, ist doch klar. So wie viele Gooner mit Adams, Henry oder Fabregas großgeworden sind, so war für viele jetzt Özil ein Bezugspunkt. Was werden die in zehn Jahren über Arsenal sagen? oder andersherum: eine der großen Arsenal-Legenden ist Liam Brady. Arsenal damals auf dem Papier nicht der Rede wert, in der Liga Mittelmaß, man ist eher ein Pokalteam, aber von vier Endspielen gingen drei verloren. Überzeugend klingt das wirklich nicht. Aber er konnte am Ball mehr als andere am Glas – und daran erinnern sich die Altfans nur all zu gerne …

Anyway, MÖ10 ist Geschichte, wir blicken in die Zukunft und wenn nicht alles täuscht, wird die 10 demnächst von Martin Odegaard getragen. Kann man sich kaum besser ausdenken …

Heute abend gibt es wieder ein Spiel in Southampton. Sehr schade, dass Mikel Arteta dieses als wichtiger erachtete als das am letzten Samstag. Unsere Aufstellung war eine Einladung an Soton. Umstellung der Abwehr, okay, das war nicht das Problem (obwohl Soton natürlich bezugt Cedric´s ungewohnte Seite angegriffen hat), aber davor so ein undynamisches Mittelfeld aufzustellen, ist schon krass (wann endlich greifen „Fußballerische Gründe“ auch bei Willian?). Da hätten uns auch Lewandowski, Ronaldo und Auba im Sturm kaum was genutzt – hätten ja keine Bälle gekriegt … ja, schade, raus aus dem Pokal und damit der einzig realistischen Chance auf einen Titel (und possibly Europa). Gut, wenn heute eine unfassbare Siegesserie in der Liga startet, dann …

UP THE ARSE!

Bildergebnis für martin odegaard

 

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Amanda Gorman hat vorgestern ein Event gerockt, bei dem es nicht wirklich um Fußball geht. Far from it. Aber es ging auch um Aufbruch, Erneuerung und eine mögliche bessere Zukunft. Bei einem ansonsten sehr pathetischen und amerikanischem Ritual hat sie mit ihrer jugendlichen Power und Ausstrahlung enorm begeistert. Wie wärs mit nem Job als Motivationscoach bei Arsenal?

Allerdings: so wie ihr Poem die richtigen Worte sind für dieses irritierende Land da drüben, so sind es bei uns Bukayo Saka, Emile Smith-Rowe oder Gabriel Martinelli, die uns mit ihrer jugendlichen Power im wahrsten Sinne aus dem Keller geholt und uns das Vertrauen in das Team zurückgegeben haben („We´ve braved the belly of the beast … and yet the dawn is ours ..“). War vorher sichtbar, dass die ´Alten´ nicht in der Lage waren, das Team nach vorne zu bringen, so geht seit Martinelli´s Rückkehr ein Ruck durchs Team und durch ESR´s Teilnahme geht Saka jetzt nochmal richtig steil und auch andere kommen aus dem Knick. Gut, fünf Schwalben machen noch keinen Sommer, aber ist der Trend nicht your friend?

Am 16.12. beim Liga-Hinspiel gegen Southampton sah es noch wenig erbaulich aus: wir ein Team von der Rolle, die eines in Form nach einem guten Lauf. Seitdem: wir 5/1/0, die 2/2/2, also schon mal bessere Voraussetzungen für den kommenden Double-Header (Sa, 13.15 Uhr, Pokal, Dienstag Liga). Letztes Mal hat Theo ja direkt gezeigt, dass er noch richtig gut kicken kann, das kann er dann jetzt mal schön bleiben lassen. Und er wird (hoffentlich ..) sehen, dass das jetzt ein anderes Arsenal sein wird, nämlich eines, dass zeigt, dass das unser Pokal ist!

Und mal sehen, wer im Tor steht, denn heute hat Arsenal ´out of the blue´ die Leihe von Mat Ryan aus Brighton angekündigt. Hammer. Ernsthaft. Zum einen, weil das wirklich niemand auf dem Schirm hatte (man kann also doch noch Deals ohne ´Drumherum´ machen), fast so, wie damals bei Campbell, wobei Ryan dann aber doch nicht ganz das Kaliber ist. Nichtsdestotrotz jahrelanger Stammtorwart in Brighton, bei Australien und in meinem Fantasyleague-Team. Zudem ist er auch noch lifelong Gooner und schreibt mit Begeisterung von diesem Wechsel und den alten Zeiten mit mitten in der Nacht (down under) aufstehen für Arsenal usw. Cool. Fällt zudem auch noch unter die ´Home grown´-Regel.  Der Leidtragende ist Runarsson, für den das Abenteuer Arsenal schon im Januar vorbei sein wird. Teures Missverständnis leider.  Aber auch sonst werden die Reihen ausgedünnt („We will not march back to what was, but move to what shall be“) und der Blick nach vorne gerichtet.

Einer geht wahrscheinlich so: von MO 10 zu … MO 10 – marketingtechnisch natürlich brillant. Okay, statt Punkten auf dem O gibt es jetzt einen Schrägstrich durchs O, aber sonst? da muss man erstmal drauf kommen … es sieht ganz so aus, als ob wir die Leihe des ehemaligen Wunderkinds Martin Odegaard von Real Madrid an Land ziehen. Real möchte den eh lieber an uns abgeben als an Sevilla oder San Sebastian (direkte Konkurrenten um die CL-Plätze), kicken kann er sowieso ganz ordentlich und könnte uns noch mal einen Push geben. Und wer weiß, vielleicht ist Real ja auch verkaufswillig (wenn´s gut läuft mit ihm), weil sie ggf jeden Cent zusammenkratzen müssen, wenn es mit Haaland und/oder Mbappe klappen sollte. Spannende Geschichte, soviel ist sicher.

Und: beobachten sollte man in den beiden Spielen bei Soton Ryan Bertrand – er ist scheinbar unsere erste Option als Back-Up/Ergänzung für Tierney. Ist Stammspieler dort, englischer Nationalspieler, Fantasyteam-Regular bei mir und hat v.a. nur noch bis Sommer Vertrag. Sollte also nicht soo teuer sein und wäre eine erstklassige Wahl!

„For there was always light.

If only we’re brave enough to see it.“

WIR sind der Titelverteidiger

„If only we’re brave enough to be it.“

COME ON ARSENAL!

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So, heute geht´s zur Abwechslung mal wieder gegen Newcastle United und wir werden sehen, ob es positiv ist, dass wir heute nur etwa 93 Minuten (+/-) Zeit haben, den Sieg rauszuholen. Gegen Palace zuletzt sah es teilweise recht schwungvoll aus, aber nur für so 20-30 Minuten, danach flackerte zu Beginn der 2. Hz. nochmal Leben auf, ward aber schnell nicht mehr gesehen. Das Team war etwas platt, sagte MA, aber nach vier Siegen haben wir uns den Schwung nehmen lassen von einer zielstrebigen Palace-Verteidigung. So wurde ESR zugestellt, war im Prinzip nur anspielbar, wenn er an die Aussenlinie ging und schon war unser Triangel-Kurzpassspiel im Arsch – fast jedes Mal kam der letzte Ball nicht an. Man denkt noch so, die verteidigen halt clever und wissen, wie sie sich auf uns und (vermeintlich) ähnliche Gegner vorbereiten und dann sieht man, dass City die ganz entspannt mit 4-0 entsorgt. Makes you think …

Back to life, back to reality … manche träumen ja schon wieder von den Europa-Plätzen, aber wir müssen sehen, dass wie nach wie vor noch „das Haus“ weiter in Ordnung kriegen: die Lösung sollte wirklich nicht sein, ESR aus dem Spiel zu nehmen, weil er ineffektiv war am Donnerstag, sondern zusehen, wie es mit ihm besser funktioniert. Dabei fiel immerhin schon mal auf, dass Auba deutlich mehr Hackengas gegeben hat als zuletzt und sich mehr eingebracht hat, auch wenn das nicht in Abschlüssen resultiert hat – immerhin, aber sonst: spielst hochüberlegen gegen Palace, aber die führen die Statistiken an, weil sie dann doch auch mal aufs Tor schiessen .. Das muss besser werden und zwar heute!

Besser werden auf einer anderen Ebene sollte es zumindest dadurch, dass die ewige Hängepartie mit Mesut Özil wohl zum Ende kommt. Noch ist es nicht offiziell (Pferde, Apotheke, ihr kennt das ..) und wird sicher erst morgen, nach dem Spiel kommuniziert. Manche Leute jubeln (aber die haben schon  gekotzt, als er gekommen ist), manche traurig und die allermeisten erleichtert (wie ich), dass nach der langen Saga die Geschichte endlich durch ist, ein Haken hinter den ganzen Kram gemacht und nach vorne geguckt werden kann. Wir hier und er kann meinetwegen die Türkei rocken oder auch nicht, mir egal. 

Besser geworden ist es aber auch für Arsenal, als Mesut zu uns gekommen war. Wer erinnert sich nicht an den Jubel, als er gesignt wurde. Ich selbst hab´ auch sofort nen Flug zum ersten Spiel gebucht: Heimspiel gegen Mordor, majestätischer Empfang, 3-0 und gleich 2 Assists von Mesut … „He hit the ground running“, wie man eigentlich in England so sagt, aber Teile der Presse (natürlich die vom rechten Rand + Talksport) haben von Anfang an und ohne Ende gegen ihn gewütet und nie damit aufgehört, im Gegenteil, aber egal, ausgerechnet er brauchte absolut keine Anpassungszeit. Und mit ihm hat das Team, das damals eigentlich ziemlich durch den Wind war, in seiner ersten Saison nach 9 Jahren wieder einen Titel geholt. Weitere sollten folgen (mit Topleistungen von ihm in den Finals).  Nur, es wäre mehr möglich gewesen und damals wie heute ist es irritierend, wie wenig Arsenal die Hinzunahme eines vermeintlichen ´Luxusspielers´, der er ja irgendwie ist, mit entsprechenden anderen Transfers unterstützt hat. Remember: damals hiess es immer, wir brauchen nur 1-2 Spieler auf bestimmten Positionen und dann sind wir richtig vorne dabei – kam aber nicht … was der Verein mit ihm, wegen ihm oder auch nur drumherum in den letzten Jahren alles falsch gemacht hat, ist atemberaubend – alleine, den Vertrag mit ihm zu amtlichen Konditionen zu verlängern Ende Januar, nur um am 1.2. einen Sportchef anfangen zu lassen, der komplett dagegen an arbeitet. Den unpassenden Trainer einstellt (man stelle sich vor, bei Barca fängt jemand an und sagt: Du, Messi, spielst ab sofort bitte auch wie Busquets ..) und auch sonst komplett gegen alles arbeitet, was Arsenal sich in den Jahren zuvor erarbeitet hatte (man denke an den Ramsey Abgang). Wer hat da irgendwas, irgendwann auch nur mittelfristig für den Verein geplant? und zwar durchdacht?

Anyway, Mesut war nicht scheisse, aber auch kein Heiland und ich schreibe hier morgen auch noch mehr dazu, aber erstmal zählen wir, Arsenal, und wir spielen heute Abend. Und werden gewinnen!

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Spiele am Donnerstag sind eigentlich gar nicht so schlecht. Statistisch gesehen. Für Arsenal zumindest: 7 Spiele, 7 Siege ( 6x EL, 1x EFL-Cup gegen Liverpool). Kann also nicht am Wochentag liegen, falls Schuldige gesucht werden heute Abend …

Vor Weihnachten (und dem Spiel gegen den Club vom Broadway .. Fulham Broadway), inmitten maximaler Verunsicherung Arsenal betreffend, hat Mikel Arteta gesagt, dass die nächsten 3 Spiele absolut entscheidend sind für das Team und die Richtung, die der Club diese Saison geht. Nun hat Arsenal tatsächlich alle 3 Spiele gewonnen und on top dazu noch das Pokalspiel gegen den nordenglischen Linienbus (kommt nächste Woche wieder). Hätte damals nicht jeder drauf gewettet, ist jetzt aber so. Neue Ziele also: die nächsten beiden Spiele sind jetzt laut MA die entscheidenden – nicht unlogisch, denn es sind 2 Heimspiele gegen (auf dem Papier) machbare Gegner und danach kommen bis Ende Februar richtig fette Aufgaben (wozu ich auch Leeds home zählen würde). Also, Anlauf nehmen und mit 6 Punkten hinein ins Vergnügen ..

Schön zu sehen, dass auf der Insel die einschlägigen Medien uns insofern wieder ernst nehmen, indem sie versuchen, Arsenal-Fans in die ausnahmsweise positive Suppe spucken wollen: Ziel war kurioserweise Kieran Tierney … Talkrunden bei Talksport, dass er er doch überhaupt nicht wirklich gut ist und an anderer Stelle (kam vom Telegraph) werden sich Transfergerüchte um ihn ausgedacht … Kinderkram, klar, aber spannend, dass sie nicht mehr das Schlechte noch schlechter reden, sondern wieder anfangen, an dem (bisschen) Positiven zu kratzen ..

Unter der Woche wurde Rob Holding verlängert – grossartige News und zudem schön, dass Arsenal seinen zukünftigen Captain auch finanziell über das Niveau isländischer Torhüter hebt. Tragisch, dass es immer noch Trottel gibt, die ihm nicht ansatzweise Qualität zutrauen. Da passt schlicht der Satz von AW: „Sorry that he didn´t cost 50 million, so he can´t be any good“ – manche leben halt immer in ihrer Fussball-Fantasiewelt und bewerten alles nach seinem Preissschild ..

Nicht ganz unwichtige News gab es heute noch, denn Arsenal hat demnächst einen neuen ´Director of Football Operations´. Seit KSE (Kroenke) im Frühjahr das Arsenal Board mit Tim Lewis (einem hochangesehenen Top-Anwalt und zudem, nicht ganz unwichtig, langjährigen Arsenal-Fan) ergänzt und diesem direkt das Mandat gegeben hat, sich alles beim Verein mal genau unter die Lupe zu nehmen, sind seitdem zwei Top-Executives rausgeflogen. Der eine fristlos (Raul Sanllehi) gleich im Sommer, der andere (Huss Fahmy) fristgerecht per Ende des Jahres. Ersterer Job wurde nicht neu besetzt und für den anderen wurde heute der Neue vorgestellt:

Der gute Mann heisst Richard Garlick, ist 44 Jahre und kommt von der FA. War dort seit 2,5 Jahren ´Director of Football´ und hat davor 8 Jahre als `Director of Football Administration´ bei West Bromwich Albion gearbeitet. Hat also schon ein ´bisschen´ Erfahrung und ist eigentlich ausgebildeter Anwalt mit Fachrichtung Sportrecht. Sieht zwar nicht so hipstermäßig aus wie sein Vorgänger, aber dafür wie einer, mit dem etwas schwierig zu verhandeln ist. Nicht, dass wir das nicht brauchen könnten … und klar, schon dem Namen nach (sehen wir ihm mal den Grammatikfehler nach) sollte er in der Lage sein, uns alle Vampire vom Hals zu halten, die uns (finanziell) aussaugen wollen …

Crystal Palace war immer ein unangenehmer Gegner für uns, gerade zu Hause, und wir können nur hoffen, dass Mikel Arteta genau wie wir alle am Samstag gesehen hat, welche Spieler den Laden in Schwung bringen und welche ihn bremsen. Zudem ist Thomas Partey wieder mit im Rennen (und womöglich sogar Martinelli) und der wird unser Mittelfeld eher nicht verschlechtern … gerne so: Leno / Tierney, Mari, Holding, Bellerin / Xhaka, Partey / Smith Rowe / Aubameyang, Lacazette, Saka … ich glaub´, da geht was. Viel Spass!

COME ON THE ARSENAL!

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2021 wird ja besser werden und gleich zum Beginn haut Arsenal die bisher beste Saisonleistung raus – was für ein Start …

Aber kaum spielt Arsenal mal unter der Woche nicht, drehen sie am anderen Ende der Welt durch: so mussten wir alle die Reality-TV-Liveversion von „Olympus Has Fallen“ sehen – und man konnte wieder sehen, wie Hollywood immer übertreibt: im Original fette Explosionen und endloses Geballer, in echt brauchte es das alles gar nicht, weil die Einzeller so durchgewunken wurden und sich austoben konnten (wo ist Gerard Butler, wenn man ihn braucht?). Okay, man musste bestimmte Bedingungen erfüllen, aber sonst? lag aber vielleicht auch nur an den Corona-Reisebeschränkungen, dass die Amis den Umsturz eben im eigenen Land versuchen müssen …

Hat natürlich nicht wirklich mit Fussball zu tun, allerdings: vor einigen Wochen gab es ja heftige Diskussionen in England wegen des „Taking The Knee“ der Spieler vorm Anpfiff. Die Initiative ging im Sommer AUS GRÜNDEN von den Spielern aus und wird seitdem durchgezogen. Weiß ja nicht, wie es euch dabei geht, aber ich dachte auch schon, dass es ggf. langsam mal gut ist, die Botschaft war und ist richtig, aber ein bisschen verkommt das auch zur Karikatur … hmm, und jetzt denkt man nur mal zwei Sekunden daran, wie das Capitol bei einer BLM-Demo geschützt war und was für ein irres Gemetzel es gegeben hätte, wenn die Aufständischen farbig gewesen wären. Totale Scheisse, dass man über sowas überhaupt sprechen muss, aber der Kniefall ist mehr denn je berechtigt (auch wenn es nur biedere Symbolik ist ..).

Boah, fing eigentlich so gut an, oder? aber am Samstag spielt Arsenal ja endlich wieder und man freut sich auch richtig drauf (war vor Weihnachten nicht unbedingt so ..): das erste von zwei Spielen gegen Newcastle United. Am 18.1. geht´s in der Liga ab, jetzt aber ist erstmal Pokal. FA-Cup – unser Wettbewerb. Rekordsieger, Titelverteidiger und ja wohl auch Titelanwärter für dieses Jahr. Man muss im Prinzip nur Hector Bellerin in die Startelf stellen, dann klappt das schon (er hat dann noch kein einziges FA-Cupspiel verloren). Easy, oder? ansonsten mal gucken, ob die Mannschaft durch die ´Spielpause´ diese Woche nicht aus dem Tritt gekommen ist und zuletzt so viel Selbstvertrauen getankt hat, dass sie weiter versuchen wird, so mutig und intensiv zu spielen wie zuletzt. Spannend wird auch sein, ob und wie ggf Balogun ins Spiel kommt (oder ob er eh schon im Abflug ist).

18.30 Uhr geht´s los, das Spiel läuft bei Dazn. Viel Spaß!

COME ON YOU GUNNERS!

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2020 kann weg – soviel ist mal sicher.

Wobei, wenn in einiger Zukunft neue Arsenal-Fans auf die Historie sehen und feststellen „Ach, guck mal hier, 2020, da haben se Pokale gewonnen, war wohl ganz okay das Jahr ..“, dann ist das wohl so und immerhin können wir Gooner mit Recht sagen, dass dieses Jahr auch Highlights hatte, aber das sind im Gesamtbild irgendwie nur Randnotizen, wenn heute eigentlich fast jeder Mensch auf der Welt ein herzhaftes „Fick Dich, 2020“ raushauen möchte und selten ein neues Jahr sehnsuchtsvoller erwartet wurde. No pressure, 2021, no pressure … aber Du kriegst das hin!

Meine Fresse, Ende Februar noch habe ich hier mit Begeisterung von einem London-Trip mit PL-fernem Oldschool-Fußball, einem geilen Arsenal-Spiel, Freunde treffen etc. – keine drei Wochen später und jetzt immer noch wirkt das wie ein Erlebnis aus einem anderen Leben … wann werden wir das wieder erleben?

Diese scheiss Pandemie verlangt uns allen so einiges ab und bleibt uns auch noch ein bisschen erhalten, aber es gibt doch langsam Licht am Ende des Tunnel: seien es die Vakzine oder die Hoffnung, dass diese Pandemie ähnlich verläuft wie die letzten großen Pandemien (Hongkong-, Asiatische oder Spanische Grippe), die alle nach 1 bis 1,5 Jahren deutlich schwächer wurden und sich dann verflüchtigten. Dieses Jahr lehrt uns Demut (im besten Fall) und zeigt, wem Rücksichtnahme und Gemeinwohl wichtig sind und wem ggf. weniger. Wenn man mittendrin in etwas Unschönem ist, ist es immer anstrengend, aber es gibt ja nun mal Hoffnung und wenn wir demnächst wieder langsam auf Betriebstemperatur kommen, geht der Punk so richtig ab.

Wir möchten uns an dieser Stelle ganz besonders bei allen German Gooners bedanken, die auch und gerade in dieser anstrengenden Situation bei uns geblieben sind und uns und dem Verein treu sind. Und: Corona mal aussen vor, so richtig viel Spaß hat Arsenal die letzten Jahre ja nun auch nicht gemacht … aber okay, wer es einfach haben will, der wählt sich ganz sicher nicht Arsenal als Lieblingsverein. Allein dieses Jahr: holen den Pokal, dann direkt nen kleinen  hinterher, man denkt so „The Only Way Is Up“, aber Arsenal steigt natürlich wieder voll auf die Spaßbremse und fährt erstmal im Rückwärtsgang (ohne hingucken) auf den Abgrund zu … um dann vom Weihnachtsmann gestoppt zu werden, der gerade noch rechtzeitig Martinelli im Gepäck hatte und schon geht´s wieder. So sehen wir Gooner auch Licht am Ende des Tunnels und einen versöhnlichen Jahresausklang.

Bleiben noch die weisen Worte und ein Video von vier sympathischen Herren aus Norddeutschland (Daalschlag):

Ein frohes neues Jahr

Das neue Jahr wird wunderbar

Denn eins ist ja wohl klar:

Dass das alte scheisse war!

… und jetzt alle …

Leute, vielen Dank noch mal, kommt gut rein!

Victoria Concordia Crescit

 

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Ging´s euch auch so? ich hab´ auf jeden Fall schon bei der Aufstellung gejubelt – dass sah endlich mal nach frischem Wind und einer mutigen Elf aus – und dazu noch Willian und Luiz mit „Unwohlsein“ aus dem Kader komplementiert. Vom Start weg hat man mal wieder ein griffig Fussball spielendes Team gesehen mit Zug zum Tor – entscheidend geprägt von den Youngstern im Team. Spannend auch, wie sich Laca vorne reingehauen hat – zumal er vorne drin deutlich besser aufgehoben ist (statt als falsche/tiefe/abkippende/hängende/sonstwas – 9), v.a. wenn er einen richtigen Zehner hinter sich hat, mit dem er agieren kann. Und Aussenspieler, die Gas geben …

Faszinierend, wie sich unser Spiel mit Martinelli verändert – der Junge bringt richtig Leben rein. Alleine er mit Tierney auf der linken Seite ist schon mal ein amtliches Versprechen auf die Zukunft. Idealerweise zeigt sein Auftreten den Schluffis im Team, dass spätestens ab jetzt Gas geben angesagt ist. Und Arteta zieht das mit – entweder richtig reinhauen oder „Unwohlsein“ und Tschüß.

Der Elfer war auf jeden Fall erzwungen, so viel ist sicher. Nimmt man in unserer Situation mal so mit. Haken dabei: so schnell kriegen wir wohl keinen wieder (wenn er nicht 1000%-ig sicher ist), denn im englischen TV (und woanders) wurde drauf rumgeritten, dass es kein Elfer war, wir also bescheissen würden. Arsenal wieder, so Gary Neville, „and the master of it all was Robert Pires“ … unglaublich, wie angefressen die ganzen United-Spieler von damals immer noch sind, dass es ausgerechnet Schweine-Arsenal vor 20 Jahren (+/-) gewagt hat, Ferguson´s ManU Paroli zu bieten. Pires hat genau eine Schwalbe gemacht und selbst zu seiner eigenen Verwunderung einen Elfer bekommen – das war in der Invincibles-Saison im Heimspiel gegen Portsmouth. Brauchte uns das 1-1, ergo haben wir nicht verloren dadurch. Allerdings war das in der 39. Minute – nichtsdestotrotz wird in England auf dem Ding seit damals rumgeritten, getreu dem von Fergie ausgegebenen Mantra „wenn die gewinnen, dann nur durch Betrug, diese ganzen Ausländer da bei Arsenal. Die haben das ´Diving´nach England gebracht. Was wissen die schon von unserem Fussball?“

Nicht dass uns so eine Denke mittlerweile nicht auch aus der Politik bekannt vorkommt, aber damals hat Ferguson echt nichts ausgelassen, um Arsenal irgendwie zu schwächen und der xenophobe Teil der Medien und Fans hat das sehr gerne aufgenommen. Jedesmal, wenn einer der eh wenigen Elfer für uns ggf etwas dodgy ist, geht ein künstlicher Aufschrei durchs Land (heftiger, wenn es ausländische Spieler betrifft, aber selbst Danny Welbeck wurde ja niedergemacht, als er sich mal vermeintlich zu leicht hat fallen lassen), was wohl schlicht Zweifel säen soll. Und wenn man sieht, wie bei strittigen Szenen VAR sich gar nicht erst einschaltet (weil, die bescheissen ja, liest man ja immer wieder …), klappt das auch. Jetzt haben wir also wieder ein glücklichen Elfer gehabt, was sowas für die nächste Zukunft wohl erstmal ausschließt.

Nun denn, wenn wir immer so spielen würden wie Samstag, dann bräuchten wir uns um unser Team keine Sorgen zu machen. Als wir mehrfach das 4-0 nicht gemacht haben, sagte ich noch, vielleicht ganz gut, nachher drehen die noch am Rad – dass es am Ende wieder extrem spannend wurde, ist aber auch wieder sowas von typisch Arsenal. Warum einfach, wenn´s auch schwer geht … ist wohl schlicht in der Vereins-DNA – kannste machen nix ..

Gewinnen war auf jeden Fall mal wieder schön, und gegen Chelsea no less – wobei: der andere Sieg die letzten Monate war bei MU, während wir gegen die vermeintlich Kleineren in der Regel nichts reißen konnten. Und jetzt kommen erstmal jede Menge auf dem Papier machbare Gegner. Na toll … wobei wir da in unserer Lage längst nicht mehr vom ´potential banana skin´ reden sollten, sondern von Duellen auf Augenhöhe. Blick auf die Tabelle genügt. Brighton away ist für jeden Gegner schwierig und WBA hat zuletzt gegen Pool und City gepunktet. Das wird sowas von nicht einfach. Aber wir haben Samstag gezeigt, dass wir noch leben und gehen mit mehr Selbstvertrauen (und ohne Willian u.a.) in die Spiele. Und rocken das!

Wer weiß, vielleicht wird doch noch alles gut …

COME ON YOU GUNNERS!

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„Die nächsten sieben bis acht Tage werden entscheidend sein für die Richtung, die wir in der Liga nehmen werden“ – so Mikel Arteta in der PK zum Spiel gegen Chelsea. No pressure, lads, no pressure …

“We have to stand up and we have to pick up the points. Let’s draw a line and move forward. Whether it’s bad luck or these things that are affecting our results, they have to change dramatically.” Genau, das mit dem verlieren dauernd, das muss aufhören. Echt jetzt. Der ganze schöne Plan kommt sonst ins Wanken … welcher Plan, mag mancher fragen, wie erkennt man den? nun, Edu, unser Hauptverantwortlicher zur Zeit für das sportliche Ganze, hat für sich auf jeden Fall einen Plan und nach diesem dieses Team, dieser Kader (mit Änderungen auf dem Weg natürlich) zur Saison 2022/23 aus dem Knick. So hat er´s gerade wieder gesagt. Soll vielleicht vermitteln, dass man noch ein bisschen Geduld haben müsse. Klar doch – allein Arsenal Twitter ist ein Ausbund an meditativer Entspanntheit … okay, niemand (aus den Trotteln natürlich) hat erwartet, dass Arsenal nach dem bzw. den Trainerwechsel(n) per Düsenantrieb durchstartet, aber dass der Weg nach vorne/oben erstmal direkt auf die Wand zuläuft, ist erschreckend irritierend. Was ist, wenn das Steuerrad doch klemmt?

Letztens meinte jemand zur Warum/Wieso/Weshalb-Diskussion nur knapp, dass es doch klar war, dass nach der langen Wenger-Zeit ein Loch kommt. Hätte man ja wohl auch bei ManU und Ferguson gesehen. Stimmt, aber gerade weil man das bei MU seit Jahren mitkriegt, hätte sich unser Verein deutlich besser auf den Umbruch vorbereiten müssen. Zwingend. ManU kannte das schon, denn nach ihrer grossen Zeit in den 1960ern ging ihr Starcoach Matt Busby nach gut 20 Jahren. Folge: für eine ebenso lange Zeit verschwanden sie beinahe in der Versenkung (auf jeden Fall haben sie die 2. Liga mitgenommen) und kamen erst mit Ferguson Anfang der 1990er wieder nach oben – und der war da auch schon ein paar Jahre da und wäre fast schon wieder geflogen. MU kannte das also, dachte aber, sie haben mit David Moyes den richtigen Mann und gaben ihm direkt einen Sechsjahresvertrag – von dem er dann nur sechs Monate abarbeiten konnte … Geduld ist längst nicht mehr ihr Ding und so haben sie seit Fergie schon locker 1,5 Milliarden verbrannt. Womit sie immerhin nicht wieder abgestiegen sind …

Und wir? nach zehn Jahren der erzwungenen finanziellen Enthaltsamkeit ist Geld in den letzten Jahren durchaus vorhanden und man kann sich schon fragen, was so 80 Millionen für Pepe wohl in früheren Jahren gebracht hätten, als der Kader gefühlt immer 1, 2 Mann kurz vor Weltklasse und stets diese eine, für alle offensichtliche Position nicht besetzt wurde .. lag sicherlich nicht nur am Geld, aber ein paar Taler mehr damals hätten sicher nicht geschadet ..

So, nach hoffentlich auch für euch alle geruhsamen Feiertagen gibt´s heute ein wahrscheinlich nicht ganz so entspanntes Heimspiel gegen Giroud´s neuen Lieblingsverein. Etwas schwierig zu greifen – in unserer Lage sind die Spiele bei den beiden Albion´s nächste Woche so eminent bedeutent, dass Chelsea momentan als komplett andere Gewichtsklasse daherkommt. Kann böse schiefgehen, kannst aber eigentlich nur gewinnen. Neben Martinelli braucht das Team vor allem Selbstvertrauen und das können sie heute erzwingen, aber dafür muss auch mal einer reinfallen, allerdings war das Spielglück gerade gegen Chelsea nie wirklich mal auf unserer Seite (ja, okay, Kanu damals … aber das ist über 20 Jahre her ..). Aber jetzt ist Weihnachten und Arsenal ist ja wohl rotweiss, die anderen hingegen sowas von gar nicht. Wenn wir schon nicht mit Santi spielen, können wir uns ja was von Santa wünschen …

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So, wie versprochen geht die Aufarbeitung unserer Misere hier weiter – nur: wo anfangen?

In der D-Jugend habe ich eigentlich immer Linksaussen gespielt, bis ich irgendwann plötzlich im Tor stand. Warum? ich war der einzige, der Torwarthandschuhe hatte … abgefahren, dass das bei einem Verein wie Arsenal immer noch so läuft …

„Lazy recruiting“ hat Tony Adams ausgemacht als Grund für den Verlauf dieser Saison und Runarsson ist ein exemplarisches Beispiel dafür: Emi Martinez hat dem Verein im Sommer die Pistole auf die Brust gesetzt und wollte entweder eine Stammplatzgarantie oder einen Wechsel. Arsenal hat sich für die zweite Option entschieden, gab ja auch gutes Geld (wobei 20 Mios, wenn ein Kepa schon 80 kostet?). Über den Ersatz wurde offensichtlich nicht lange nachgedacht, denn der neue Torwarttrainer sagte, er kenne da einen von früher (ziemlich abgefahren für den Job ..). Ergo lacht sich Dijon kaputt, dass wir ihren Ersatzkeeper für eine Millionensumme wegkaufen und der Spieler ist auch glücklich, denn er wird London als Millionär verlassen. Und dabei wird er kein einziges Spiel mehr für uns machen. An anderer Stelle könnte man sich aber mal fragen, was dass über die Qualität des Torwarttrainers aussagt, dass er einen wie Runarsson empfiehlt. Oder: wieso ist seit dem Engagements eines Coaches für Standardsituationen unsere Ausführung und Abwehr ebensolcher eher schlechter als besser geworden?

Und wo (oder was) ist das Coaching von Mikel Arteta? wo wollen wir hin? was soll/muss das Team machen? was sind die „Non-Negotiables“? wenn man den Einsatz und die Leistungen mancher Spieler sieht, ist das Argument, Özil sei aus sportlichen Gründen nicht im Kader, ziemlich absurd. Man sehe sich nur mal das Video hier vom Mahrez-Freistoss an – wie sich Kola da verhält, ist absolut entwürdigend (und man beachte das Bild hier: er spielt eben nicht den Ball Balogun in den Lauf. WTF). Interessanterweise konnte man die zehn Minuten nach der Halbzeit bis dahin durchaus sehen, was das Ganze mal werden soll: man ist richtig in die Zweikämpfe gegangen und hat vorne aggressiv gepresst. Sah für ne Weile ganz gut aus – bis zur Mahrez-Schwalbe und den Folgen. Anyway, Schlussfolgerung aus gestern sollte zwingend sein: play the Youngsters! das meinte ich gestern mit ´mutig sein´- ESR oder Balogun haben in ihren zehn Minuten mehr gezeigt als Mustafi, Kola oder Ceballos (diese entsetzliche Schauspielerei ..). Willock und Martinelli haben Schwung reingebracht, während andere nur mitlaufen. Gestern war nur Ligapokal, wenn du da nicht Balogun bringst, wann dann? so wird der seinen Vertrag nicht verlängern – und von dem wenigen, was man bis jetzt von ihm sieht, hat er mehr auf dem Kasten als Nketiah, der zudem nicht wirklich mit fettem Einsatz glänzt und wohl mittelfristig eher nur ein guter Championship-Spieler werden wird.

Aufgaben für Januar:

Özil, Sokratis, Kolasinac, Mustafi allesamt weg. Schnell. Wenn die keiner will, Vertrag auflösen, auszahlen, fertig. Hat z.B. ManU im Sommer mit Alexis gemacht: den wollten sie auf Teufel komm raus nicht wieder im Kader haben, also satte 50 Mios (noch 2-Jahre Vertag bei 500k/Woche) auf den Tisch und Adios. Muss man dann eben durch.

Luiz, Ceballos, Willian und auch Xhaka, wenn Partey wieder da ist, auf die Bank. Maximal. Und wenn Luiz weiter Stress macht: so handhaben wie oben. Elneny kann man als Teamspieler bis Sommer behalten, ist aber nur neben einem starken Nebenmann zu gebrauchen. Gestern war er absolut unterirdisch.

Das Team muss zwingend begradigt und auf die Zukunft ausgerichtet werden. Haken dabei: Die Verantwortung dafür liegt bei Edu. Was der bislang in seinem neuen Job gemacht hat (bzw. nicht), ist, vorsichtig formuliert, wenig hilfreich. Siehe „Lazy recruitment“ – als erstes immer mal den eigenen Berater fragen, der dann stets noch ein paar Ladenhüter parat hat. Dafür wird dann aber auch das bisherige Scouting-System abgeschafft. Stattdessen wird nur noch datenbasiert gescouted … super Idee – da kamen auch unsere ganzen ´nicht so glücklichen´ Einkäufe der letzten Jahre schon her. Aber Edu und StatDNA (unsere Datenanalysefirma) werden nochmal in einem ganzen Artikel verarztet.

Das Problem bei Arsenal hat eigentlich einen Namen und der lautet Ivan Gazidis. Katastrophale Fehlbesetzung als Nachfolge für David Dein. Wie es dazu kam, was das ausgelöst hat und was er so falsch bzw. gar nicht gemacht hat – nächstes Mal.

Es ist ja so: Arsene Wenger war ne ganze Weile da, nicht ganz unerfolgreich, hat den Verein konstant im oberen Tabellenviertel etabliert, der Club hat einen „Brand“ aufbauen können und eine neue und erfolgreiche Identität etabliert. So weit, so gut. Dummerweise wurde sich irritierend wenig auf die Nachfolge von AW vorbereitet und als es so kam, griff man direkt ins Klo. Es geht seit Jahren stetig bergab. Jetzt hat man intern wohl einen gewissen Plan, aber spannenderweise sitzen in den entscheidenden Positionen (GF, Sportdirektor, Coach/Manager, Nachwuchsdirektor) ausschließlich Neulinge. Ambitioniert, um es mal so zu sagen und von den Vieren überzeugt bislang einzig Per Mertesacker als Nachwuchsverantwortlicher …

Ehrenpräsident Ken Friar (seit 70 Jahren im Verein) zur Lage des Clubs: „It’s not one of the most challenging years in Arsenal’s history, it’s the most challenging and difficult year in Arsenal’s history.” 2020 ist noch nicht vorbei und das Team hat noch zwei Möglichkeiten (Sa./Di.) sich und uns den Jahreswechsel etwas entspannter zu gestalten – but don´t hold your breath …

Leute, habt ein paar entspannte Feiertage – Samstag geht der Spass schon weiter …

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Okay, diese Woche ist ja im Prinzip recht entspannt, denn die nächsten beiden Termine kann man ja nur als „Bonusspiele“ sehen (danach kommen die Spiele, wo nun wirklich was passieren muss ..). Heute City, Samstag Chelsea – was gibt´s da schon zu erwarten? verlieren sie beide, überrascht das ganz sicher niemanden mehr. Insofern können sie nur gewinnen …

Vor einer ganzen Weile, in den letzten Wenger-Jahren, gab es immer wieder einen Haufen Trottel, die sinnentleert rumkrakeelten „We want our Arsenal back“ – nun, jetzt haben sie es, und zwar so richtig, aber das ist dann auch wieder falsch. Pffft … es ist doch nun mal so, dass Arsenal traditionell immer eher ein Pokal-Team war (die Jahre, wo sie um die Meisterschaft mitspielten, waren leider immer die Ausnahmen), allerdings in der Regel mit deutlicherem Anschluss nach oben – ´flirting with relegation´ zum Jahreswechsel (und, make no mistake, holen wir aus den Spielen nach Weihnachten und im Januar weiter wenig bis nichts, geht das Drama erst richtig los) gab es dann auch wieder nicht allzu oft, zuletzt vor gut 25 Jahren. Das Team ist  zur Zeit komplett durch den Wind und lässt sich, trotz guter Ansätze hier und da, stetig auch von nicht gut spielenden Teams abkochen. Und das Coaching ist auch nicht wirklich vorne dabei. Muss echt Spass machen, aktuell gegen Arsenal zu spielen .. 

Heute aber ist ja erstmal Pokal und da macht Arsenal noch Spass – spielt ja auch stets eine andere Mannschaft. Klar, in der EL waren das eher unterdurchschnittliche Gegner, aber im Ligapokal haben wir Leicester und Liverpool geschlagen, nicht zwingend unter Fussvolk einzuordnen … City heute ist natürlich ein Brett, vor allem, weil man in Manchester (bei beiden Vereinen) den Ligapokal sehr ernst nimmt. Erst recht jetzt mit Pep. Die geben also Gas – Frage daher: ist das gut für uns? ich denke ja, denn wenn wir ´nur´ reagieren, sind wir wahrscheinlich besser und die zweite Reihe ist eh heiss drauf zu zeigen, dass sie es besser können als die Willians dieser Welt (was leider nicht so schwer ist ..). Ob Pep auch wieder so hart spielen lässt wie vor einem Jahr gegen ein ebenso verunsichertes Arsenal?

Es ist ja Ligapokal und vor dem Hintergrund dachte ich mal so drüber nach, wann es eigentlich so angefangen hat, bei Arsenal ganz sanft bergab zu gehen – Ergebnis: 2004, Januar 2004 ganz genau: zu dem Zeitpunkt war Arsenal die mit Abstand beste Mannschaft in England und wohl auch Europa, was natürlich jede Menge Spekulation über ein Quadruple zur Folge hatte. Im Halbfinale des League-Cups war Middlesborough zu Gast. Hat man etwas auf die leichte Schulter genommen und prompt verloren. Okay, gab ja noch ein Rückspiel im Riverside: Vollgas gespielt, trotzdem wieder verloren (OG Reyes). Ergo ausgeschieden. Nun gut, wir hatten ja noch Grösseres vor. Ein paar Wochen später haben wir binnen vier Tagen erst den FA-Cup (ManU) und dann die CL (CFC) verspielt – der Jubelgesang der MU-Fans war fast ausschliesslich „Where´s your treble gone …“, irre gross war die Schadenfreude, dass vorlaute Arsenal in die Schranken gewiesen zu haben. Weitere drei Tage später lagen wir gegen Pool zur Halbzeit mit 1-2 zurück – man stelle sich die Konstellation mal heute mit Social Media (gab´s damals noch nicht) etc vor … Meltdown des Jahrhunderts … anyway, wir haben das Spiel noch gewonnen und das Team hat mit Mühe und Not grad noch so die „Unbeaten Season“ über die Runden gebracht. So gab´s immerhin noch die Meisterschaft, Boro und MU haben gegen leichte Gegner (Bolton/Millwall) die Cups geholt, Chelsea hatte sich gegen uns verausgabt und ist gegen Monaco raus, die wiederum gegen Jose M.´s Porto im Finale verloren haben. Wir hätten uns nicht nur richtig belohnen können, sondern zudem noch die kommende Fussballgeschichte umgeschrieben – haben wir aber nicht. Und dummerweise hat diese Unbeaten-Nummer irgendwas mit Team und Trainer gemacht, dass es danach nicht mehr das Gleiche war und immer öfter mal der letzte Biss gefehlt hat … 

Das Ganze ging dann immer weiter (und hatte natürlich ne Vorgeschichte), der Stadionwechsel war unausweichlich, hat aber überhaupt nicht geholfen (AW rückblickend: „We left our soul at Highbury“), ebensowenig wie etliche katastrophale Fehlentscheidungen und zuviel Inkompentenz an falscher Stelle – mehr dazu hier ab morgen, dann bohren wir weiter in der Wunde …

Also, es ist Pokal und vielleicht ist Arteta ja zur Abwechslung mal mutig – nicht zu verwechseln mit mutig-naiv wie gegen Tottnum (Mordor-Süd). So z.B. mit Balogun in der Startelf. Wer weiss, vielleicht macht´s ja sogar wieder Spass …

COME ON YOU GUNNERS

 

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